Chris Tall: "Bisschen mehr Frust raus, bisschen mehr Liebe für alle"

"Chris Tall presents" (ab dem 27. September, Amazon Prime) ist das erste nicht-fiktionale deutsche Amazon Original. Wir sprachen mit Comedian Chris Tall über seine neue Show.

"Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Amazon – einer Alexa schlägt man schließlich keinen Wunsch ab! Bei 'Chris Tall presents' finden die besten Comedians ein kreatives Zuhause und es ist mir eine große Ehre, ihnen die Tür aufhalten zu dürfen. Dass wir uns mit dieser Show neben Originals wie 'Pastewka' und 'You Are Wanted' einreihen, ist zudem ein Ritterschlag. Last but not least kann ich endlich 'Pumuckl' gucken, wann und wo immer ich will!", erklärt Chris Tall seine Zusammenarbeit mit dem Streamingdienst.

Im exklusiven Interview mit GOLDENE KAMERA verrät der Comedian alles über die neue Show, seine Anfänge und warum er in Zukunft seine Familie nicht mehr verunglimpfen will:

Chris Tall im Interview mit der GOLDENEN KAMERA

In jeder der sechs Folgen präsentiert Chris Tall eigene und bisher unveröffentlichte Stand-up-Nummern. Zudem begrüßt er befreundete Comedians wie Ingmar Stadelmann, Osan Yaran, Simon Pearce, Thorsten Bär, Masud Akbarzadeh und Tutty Tran, die auch jeweils neue Highlights zum Besten geben werden.

Chris Talls Karriere

Eigentlich ist Christopher Nast (wie Chris Tall bürgerlich heißt) gelernter Versicherungskaufmann. Bereits während der Ausbildung begann er an seinen ersten Comedyshows zu feilen. Seinen ersten Auftritt hatte er in der Kneipe "Thier" in seiner Geburtstadt Hamburg. Wie er sagt, war diese Premiere in einer "Kaschemme" vor 12 Leuten, wovon vier zu seiner Familie gehörten: "Die sind aber nicht bis zum Ende geblieben, das war echt traurig", sagt Chris.

Chris Tall -Opfer in der Schule

Mit seinem Umzug nach Köln erhielt Chris Tall noch öfter die Möglichkeit aufzutreten. Nebenbei verdiente er sich als Handyverkäufer sein Geld. Im Januar 2013 gelang ihm dann der Durchbruch: Er gewann den "RTL Comedy Grand Prix". Mit dieser Auszeichnung wurde er von Show zu Show weitergereicht. Er trat u.a. in "NightWash", im "Quatsch Comedy Club", in der "Bülent Ceylan Show" auf. Sein erstes Soloprogramm mit dem er 2016 durch Deutschland tourte hieß: "Versetzung gefährdet!" 2016 präsentiere er "Selfie von Mutti! Wenn Eltern cool sein wollen", zu dem er zuvor ein gleichnamiges Buch herausgebracht hatte. Folgerichtig musste in seinem dritten Soloprogramm sein Vater herhalten. Mit "Und jetzt ist Papa dran" zog er 2018 durch die deutschen Städte. Bereits im Juni 2017 erhielt Tall seine erste eigene Primetime-Show "Wollen wir wetten?! Bülent gegen Chris." Auf Rtl liefen 2018 seine Shows "Chris! Boom! Bang!" und "Darf er das? Live! Die Chris Tall Show". Bei "TV total" trat er zudem sechs Mal auf.

Auch im Kino ist Chris Tall regelmäßig zu sehen:

Chris Tall privat

Der 28-Jährige macht oft Späße über Randgruppen und geht dabei auch mal zu weit. Beispielsweise ließ Rtl seinen Beitrag "Schwanger oder dick?" noch vor der Ausstrahlung aus seiner Show rausschneiden. Trotzdem engagiert sich der Comdy-Star privat für Minderheiten. Zum einen unterstützt er Mobbingopfer (beispielsweise durch ein Musikvideo) zum anderen hat er jüngst eine Schule in Nepal bauen lassen. Das Geld dafür stammt aus seinem Gewinn von "Wer wird Millionär - das Prominenten Special" und seinen Spenden.

Aber auch in seinen Shows sammelt er fleißig Geld für den guten Zweck. Beispielsweise hat er Anfang des Jahres bei einem Liveauftritt in Oldenburg die 19-jährige Lisa auf die Bühne geholt. Sie leidet an einem seltenen Gendefekt, sitzt im Rollstuhl und kann kaum auf Unterstützung von der Krankenkasse hoffen. Binnen Minuten sammelte Tall 4000 Euro, packte selbst noch mal 4000 Euro dazu und fand Fachärzte, die Lisa noch mal genauer untersuchen wollen. Denn sein Wunsch ist es, wie er es auch im Interview mit der GOLDENEN KAMERA sagt: "Bisschen mehr Frust raus, bisschen mehr Liebe für alle wäre schön."

Du doof