"Hamilton – Undercover in Stockholm": Im Netz der Geheimdienste

Agent Carl Hamilton soll ein Attentat verhindern und gerät selbst in das Visier seiner Auftraggeber.

Seit 1986 ist Carl Gustav Gilbert Graf Hamilton alias „Coq Rouge“ schon im Einsatz. In diesem Jahr erschien der erste Band der inzwischen dreizehnteiligen Romanreihe um den schwedischen Blaublüter. In der Buchvorlage zeichnet den adligen Agenten eine Vorliebe für Wein, klassische Musik und Sozialismus aus, sein Geld verdient er mit den Geheimdienstkonflikten des Kalten Krieges.

Trailer: Hamilton – Undercover in Stockholm

Sein Schöpfer, der Autor und Journalist Jan Guillou wusste, wovon er schrieb: Er war Informant des schwedischen Geheimdienstes, saß aber 1974 wegen Enthüllungen über denselben in Haft. Und er arbeitete zudem von 1967 bis 1972 für den russischen Geheimdienst KGB. Die Doppelrolle Guillous als Schriftsteller und schillernder Spion brachten der „Coq Rouge“-Reihe den Ruf als schwedischer James Bond ein.

Bis heute wurden die Romane in mehr als 15 Sprachen übersetzt, es gibt bereits zehn Filme über Hamilton, zuletzt spielte Mikael Persbrandt den Agenten. In seine Fußstapfen tritt nun Jakob Oftebro. Die deutsch-schwedische Co-Produktion „Hamilton – Undercover in Stockholm“ (ab Montag, 16. August, 22.15 Uhr im ZDF) erzählt einen Einsatz des Agenten in vier Filmen – oder für die Mediathek in zehn Serienfolgen – neu.

„Die Serie basiert lose auf den Büchern“, erklärt Jakob Oftebro, der momentan die zweite Staffel in Schweden dreht. Regisseur Erik Leijonborg ergänzt: „Sie boten insbesondere für den Charakter des Helden Inspiration.“ Und so bleiben Hamiltons Grundzüge erhalten: „Ein junger Agent, der seinem Land gegenüber sehr loyal ist, aber dennoch seinen politischen Überzeugungen und seinem eigenen moralischen Kompass folgt“, so Leijonborg.

Terror in Stockholm

Nicht alles bleibt beim Alten: Die Serie spielt in der heutigen Zeit. Und: „Wir erzählen erstmals den Beginn seiner Karriere“, so Jakob Oftebro. Die startet, als Hamilton als Jahrgangsbester seine Ausbildung bei den Navy Seals abschließt.

Um die Rolle überzeugend zu spielen, bereitete sich Oftebro mit militärischem Training vor: „Ich lernte, wie man sich als Agent bewegt und wie ein professioneller Umgang mit der Waffe aussieht.“ Er versuchte es sogar mit einer Kostprobe des Trainingsprogramms der Navy Seals. „Beispielsweise habe ich das Schwimmen mit aneinander gefesselten Händen geübt“, erzählt der 35-Jährige. „Das war nur das abgeschwächte Programm, und das war schon sehr hart.“ Nach seiner Ausbildung wird Hamilton von der CIA abgeworben, wo neue Herausforderungen auf ihn warten: „Hamilton ist schon in den Büchern ein Produkt seiner Zeit. Auch wir greifen bedeutende aktuelle Themen auf – wie Terrorismus“, erklärt Leijonborg.

Darum geht's in der 1. Folge von "Hamilton – Undercover in Stockholm"

Genau darum dreht sich Hamiltons erster Einsatz. Er wird im Auftrag der CIA nach Stockholm geschickt, wo er ein Attentat auf die schwedische Innenministerin verhindern soll. Doch die Bombe geht hoch, und mit der Explosion beginnt die Gefahr erst richtig. Schweden sieht seine nationale Sicherheit massiv gefährdet – und verdächtigt Hamilton. Da die Terroristen auch über das Internet angreifen, bleibt die Gefahr nicht auf Schweden beschränkt.

„Konflikte kennen heute keine Grenzen mehr“, sagt Regisseur Leijonborg. So schaltet sich neben dem schwedischen und dem amerikanischen auch der russische Geheimdienst ein. Während der junge Agent die Terroristen jagt, wird er zum Spielball unterschiedlicher Interessen. „Es ist ein komplexer Plot, eine perfekte Mischung aus Action und Thriller“, meint Jakob Oftebro. Schon bald kann Hamilton weder das Geflecht der Geheimdienste durchblicken noch zwischen Freund und Feind unterscheiden. Ihm bleibt nichts, als sein eigener moralischer Kompass. Doch angesichts all der Widersprüche kann er nicht einmal mehr sicher sein, ob dieser Kompass noch richtig ausgerichtet ist.