Bill Pullman: Zum zweiten Mal auf der Jagd nach "The Sinner"

Im Sequel des Netflix-Hits "The Sinner" muss Bill Pullman die Hintergründe eines rätselhaften Elternmordes aufdecken. Warum ihm Staffel 2 besonders am Herzen liegt, verrät der Hollywood-Star im exklusiven Interview.

In der gefeierten Netflix-Serie "The Sinner" versuchte Bill Pullman als Detective Harry Ambrose zu ergründen, warum eine von Jessica Biel gespielte Mutter am hellichten Tag einen Mann absticht. Während Biel in der 2. Staffel (ab 9. November bei Netflix) keine Rolle mehr spielt, konnte Pullman das Weiterermitteln gar nicht erwarten, weil auch in der zweiten Runde dieser packenden Thriller-Produktion der menschliche Faktor großgeschrieben wird...

Bill Pullman über die 2. Staffel von "The Sinner"

Darum geht's in der 2. Staffel von "The Sinner"

Nach 15 Jahren kehrt Detective Harry Ambrose (Bill Pullman) in sein Heimatstädtchen Keller zurück, um der Tochter seines alten Freundes Jack Novack (Tracy Letts) beizustehen. Polizistin Heather Novack (Natalie Paul) ermittelt nämlich im Fall des 13-jährigen Julian (Elisha Henig), der in einem Motel seine Eltern vergiftet hat. Bei der Vernehmung taucht plötzlich Vera Walker (Carrie Coon), die in der Aussteiger-Kommune "Mosswood Grove" lebt und behauptet, nicht nur Julians Therapeutin, sondern auch seine Mutter zu sein. Während die Mordanklage läuft, versuchen Harry und Heather die Hintergründe der Tat aufzudecken und stoßen auf ein dunkles Geheimnis, das die gesamte Stadt betrifft...

Trailer zur 2. Staffel von "The Sinner"

"The Sinner"-Staffel 2: Brian Pullman im Interview

GOLDENE KAMERA: Ihre Figur Harry Ambrose muss einen neuen mysteriösen Fall lösen. Inwieweit hat die zweite Staffel Sie überrascht?

BILL PULLMAN: Ich hege gegenüber Serien eine Art Phobie und schiebe die geheime Panik, dass ich nach drei Jahren den Schwanz einziehen und aussteigen werde, obwohl ich noch unter Vertrag stehe. Zum Glück ist die zweite Staffel von "The Sinner" total anders als die erste – mit neuen Gesichtern und einem neuen Fall. Dadurch wird es nicht eintönig!

Was können Sie uns über die zweite Staffel verraten?

Derek Simonds, unser fantastisches Oberhaupt, hatte während der ersten Staffel die Idee, dass Ambrose zu seiner Heimatstadt zurückkehren würde, sollte es je eine zweite Staffel geben. Er fragte mich also: Woher kommst du? Und warum machst du, was du machst? Derek liebt es, persönliche Erfahrungen eines Schauspielers in die Rolle miteinzubauen. Harry besucht also seine Kleinstadt im westlichen Teil des Bundesstaats New York – woher auch ich stamme – und arbeitet ein persönliches Trauma auf.

Und was passiert, wenn Bill Pullman seine Heimatstadt besucht?

Vor meiner Heimatstadt steht ein Ortsschild, auf dem steht: "Willkommen in Hornell – Heimat von Bill Pullman". (lacht)

Haben Sie je mit diesem Schild posiert?

Nein, aber ich liebe die Menschen dort. Mein Vater stammt aus Rochester. Er war Arzt und wollte eine Praxis auf dem Land aufmachen. Er hat sich dann in Hornell niedergelassen und sich dort in der Rolle des medizinischen Kleinstadt-Seelsorgers sehr wohl gefühlt. Mich hat es aber immer in die weite Welt gezogen.

Und warum machen Sie, was Sie machen?

Mein jüngster Sohn Lewis Pullman ("Bad Times at the El Royale") ist auch Schauspieler. Ich habe mich gefragt, warum er diesen Weg gegangen ist und bin zum folgenden Schluss gekommen: Wie alle jungen Menschen in ihren Zwanzigern suchen wir nach unserer Identität. Das kann ein sehr beängstigender Prozess sein, vor allem in dieser verrückten Welt. In verschiedene Rollen schlüpfen zu können, hat mir eine gewisse Gelassenheit gegeben.

Interview: Anke Hofmann