"State of the Union": Preisgekrönte Miniserie über Ehefrust und Lust

Tom (Chris O'Dowd) und Louise (Rosamund Pike) beim Warm-up vor ihrer Therapiestunde
Tom (Chris O'Dowd) und Louise (Rosamund Pike) beim Warm-up vor ihrer Therapiestunde
Foto: © Confession TV Limited (2018)/Parisatag Hizadeh
Eigentlich wollen sie an ihrer Beziehung nicht herumdoktern. Doch Louise (Rosamund Pike) ist sich sicher: "Entweder wir können unsere Ehe therapieren oder sie töten."

Zwischen Louise und ihrem Mann Tom (Chris O'Dowd) kriselt es. Nach jahrelangem Ehefrust beginnt Louise ein Verhältnis. Ihre kurze Erklärung: "Du hattest aufgehört mit mir zu schlafen, ich habe angefangen, mit einem anderen zu schlafen."

Darum geht's in "State of the Union"

Eine Therapie soll die kränkelnde Beziehung wieder richten. Vor ihrer ersten Sitzung treffen sich die beiden zum Warm-up im Pub vor der Praxis ihrer Therapeutin – und reden. Über ihre Gemeinsamkeiten, die Tom bemüht aufzählt: "Zwei Kinder, Kreuzworträtsel und 'Game of Thrones'." – "Wenn es läuft", wirft Louise ein. Und über die Therapie, die Tom in Frage stellt.

Er macht sich Sorgen um geballte Frauenpower während der Sitzung. Schließlich sei es eine Therapeutin, die ihre Beziehung kitten soll. Ein Argument, das für Louise nicht gilt: "Du willst mit niemanden über unsere Ehe reden. Wenn sie krank ist, möchtest du es lieber erfahren, wenn sie schon gestorben ist." Und so rennt Tom auch gleich vor der ersten Therapiestunde weg.

Aber er kommt wieder und weitere Sitzungen und Gespräche im Pub folgen - sowie gemeinsame Interessen, sei es nur die Neugier auf das Verhalten der Paare nach deren Therapiestunden. Aber vor allem kommen alte Zerwürfnisse auf den Tisch. "Das ist wie der Brexit. Wir könnten zwei Jahre reden, bevor wir uns auf die Streitpunkte einigen," stellt Tom fest.

"Beim Brexit geht es um eine Scheidung. Denkst du, wir steuern darauf zu?", fragt Louise. Diese Frage, der Brexit und daraus resultierende Lügen bleiben Streitthemen, ebenso die fehlende Leidenschaft.

Preisgekrönte Miniserie

Die BBC Two-Serie "State oft the Union", geschrieben von Autor Nick Hornby und inszeniert von Regisseur Stephen Frears wurde 2019 mit einem Emmy als beste Miniserie in der Kategorie Comedy und Drama ausgezeichnet. Ebenso Rosamund Pike und Chris O'Dowd für ihre darstellerische Leistung.

GOLDENE KAMERA Serie-Tipp, weil…

Mit viel Sarkasmus und Humor reflektiert das Paar bei Wein und Bier im Pub die eigene Beziehung - und die der anderen. Am Ende steht die Erkenntnis, dass eine Ehe so viel mehr ist als fehlende Leidenschaft.

Hier in der ARD-Mediathek und ab Montag, dem 1. März um 21.45 Uhr auf One.