"Deutschland 89": Alptraum Mauerfall

Mord, Aufstand, Spionage: In "Deutschland 89" erlebt DDR-Agent Martin Rauch sein letztes Abenteuer.

Nach der 2016 mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichneten Staffel „Deutschland 83" und „Deutschland 86“ startet am 25. September mit "Deutschland 89" (8 Folgen) bei Amazon Prime das große Finale der international erfolgreichen Trilogie.

Wie alles begann

Das passiert in "Deutschland 89"

Ostberlin, wenige Stunden vor dem Fall der Mauer: Der ehemalige DDR-Spion Martin Rauch (Jonas Nay) hat einen bodenständigen Bürojob beim Computerhersteller Robotron. Doch überraschend wird er von ehemaligen Mitstreitern noch mal zu einem extrem heiklen Auftrag gezwungen. Er soll mit allen Mitteln verhindern, dass Staatschef Egon Krenz Reiseerleichterungen anordnet. Sogar die Ermordung von Krenz ist dabei eine Option.

Trailer zu "Deutschland 89"

Mit diesem furiosen Szenario aus historischen Fakten und adrenalin­getriebener Fiktion beginnt „Deutschland 89“, die dritte Staffel der „Deutschland“- Serie. Zuvor war Agent Rauch in „Deutschland 83“ und „Deutschland 86“ für den Auslandsgeheimdienst der DDR im Einsatz.

Der "Wilde Osten"

„Für uns war schnell klar, dass wir in 'Deutschland 89' auf die lange und hierzulande allzu bekannte Geschichte des Mauerfalls verzichten“, sagt Head-Autor Jörg Winger. Gemeinsam mit seiner Frau Anna Winger hatte er die Idee zu der Serie. Bei den ersten beiden Staffeln schrieb sie die Drehbücher, er war Produzent. „Viel faszinierender fanden wir die in Vergessenheit geratene Zeit des 'Wilden Ostens'. Also die Monate nach dem Mauerfall, in denen nicht klar war, wohin sich die DDR entwickeln würde. Für unsere Serie bedeutet das: All unsere Figuren müssen sich neu erfinden, obwohl die Zukunft ungewiss ist. Besonders unter Druck steht Martin Rauch. Denn Agenten wurden damals entweder verhaftet, angeheuert oder umgebracht. Das ist eine tolle Fallhöhe für die neue Story.“

Martin Rauch wechselt die Seiten

Rauch lässt sich zunächst für eine Operation des westdeutschen BND und der amerikanischen CIA verpflichten. Im Auftrag der früheren Feinde unterwandert er eine linksradikale westdeutsche Politgruppe, die eine große Aktion plant.

„Keiner Figur fühle ich mich emotional so verbunden wie Martin Rauch“, sagt Jonas Nay. „Während der sechsmonatigen Dreharbeiten gab es Tag und Nacht nur Martin Rauch für mich, sogar in meinen Träumen war er präsent.“ Nay ist Jahrgang 1990. Die Zeit, um die es geht, hat er also selber nicht erlebt.

„Ich habe mich in die Materie reingestürzt, viele Bücher gelesen und mich mit Menschen unterhalten, die das Ende der DDR erlebt haben“, erzählt er. „Auf mich wirkt diese friedliche Revolution geradezu magisch, und ich würde gern einmal ins Jahr 1989 reisen. Mich interessiert, welche Wünsche und Hoffnungen die Menschen damals hatten, welche Optionen in der Zeit nach dem Mauerfall auf dem Tisch lagen. Das sind schließlich Themen, die unser Land bis heute prägen.“

Martin Rauchs Reaktion auf den Mauerfall

Gedreht wurde vor allem in der früheren Stasizentrale in Berlin-Lichtenberg. Mehr als 20 Sets baute das Produktionsteam in dem historischen Gebäude auf, nebenbei lief der Museumsbetrieb weiter. Eine Herausforderung waren die Außenaufnahmen.

„Es gibt in Ostdeutschland kaum noch Ecken, die an die DDR erinnern“, sagt Jörg Winger. „Vieles wurde saniert und gentrifiziert. Aber wir haben an wenigen Orten in Berlin und außerhalb von Leipzig zum Glück noch passende Straßenzüge entdeckt.“ Ein letzter Rest der DDR – für den letzten Auftritt ihres Top-Agenten Martin Rauch.