Ben Affleck über den Netflix-Actionfilm "Triple Frontier"

Im Action-Thriller "Triple Frontier" will Ben Affleck als Ex-Elitesoldat mit anderen Veteranen einen südamerikanischen Kartellboss ausrauben. Wir sprachen mit dem zweifachen Oscar-Preisträger über seine Rolle im Netflix-Spektakel und die Gier in seinem Leben.

Nach drei Oscars für Alfonso Cuaróns "Roma" und einer wahren Flut an originalen Netflix-Filmen lässt sich nicht mehr verhehlen, dass der Serien-Primus unter den Streaming-Diensten auch Hollywood den Rang ablaufen will. Und mit "Triple Frontier" (ab 13. März) zeigen jetzt unter anderem "King Arthur" Charlie Hunnam und "Justice League"-Batman Ben Affleck, dass Netflix dabei auch nicht vor knallharter Actionkost zurückschreckt.

Darum geht's in "Triple Frontier"

Tom "Redfly" Davis (Ben Affleck), William "Ironhead" Miller (Charlie Hunnam), sein Bruder Ben (Garrett Hedlund), Francisco "Catfish" Morales (Pedro Pascal) und Santiago "Pope" Garcia (Oscar Isaac) sind eine Gruppe von Special-Forces-Veteranen, die nach ihrer Rückzug ins Privatleben mehr schlecht als recht über die Runden kommen.

Darum kann Santiago die anderen auch überzeugen, mit einem Überfall auf den Kartellboss Gabriel Martin Lorea (Reynaldo Gallegos) den großen Reibach zu machen. Doch ihr krimineller Trip ins südamerikanische Grenzgebiet läuft schlimmer aus dem Ruder, als sich die Elitesoldaten ausmalen konnten...

Trailer zum Action-Thriller "Triple Frontier"

Ben Affleck im Interview

GOLDENE KAMERA: Geld ist die treibende Kraft für das Action-Abenteuer in "Triple Frontier". Welche Rolle spielt Geld in Ihrem Leben?

BEN AFFLECK: Für mich war Geld immer Mittel zum Zweck. Von Anfang an war es mein Ziel, meinen Unterhalt völlig mit der Schauspielerei bestreiten zu können und mich nicht als schauspielender Tellerwäscher oder Kellner durchschlagen zu müssen. Das Aufstocken meiner Einkünfte mit Regiearbeiten oder dem Schreiben von Drehbüchern war natürlich akzeptabel. Wie in unserem Film stellt Geld auch im normalen Leben eine große Verlockung dar. Und je höher die Summe ist, desto mehr sind wir bereit, gegen unsere eigenen Werte zu verstoßen.

Woher kommt diese Gier? Ist sie angeboren oder anerzogen?

Buddha wollte schon vor 2600 Jahren, dass die Menschheit Gier, Hass und Verblendung aufgibt. Ich glaube, dass Gier in den Genen steckt. Wir sind biologisch programmiert, etwas zu wollen. Und das ist wichtig fürs Überleben. Denn wenn wir kein Verlangen hätten, würden wir einfach in der Höhle sitzen bleiben und verhungern, anstatt nach Nahrung zu jagen. Gier ist also von Vorteil – bis zu einem gewissen Grad. Was die Welt kaputt macht, ist Gier der reinen Gier willen.

Wonach "gieren" Sie?

Nach mehr Zeit. Zeit mit meinen Kindern zu verbringen, ist das Wichtigste in meinem Leben und etwas, wovon ich nie genug habe. Ansonsten giere ich natürlich nach guten Jobs. In Hollywood kann man sich nie auf seinen Lorbeeren ausruhen, sondern man ist immer nur so gut wie die Rolle, die man ergattert.

Wie großzügig gehen Sie mit Geld um?

Ich würde mich als ziemlich großzügig bezeichnen. Ich glaube daran, dass man Anderen helfen sollte statt sein Geld zu horten. Teilen ist gut! Und seitdem ich Vater bin, dreht sich mein Leben nicht mehr darum, was ich für mich kaufen kann, sondern darum, wie ich meine Kinder glücklich machen kann.

Ihre Figur Tom "Redfly" Davis ist das Gehirn dieser Fünfergruppe. Er ist der Mann mit Durchblick, ohne den nichts läuft. Sind Sie auch privat ein guter Stratege?

Ich mag es, wenn alles strukturiert und organisiert ist. Wenn ich auf meinen Kalender schauen kann und weiß, was mich diese Woche erwartet. Ich plane also gerne alles im Voraus, aber leider habe ich kein großes Talent dafür. Ich glaube also nicht, dass ich gute Chancen für einen Job in der Militärbranche hätte. (lacht)

Tom ist auch der Älteste im Team. Hat es Ihnen etwas ausgemacht, der älteste Schauspieler am Set zu sein?

(lacht) Ich sehe nur wir der Älteste aus! Das liegt am Bart, in Wahrheit bin ich gerade mal 27! (lacht)

Interview: Anke Hofmann