"Chernobyl": Die Welt am Abgrund

Die spannende Miniserie „Chernobyl“ erzählt die dramatische Geschichte des Super-GAUs nach.

Darum geht's in "Chernobyl"

Am 26. April 1986 weckt eine Explosion die Bewohner der nordukrainischen Stadt Prypjat. Über dem Kernkraftwerk Tschernobyl lodern Flammen. Durch den Super-GAU wird mehr Radioaktivität freigesetzt als bei den Atombomben von Hiroshima und Nagasaki.

Trailer: "Chernobyl"

Zum 35. Jahrestag der Katastrophe zeigt Pro Sieben an drei Abenden die Serie „Chernobyl“ (ab Montag, 12. April, 20.15 Uhr) und im Anschluss die Dokureihe „Tschernobyl“, die zum Auftakt „Die Wolke über Deutschland“ thematisiert.

Hintergrund

Hinter dem Fünfteiler „Chernobyl“ steht der US-Drehbuchautor Craig Mazin („The Huntsman & The Ice Queen“). Er besuchte Tschernobyl und „fühlte den Fluss der Geschichte“, wie er erzählt. Vor Ort konnte nicht gedreht werden, Mazin schaffte es jedoch, eine Erlaubnis für Ignalina zu bekommen. Dieses 2009 stillgelegte Kraftwerk in Litauen ist baugleich mit dem von Tschernobyl. Das Team durfte in der Reaktorhalle filmen.

„Der Heilige Gral für uns“, sagt Mazin. Nur wenige Szenen entstanden im Studio. Aber auch da hatte Authentizität Priorität: Der Kontrollraum, in dem ein Sicherheitstest katastrophal aus dem Ruder lief, wurde „bis zur Bodenfliese und zu Kratzern an den Möbeln“ nachgebaut. Ebenso viel Wert auf Echtheit legte man bei den Kostümen. Ausstatter durchstöberten Flohmärkte in Polen, Russland und der Ukraine nach Uhren, Brillen und Gürteln, wie sie 1986 getragen wurden. „Wir wollten die erste westliche Produktion sein, die die Menschen der Sowjetunion so akkurat wie möglich porträtiert“, sagt Mazin.

Dazu gehört auch die Darstellung der an vorderster Front kämpfenden Protagonisten, etwa des Chemikers Waleri Legassow, gespielt von Jared Harris („The Crown“). „Wenn sie die Probleme nicht rechtzeitig bewältigt hätten, wäre Europa jetzt unbewohnbar“, erklärt er. Legassow trat gegen Kraftwerkbetreiber und Politiker an, die um das Ansehen der „unfehlbaren“ Partei bangten.

Tribute to the heroes of Chernobyl

Harris bezieht sich vor allem auf den Klimawandel, wenn er damals und heute vergleicht: „Die Politik hört der Wissenschaft nicht zu.“ Das bewegt auch Craig Mazin. Bei „Chernobyl“ gehe es um „den Preis, den wir bezahlen, wenn wir die Wahrheit verleugnen“. Die Katastrophe kostete wohl Zehntausende Menschen das Leben. Sie erlagen der Strahlenkrankheit und Krebs.