Neue "Perry Mason"-Serie: Schnüffler in der Stadt der Sünde

Perry Mason (Matthew Rhys) verdient sein Geld mit fragwürdigen Schnüffeleien
Perry Mason (Matthew Rhys) verdient sein Geld mit fragwürdigen Schnüffeleien
Foto: © HBO
Statt als Anwalt arbeitet Perry Mason in der neuen HBO-Serie bei Sky als Detektiv!

Ein fürchterliches Verbrechen erschüttert 1932 die Menschen in Los Angeles: Die Eltern eines entführten Babys können nur noch ihr totes Kind in die Arme schließen. Nachdem der Vater, wie auch seine Frau Mitglied der evangelikalen Kirche von Predigerin Alice (Tatiana Maslany), ins Visier der Staatsanwaltschaft gerät, schaltet sich Anwalt E. B. Jonathan (John Lithgow) ein. Er beauftragt den abgerissenen Detektiv Mason (Matthew Rhys) mit der Suche nach Gegenbeweisen. Vom Krieg traumatisiert, verdingt dieser sich mit fragwürdigen Schnüffeleien. Was ist bloß mit dem berühmten Strafverteidiger Perry Mason passiert?

Trailer: "Perry Mason"

Neun Staffeln der Serie (1957 bis 1966) und 26 Filme (1985 bis 1993) verschafften dem fiktiven Juristen weltweite Bekanntheit und setzten zugleich dem 1993 verstorbenen kanadischen Schauspieler Raymond Burr ein Denkmal. Sie basieren auf 82 Romanen und drei Kurzgeschichten von Erle Stanley Gardner, der seinen Helden fast ausschließlich im Gerichtssaal schildert. Dessen Abenteuer veröffentlicht er bis 1973 – die ersten erschienen aber bereits 1933. Doch die 8-teilige Miniserie "Perry Mason" (ab Freitag, 31. Juli, 20.15 Uhr, Sky Atlantic) spielt schon ein Jahr zuvor. Und das lässt viel Raum für künstlerische Freiheiten.

Ein Typ wie Bogart

„Als mir die Rolle angeboten wurde, war meine erste Reaktion: Warum eine neue ‚Perry Mason‘-Serie?“, sagt Hauptdarsteller Matthew Rhys im Interview mit GOLDENE KAAMERA. Erst als er hört, dass diese Version eine Ursprungsgeschichte ist, weckt das sein Interesse.

Ebenso wie die Typisierung von Mason: „Ich war nicht daran interessiert, einen ,good guy‘ im weißen Leinenanzug zu spielen. Zum Glück ist meine Figur ein Antiheld, in dessen Leben es abwärtsgeht.“ Er sei so klamm, „dass er sich nur Kleidung von Toten aus dem Leichenhaus leisten kann!“

Dem „The Americans“-Star macht es sichtlich Spaß, einen Privatdetektiv darzustellen, der sich nicht an die Regeln hält. Er erfüllt sich damit einen Kindheitstraum. „Ich bin mit Kerlen wie Humphrey Bogart als Schnüffler aufgewachsen!“, erzählt der Waliser.

Ein Traum, den auch zunächst „Iron Man“-Mime Robert Downey jr. träumt. Der große „Perry Mason“-Fan schiebt das Projekt an und will in einem geplanten Film die Hauptrolle übernehmen. Als aber der Stoff zur Serie wird, findet sich der Vielbeschäftigte damit ab zu produzieren. Zur Freude von Rhys: „Roberts Unglück war mein Glück! Ich hab ihm die Rolle geklaut.“