Serien-Event der Woche: Netflix-Serie "Dark"

Mit "Dark" zeigt Netflix (ab 1. Dezember) ein mysteriöses Puzzle aus Familiengeheimnissen, das Zeit und Raum verschwimmen lässt.

Darum geht's in "Dark"

"Die Unterscheidung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist nichts, als eine Illusion. Gestern, heute, morgen folgen nicht aufeinander, sie sind in einem ewigen Kreis miteinander verbunden. Alles ist miteinander verbunden." Mit diesen Worten aus dem Off beginnt die erste deutsche Netflix-Serie "Dark".

Trailer zu "Dark"

Auch die Schicksale einiger Bewohner der fiktiven Kleinstadt Winden sind durch Raum und Zeit miteinander verknüpft: Die Schuldirektorin Katharina Nielsen (Jördis Triebel) ist mit Kommissar Ulrich Nielsen (Oliver Masucci) verheiratet, der wiederum eine Affäre mit Hannah Kahnwald (Maja Schöne), der Freundin seiner Frau, hat.

Ihr Sohn Jonas (Louis Hofmann), dessen Vater sich das Leben genommen hat, wird vom Therapeuten Peter Doppler (Stephan Kampwirth) in seiner Trauerarbeit unterstützt. Dessen Frau Charlotte (Karoline Eichhorn) arbeitet wiederum bei der Polizei und ermittelt gemeinsam mit Kommissar Nielsen im Fall des verschwundenen Erik Obendorf (Paul Radom).

Zwar lässt sich die Serie viel Zeit, um die zahlreichen Charaktere einzuführen und deren Verbindungen zueinander aufzuzeigen, aber so richtig klar werden deren Beziehungen zueinander zunächst nicht. Klar ist, dass in dieser Stadt Kinder verschwinden und die Schicksale der Familien im Zentrum des Geschehens stehen. Ihr Leben gerät aus den Fugen - und die Geschichte scheint sich zu wiederholen.

Daher ist es auch passend, dass die Story auf verschiedenen Zeitebenen erzählt wird: Sie beginnt mit dem Suizid von Jonas Kahnwalds Vater am 21. Juni 2019. Seit diesem schrecklichen Ereignis plagen Jonas Albträume. Realität und Traum vermischen sich - genauso wie die Erzählstränge auf unterschiedlichen Zeitebenen. Die Schicksale der Bewohner sind zudem verwoben mit Ereignissen aus den Jahren 1986 und 1953. "Es wird wieder passieren", ruft ein Mann, während er durch die Kleinstadt zu einer Elternversammlung in der Schule läuft. Und auch Jonas' Albträume, die eher wie eine Vorahnung wirken, kommen immer wieder.

Drehbuchautorin Jantje Friese erklärt die Regeln ihrer Zeitreise-Serie mit dem lunar-solaren Zyklus im Interview mit GOLDENE KAMERA:

Die "Dark"-Darsteller im Interview

Hintergrund

"Dark" ist die erste Produktion von Netflix, die komplett in Deutschland entwickelt und produziert wurde. Baran Bo Odar inszenierte die Serie und Jantje Friese schrieb das Drehbuch. Gemeinsam haben sie bereits den Cyber-Thriller "Who Am I - Kein System ist sicher" realisiert, der auch international für Aufsehen sorgte. Eigentlich wollte Netflix, dass der Schweizer Regisseur aus diesem Filmstoff eine Serie entwickelt, doch dann überzeugte Odar mit dem Konzept zu "Dark". Max Wiedemann und Quirin Berg, unser diesjähriges Jurymitglied, haben die 10-teiligen Mysterie-Serie produziert.

Gedreht wurde "Dark" in Berlin und Umgebung, obwohl die Szenerie eher an eine beschauliche Kleinstadt in Rheinland-Pfalz erinnert. Beim nächsten Projekt aus dem Hause Netflix dürfte sich der Look aber entschieden ändern: "Dogs of Berlin" wurde in der Hauptstadt produziert und soll 2018 bei Netflix starten.

GOKA-Wertung

Das Ensemble glänzt nicht nur mit großen Namen, sondern auch mit großartigen schauspielerischen Leistungen. Neben den Hauptdarstellern sind namhafte Schauspieler wie Anatole Taubmann, Mark Waschke, Sebastian Rudolph und Michael Mendl in kleineren Rollen zu sehen. Ein gelungenes, mysteriöses Puzzle aus Familiengeheimnissen, das Zeit und Raum verschwimmen lässt.

Muss ich sehen, weil...

..."Dark" ein spannender Mix aus Mystery, Science-Fiction und Krimi ist - und wer es düster und geheimnisvoll mag, hier voll auf seine Kosten kommt.

Für Fans von...

"Stranger Things", "Das Verschwinden" oder "Twin Peaks"