"Der Bergdoktor": Hinter den Kulissen des Winterspecials

Vor Staffel 14 verzaubert Bergdoktor Hans Sigl im Winterspecial wieder mit Abenteuern im Schnee. GOLDENE KAMERA war am Set dabei.

"Wir sind auf dem Berg. Es ist still. Alle warten in eisiger Kälte auf den Sonnenaufgang. Irgendwann stehen wir plötzlich in gleißendem Licht – und die Aufnahme ist im Kasten. Dieser Moment ist so magisch, dass wir alle klatschen.“

Als GOLDENE KAMERA Hans Sigl Ende Januar beim Setbesuch in Tirol trifft, steht der Serienstar noch ganz unter dem Eindruck dieses besonderen Augenblicks. Die Eröffnungssequenz des neuen Winterspecials "Der Bergdoktor: Bauernopfer" (Donnerstag, 7. Januar, 20.15 Uhr im ZDF und bereits in der Mediathek) hat das Filmteam auf die Ellmauer Halt geführt, einen der höchsten Gipfel des Gebirgsmassivs Wilder Kaiser. „Da ist selbst ein hartgesottener Bergliebhaber wie ich vor Rührung beglückt“, sagt Hans Sigl.

Dabei steht der Österreicher schon zum neunten Mal für das Winterabenteuer als Dr. Martin Gruber vor der Kamera. Die 14. Staffel schließt sich ab 14. Januar im ZDF an. Auch wenn ein Drehtag im lichtarmen Winter sehr früh anfängt und im Schnitt 13 Stunden hat, ist die Stimmung hervorragend. „Was wir in die Reihe an Kraft reinbuttern, kommt bei den Leuten gut an“, sagt Sigl.

Die Zahlen geben ihm recht: Jeder fünfte TV-Zuschauer guckt donnerstagabends zu, wenn eine „Bergdoktor“-Episode Premiere hat. Das bedeutet: 20 Prozent Marktanteil! Für Hans Sigls Ko-Star Mark Keller ist das keine Überraschung: „Die Umgebung, die Kulissen, die Geschichten, das Team, Hans’ Liebe zu seinem Charakter: Alles harmoniert“, sagt der Schauspieler, als wir ihn bei der Aufnahme einiger Szenen in einem Hotel in Scheffau treffen. „Unsere Freude am ,Bergdoktor‘ ist ehrlich, und der Zuschauer daheim merkt das einfach.“

Keller spielt Grubers Kollegen und Freund Dr. Alexander Kahnweiler. Eine Rolle, die er liebt, „weil ich als Kahnweiler so komödiantisch sein darf“. Zudem hat Keller den Ausruf „Martin, mein einziger Freund!“ geprägt, ein Satz, der nie im Drehbuch stand: „Er stammt von mir selbst, und ich mag ihn, weil er so was von alten Schwarz-Weiß Filmen hat“, sagt Keller und schmunzelt. Auch die Episodenstars sind gern dabei. Jetzt etwa Harald Krassnitzer, der 1997 bis 1998 im Sat.1-Vorläufer selbst der Bergdoktor war. Im neuen Special gerät er mit einer Bergführerin in Not. Am Hang spielen sich dramatische Szenen ab, echte Einsatzkräfte der Bergrettung Scheffau/Sölllandl sind stets dabei. Die Eisspalte, in die die Frau stürzt, wird aber im Studio nachgebaut, auch um die klaustrophobische Situation aus allen Perspektiven zu filmen.

Die vielen Außenspielorte auf der Südseite des Wilden Kaisers stehen bei Berg-, Sport- und Wellness-Touristen hoch im Kurs. Kein Aufenthalt, ohne einmal den Gruberhof in der Nähe von Söll oder die Praxis bei Ellmau besucht zu haben. Und es reisen nicht nur Deutsche und Österreicher an. „Unseretwegen kommen auch Menschen aus Belgien, Spanien, Ungarn oder Slowenien hierher“, sagt Sigl. Die Fans säumen die Straße und winken ihm zu, wenn er den 1979er-Mercedes des Bergdoktors von einem Set zum nächsten steuert. Keine Frage, die Umgebung ruft bei vielen automatisch ein Gefühl von Heimat hervor. „In den 1950er-Jahren gab es eine große filmische Prägung in diese Richtung. Regisseure wie Luis Trenker oder Kunstfiguren wie die Resi von der Alm und die Geierwally sind noch immer im Gedächtnis“, erklärt Hans Sigl. „Der Heimatfilm geht über Generationen, immer wieder taucht er auf.“ Für ihn als Schauspieler sei es am Anfang eine Herausforderung gewesen, mit dem Bergdoktor eins und glücklich zu werden. Was ihm schnell gelang, da er seine Figur „frei von Klischees“ sieht und auch so spielt.

Das "Bergdoktor-Team" feiert den Sieg bei der Publikumswahl
Das "Bergdoktor-Team" feiert den Sieg bei der Publikumswahl

Nach dem Winterspecial strahlt das ZDF acht neue Folgen aus, so viele wie noch nie. „Ich kann mir vorstellen, dass nach 2020 und dem, was vielleicht noch kommt, das Publikum mehr Auszeiten braucht. Nach dem Motto „Einschalten und abschalten“, meint Sigl, als wir ihn im November noch einmal sprechen. „Die Berge sind ideal als Rückzugsort vom alltäglichen Wahnsinn.“ Auch die „Bergdoktor“-Crew hatte durch strenge Coronaschutzauflagen von Juni bis Dezember mehr Drehstress als sonst. Trotzdem fühlt sich Sigl beschenkt und dankbar, dass sie alle arbeiten und „Wohlfühlfilme machen konnten, die sich gegen die Krimis abheben.“

Die Geheimnisse von Staffel 14 gibt der Magier der Berge natürlich nicht preis. Er verrät nur, dass es in der Familie Gruber scheppert und dass Martin Gruber so viel zu bewältigen hat wie nie zuvor. Im Vorfeld sorgte ein Bild auf der Facebook-Seite des „Bergdoktors“ für Aufruhr: Zu sehen waren Martin und sein Bruder Hans (Heiko Ruprecht), von hinten, im Anzug. „Die Diskussionen gingen sofort los: Stirbt Martins Flamme Anne, oder wird geheiratet? Ich sage dazu nur so viel: Ein sehr spezieller Tag im Leben der Grubers veranlasst sie, sich in feinen Zwirn zu schmeißen.“ Während die Fernsehzuschauer noch die neuen Episoden genießen, geht es für das Team um den Bergdoktor bereits weiter – und wieder in den Schnee: Das zehnte Winterspecial steht an, im Frühjahr 2021 dann die nächste Staffel, die 15. „Die Geschichten um Martin sind noch lange nicht auserzählt.“ Da ist sich Hans Sigl sehr sicher.