Gruselige Geheimnisse in "The Gloaming"

"The Gloaming".
"The Gloaming".
Foto: ©Stan
Brutale Morde vor exotischer Naturkulisse: "The Gloaming" (ab Mittwoch, 14. Oktober, 21 Uhr, Fox) arbeitet auch die Geschichte Tasmaniens auf.

Trailer: "The Gloaming"

Darum geht's in "The Gloaming"

An einem Wasserfall nahe der tasmanischen Hauptstadt Hobart wird die mit Stacheldraht umwickelte Leiche einer Frau gefunden. Die Tote trägt den Ausweis einer Jenny McGinty bei sich – und bei Polizistin Molly Mc Gee (Emma Booth) schrillen alle Alarmglocken: Denn Jenny wurde 1999 von einem Unbekannten ermordet. Die Spuren, die Molly und ihr aus Australien eingeflogener Kollege Alex O’Connell (Ewen Leslie) verfolgen, führen sie immer tiefer hinein in die Welt einer bibelfesten, eingeschworenen Gemeinschaft, die mit allerlei Hexenzeichen, Runen und Knochen arbeitet. „Die Verurteilten brachten den Aberglauben mit“, erklärt einer der Ermittler angesichts eines mittelalterlichen Schutzzaubers.

Hintergrund

Der Ermittler spielt damit auf die rund 75.000 Schwerverbrecher an, die von den Briten Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Insel südöstlich von Australien gebracht wurden. Nach Massakern an der Urbevölkerung Tasmaniens durch die christlichen Siedler gehen heute nahezu alle Tasmanier auf jene Weißen und einige Vorfahren aus Beziehungen von Aborigines und Europäern zurück.

Serienschöpferin Victoria Madden greift in "The Gloaming" auf die dunkle Vergangenheit ihrer Heimat zurück, wie sie dem Internetportal dramaquarterly.com erklärt. In ihrem Drehbuch vermischt der Fan von skandinavischen Serien Tasmaniens Geschichte und Mythologie.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Die visuelle Umsetzung lebt von den Gegensätzen: Bilder des modernen, urbanen Hobart werden mit Naturaufnahmen einer Insel abgemischt, deren Fläche zu etwa einem Viertel zum UNESCO-Weltnaturerbe zählt. Üppige Urwälder, der oft nebelverhangene, schneebedeckte Mount Wellington und karge Buschlandschaften bieten eine exotische Kulisse. Sie wird durch nächtliche Geräusche verstärkt, die die zum größten Teil nur auf der Insel heimischen Vogelund Säugetierarten verursachen. Dieses Zusammenspiel verstärkt den MysteryFaktor des Krimis um ein Vielfaches. Inzwischen tauchen die Autoren um Madden für eine geplante zweite Staffel von "The Gloaming" erneut in das titelgebende Zwielicht ein. Für Madden bedeutet es „die Trauer, in der man zwischen Tag und Nacht feststeckt. Man kann nicht nach vorne, man kann nicht zurück. So entsteht eine Geistergeschichte".