"Tonis Welt" - Eine Serie über das Anderssein

Großer Auftritt für Anton aus „Club der roten Bänder“: „Tonis Welt“ (Mittwoch, 14. April, 20.15 Uhr, Vox) erzählt vom Anderssein.

Ausnahmslos alle Knöpfe an Tonis Hemd müssen geschlossen sein. Für den Fall, dass er Gesichtsausdrücke interpretieren muss, hat er stets ein Fotobuch in der Tasche, das ihm veranschaulicht, wie sein Gegenüber sich fühlen könnte. Und spätestens wenn er den Leuten emotionslos unbequeme Wahrheiten ins Gesicht sagt, ist klar: Anton „Toni“ Vogel (Ivo Kortlang) ist anders.

Trailer: "Tonis Welt"

Hintergrund

So manchem TV-Zuschauer dürfte er noch als Mitglied vom „Club der roten Bänder“ (dauerhaft bei TV Now und am Samstag, 10. April um 16.30 Uhr, Vox Up) in Erinnerung sein. Schon 2017 nach dem Ende der erfolgreichen, mehrfach ausgezeichneten Serie über eine Gruppe Jugendlicher, die ihre Zeit schwer krank in einer Klinik verbringen muss, und dem Kinofilm von 2019 wurde die Idee zu einem Ableger mit Asperger-Autist Toni geboren.

„Als das Hirngespinst, das alle Beteiligten ziemlich cool fanden, schließlich in die Stoffentwicklung ging, hab ich mich sehr darauf gefreut. Zum einen konnte ich Toni in neuer Umgebung und mit neuen Leuten zeigen und zum anderen wieder mit meiner alten ,Arbeitsfamilie‘ drehen“, erzählt Ivo Kortlang im Interview mit GOLDENE KAMERA.

Zu dieser Familie gehören neben einigen „Club der roten Bänder“-Machern auch Kortlangs Schauspielpartnerin Amber Bongard. Sie gibt Tonis feste Freundin Valerie, die das Tourettesyndrom hat. Die Erkrankung des Nervensystems äußert sich in nervösen Tics, zu denen unkontrolliert ausgestoßene obszöne und aggressive Wortmeldungen gehören. Mit ihr zieht Toni aufs Land und baut sich dort u.a. auch mit der Hilfe von Dr. Schmieta (GOLDENE KAMERA-Preisträger 2000 Armin Rohde) ein neues Leben auf.

„In einer fiktionalen Serie kann man Autismus natürlich nicht in seiner ganzen Bandbreite abbilden. Wir erzählen in erster Linie eine Lovestory“, erklärt Kortlang. Eine Liebesgeschichte zweier sehr spezieller Protagonisten, die weder stereotyp noch überzogen sei. „So kann man einen Charakter, der Autismus hat, unter anderem auch komödiantisch zeigen.“ Trotz aller Fiktion in „Tonis Welt“ hat sich Ivo Kortlang aber sehr intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, ob und wie Asperger-Autisten lieben. „Vielleicht glauben manche, dass autistische Menschen keine Beziehung eingehen können. Aber mein Gefühl sagt mir: Sie können auf jeden Fall lieben!“