"Lupin": Omar Sy ist der König der Diebe

Dem „Ziemlich beste Freunde“-Star Omar Sy wurde die Rolle in der Netflix-Serie „Lupin“ auf den Leib geschrieben.

Der Mann hat tausend Gesichter. Mal ist er millionenschwerer Industrieller, mal Gefängnisinsasse, mal Putzmann. Assane Diop kann sich an jedem noch so exklusiven Ort in Paris einschleusen. Mit seinen genialen Tarnungen und Tricksereien verfolgt er nur ein Ziel: den Tod seines Vaters zu rächen. Von der gewieften Umsetzung seines Plans erzählt die Serie „Lupin“ (fünf Teile, ab Freitag, 8. Januar im Streamingangebot von Netflix), mit Omar Sy in der Hauptrolle, der als charmanter, politisch unkorrekter Pfleger in „Ziemlich beste Freunde“ zum Weltstar wurde.

Trailer: "Lupin"

In der „Jurassic World“ -Reihe spielt er einen Kumpel von Owen Grady (Chris Pratt), Teil drei soll 2022 in die Kinos kommen.

Omar Sy im Interview

Die Rolle des Assane Diop wurde dem 42 -Jährigen nun auf den Leib geschrieben: „Ich wurde von der Produktionsfirma Gaumont gefragt, was meine Traumrolle wäre, meine Ant­wort war Lupin“, sagt Sy im Gespräch mit GOLDENE KAMERA. Der fiktive Gentleman -Dieb Arsène Lupin ist als Romanfigur besonders in Frankreich und Kanada beliebt. Sein Schöpfer Maurice Leblanc schrieb ab 1905 Fortsetzungsgeschichten im Magazin „Je sais tout“.

Bis 1935 folgten 20 Lupin -Roma ­ne, zwei Theaterstücke und etliche Storys. Weitere Autoren verfassten bis heute neue Romane. Auch Serienheld Assane hütet seit seiner Kindheit ein Buch mit Lupins Abenteuern – und nimmt ihn sich zum Vorbild.

Mit den Machern von „Lupin“ entwickelte Omar Sy seine Figur als Meisterdieb im Paris der Gegenwart, der von Lupin inspiriert wird. „Es gibt viele Verwandlungen, es gibt Action, es gibt Tricks. Das alles in ein und der ­ selben Figur zu haben macht wirklich Spaß. Es ist die perfekte Rolle, denn alles ist möglich“, meint Omar Sy, der in Trappes, einer Planstadt in der Nähe von Paris, als Sohn eines Senegalesen und einer Mauretanierin geboren wurde.

Seine ersten Erfolge erntete der Franzose als Comedian im Radio. Für die Rolle in „Lupin“ trainierte er vor allem an den Kampfszenen, seine Fingerfertigkeit sei noch verbesserungswürdig, gibt er zu. Zwei Fünfteiler sind bisher abgedreht, bei Erfolg geht es weiter.

Darum geht's in "Lupin"

Gleich die erste Folge beginnt mit einem großen Coup im Louvre: Bei einer dortigen Auktion will Assane ein Collier der Königin Marie-Antoinette stehlen, das im Besitz der Familie Pellegrini ist. Mit dieser hat Assane noch eine Rechnung offen, denn sie war in das Ableben seines Vaters verwickelt.

Ge­dreht wurde tatsächlich in Paris, vor Ort an der Original-Location: „Wir hatten den Louvre wirklich fast eine Woche lang für uns, nachts. Einmal habe ich 15 Minuten allein mit der Mona Lisa verbringen kön­nen. Das werde ich nie vergessen“, sagt Sy.

In den weiteren Folgen lässt der britische Showrunner George Kay , der bereits Dreh­bücher für den gefeierten Serienhit „Killing Eve“ und das Netflix -Verhörraum -Drama „Criminal“ schrieb, wohldosiert immer mehr Aspekte über Assanes Motivation aufdecken. Wegbegleiter wie seine Ex -Liebe Claire (Ludivine Sagnier) und sein Freund Benjamin (Antoine Gouy) entwickeln sich, unter anderem durch Rückblenden, zu in­teressanten Charakteren.

Zudem wird Ras­sismus immer wieder thematisiert. Allmählich kommt Assane ein Polizist auf die Spur: Youssef Guedira (Soufiane Guerrab) ist ebenfalls ein Kenner der Bücher Maurice Leblancs – doch keiner der Kollegen will seinen Lupin -Theorien Glauben schenken. Und so trifft auf Assane zu, was auch bereits über seinen Lieb­lingsromanhelden geschrieben steht: „Sein größtes Talent ist es, immer einen Schritt voraus zu sein.“