3. Staffel "Stranger Things": Der Sommer des Grauens beginnt

Zurück in der Vergangenheit: GOLDENE KAMERA war am Set des Netflix-Straßenfegers "Stranger Things" und sprach mit den Stars über die neue dritte Staffel.

Etwas ist faul im Staate Indiana! Wir schreiben das Jahr 1985, und die Mädchen und Jungs in der Kleinstadt Hawkins genießen ihre Sommerferien. Sie hören "Africa" von Toto, spielen an der Atari-Konsole und knutschen rum. Das Monster aus der Parallelwelt, das sie in den letzten Jahren jagte, scheint vergessen. Aber: Hat das Schattenwesen auch sie vergessen?

Finaler Trailer zur 3. Staffel von "Stranger Things"

"Wir machen epische Science-Fiction!"

Nach sagenhaften 20 Monaten, die sich die Brüder Matt und Ross Duffer für die dritte Staffel ihrer Serie "Stranger Things" (ab Donnerstag, 4. Juli bei Netflix) Zeit ließen, gibt es nun acht neue Folgen zu sehen. Und die haben es in sich, wovon sich GOLDENE KAMERA am Set in Atlanta, Georgia überzeugen konnte.

Schon als wir die Produktionshallen betreten, sind wir im Thema: Aus Lautsprechern ertönen Hits von David Bowie aus den 80ern. Und Produktionsdesigner Chris Trujillo, der zuletzt für M. Night Shyamalans Thriller "Glass" verantwortlich war, bringt sein Werk gleich mal auf den Punkt: "Wir machen epische Science-Fiction!"

Neuer Teaser-Trailer zur 3. Staffel "Stranger Things"

Dazu gehören Anspielungen auf den Todesstern aus "Krieg der Sterne" (1977) und die Platzierung der heute so wertvollen Spielfiguren von damals. Trujillos 160-köpfiges Team orientierte sich zudem erneut an "Zurück in die Zukunft" (1985) und studierte darüber hinaus die Scifi-Komödie "Bill & Teds verrückte Reise durch die Zeit" (1989) und den Teenieklamauk "L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn" (1985).

Trujillos bauliches Meisterstück in dieser Staffel ist ein Einkaufszentrum mit einer riesigen Halle, einer Restaurantmeile und 43 Läden. Dafür hat die Crew eine leer stehende Mall benutzt, die sie aufwendig umgebaut hat. "Und wir haben jeden einzelnen Film aus den 1980er-Jahren geschaut, der in einem Shoppingcenter spielt."

Millie Bobby Brown als Eleven

So viel Detailverliebtheit und Einsatz bei der Recherche hat dem Team sogar einen Liebesbrief von Filmvisionär Steven Spielberg eingebracht. Sein Meisterwerk "E.T." (1982) steht Pate für den Dreh- und Angelpunkt der Serie: das übersinnlich begabte Mädchen Elfie.

Die Darstellerin Millie Bobby Brown begegnet uns zum Interview als ein Ausbund an Fröhlichkeit. Die gebürtige Britin schwärmt von Co-Star Winona Ryder – "Ich habe sie schon in 'Beetlejuice' geliebt!" – und staunt über die Klamotten pubertierender Teenies in den 80ern. "Die sind extrem farbenfroh und sehen an uns wie Vorhänge aus", sagt sie lachend.

Von schrillen Farben und Frisuren kann David Harbour (44) ein Lied singen. Der Schauspieler trägt als örtlicher Polizeichef Jim Hopper jetzt Oberlippenbart und Hawaiihemd. "Hopper schaut im Fernsehen ständig 'Magnum'", verrät er. Und der Griesgram versucht sich als Doppelgänger des sexy-lässigen TV-Detektivs.

Der neue Cast

Auch ein Neuzugang in der Schauspielerriege passt hervorragend zum nostalgischen Gesamtkonzept. Cary Elwes, der 1987 seinen Durchbruch mit "Die Braut des Prinzen" feierte, ist jetzt als schmieriger Bürgermeister Larry Kline mit an Bord. Damit beerbt er als Comeback-Star Matthew Modine aus Staffel eins und Sean Astin aus Staffel zwei.

Dagegen steht Maya Hawke, das zweite neue Gesicht in der Runde, für den Generationswechsel. Die 20-jährige Tochter von Uma Thurman und Ethan Hawke mischt sich unter die älteren Kids in Hawkins – und wird so manchem den Kopf verdrehen.

Liebe und Monster

Sowohl David Harbour als auch Millie Bobby Brown erklären, dass der "Sommer der Liebe" das große Thema dieser Staffel sei. Harbour lässt sogar das Wort "Seifenoper" fallen, allerdings zählt er auch "Star Wars" zu dieser Kategorie.

Doch was ist denn nun mit den Angst und Schrecken verbreitenden Monstern wie dem Demogorgon und dem Mind Flayer, die unter, über und hinter den Ecken der Kleinstadt lauern?

"Die Drehbücher waren zum Teil extrem gruselig, und das Durchlesen hat mich schier wahnsinnig gemacht", verrät Brown. "Die Fans bekommen definitiv, was sie wollen – aber sie bekommen auch alles, was sie nicht wollen", orakelt sie und lacht. "Die Duffer-Brüder verstehen es hervorragend, Romanze, Komödie, Science-Fiction und den Horroraspekt miteinander zu verweben. Mit 'Stranger Things' haben die Fans wirklich alles in einem!"