Serien-Event der Woche: "The Alienist - Die Einkreisung"

In der Netflix-Serie "The Alienist - Die Einkreisung" jagen Daniel Brühl und Dakota Fanning als Ermittler in New York im späten 19. Jahrhundert einen gestörten Kindsmörder.

In der Crime-Serie "The Alienist - Die Einkreisung" (alle zehn Folgen, ab dem 19. April im Stream von Netflix) kämpft sich Daniel Brühl als Irrenarzt, durch die Abgründe des düsteren New York.

Trailer: ""The Alienist - Die Einkreisung"

Darum geht's in "The Alienist - Die Einkreisung"

1896 in New York: die Straßen sind dreckig, der Umgangston der Menschen rau, überall Armut, aber auch neue Wolkenkratzer werden gebaut. In all dem Chaos wird auf einer Brücke die zerstückelte Leiche eines Jungen in Mädchenkleidung gefunden. Die Augen fehlen, die Geschlechtsteile und Organe wurden rausgeschnitten. Während die Polizei schnell einen Tatverdächtigen ausmacht, zweifelt Psychologe Dr. Laszlo Kreizler (Daniel Brühl) an dessen Schuld. Vor drei Jahren war er mit einem ähnlichem Fall betraut. Ein Patient, ein Junge, der gern die Kleidung seiner Schwester trug, wurde tot in einem Wassertank aufgefunden. War es derselbe Täter?

Kreizler begibt sich auf Spurensuche und erhält dabei Unterstützung von seinen Harvard-Kommilitonen Illustrator John Moore (Luke Evans) und dem New Yorker Polizeichef Theodore Roosevelt (Brian Geraghty), sowie dessen Sekretärin Sara Howard (Dakota Fanning).

Hintergrund

Die Serienadaption basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Caleb Carr von 1994 und dessen Fortsetzung "Engel der Finsternis" von 1997. Gedreht wurde im letzten Jahr fast ausschließlich in Budapest. Der Belgier Jakob Verbruggen, der auch schon "House of Cards" und "Black Mirrir: Men Against Fire" inszenierte, nahm auch bei dieser Hochglanzserie auf dem Regiestuhl platz.

In den USA wurde die Serie im Januar linear auf TNT ausgestrahlt. In Deutschland kann sie hingegen, was durchaus von Vorteil sein kann, am Stück im Stream geguckt werden.

Der deutsche Schauspieler Daniel Brühl, der den Alienist (engl.: Irrenarzt) Dr. Laszlo Kreizler verkörpert, hat sich zu Recht auch in den USA einen Namen gemacht. An seiner Seite spielt der Waliser Luke Evans, welcher schon in "The Raven – Prophet des Teufels" neben John Cusack einen Ermittler im 19. Jahrhundert darstellte. Die dritte Hauptrolle übernimmt Dakota Fanning (24). Der einst gefragteste Kinderstar ("Ich bin Sam", "Taken" und "Twillight"-Reihe) zeigt, dass sie auch in einer selbstbewussten, emanzipierten, erwachsenen Rolle überzeugen kann.

GOKA-Kritik

Eigentlich bietet diese Serie optimale Voraussetzungen für einen gelungenen Serienmarathon: gute Besetzung, opulente Bilder des Schmelztiegels am Hudson River, eine politische und soziale Reise in die Vergangenheit. Dennoch bleibt die Geschichte im Gegensatz zur Inszenierung bisweilen blutleer. Der Schwerpunkt der Filmemacher liegt mit vielen Kamerafahrten und interessanten Schwenks eindeutig auf den Darstellungen und nicht auf den zuweilen gestelzten Dialogen. Ein Mann, der von Syphilis entstellt mit blutendem Gesicht immer wieder vor Schmerz mit dem Kopf gegen Gefängnisstäbe schlägt, ein grässlich entstelltes Kind und die nackte Brutalität der Großstadt – das ist alles gekonnt in Szene gesetzt, aber die Krimigeschichte als solche fühlt sich nicht neu an. Jack the Ripper lässt grüßen. Doch dranbleiben lohnt sich, denn die Serie nimmt von Folge zu Folge Fahrt auf.

Muss ich sehen, weil...

...die düstere Darstellung und die opulenten Bilder des Big Apples einen zu einer Zeitreise einladen.

Für Fans von...

... "Ripper Street" (BBC: 2012-2016) und "The Knick" (2014-2015)

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