Klaas Heufer-Umlauf checkt in "Check. Check" den Spagat nicht

Die erste Comedy-Serie von und mit Klaas Heufer-Umlauf springt zwischen Slapstick und Tragik hin und her - das ist schade, denn so verpuffen die vielen sehr guten Ansätze.

Eigentlich steht die Mischung aus Drama und Humor meist für sehr gute Unterhaltung. Doch bei der Comedy-Serie "Check. Check" (ab sofort, zehn Folgen kostenlos im Wochentakt auf Joyn) wechseln die sehr ernsten Situationen und humorigen Episoden so schnell, dass der Zuschauer leider zu oft rausgerissen wird. Trotzdem wird das Joyn-Original mit Hauptdarsteller Klaas Heufer-Umlauf, der auch als Produzent fungiert, dank des berühmten Autors seine Fangemeinde finden.

Darum geht's in "Check. Check"

Jan (Klaas Heufer-Umlauf) hat es nicht leicht: Seine Geschäftsidee Burger mit Algen statt mit Fleisch zu verkaufen, geht nicht so richtig auf. Und dann muss er auch noch von Berlin aus zurück in seine Heimat in die Provinz ziehen. Sein Vater Udo (Uwe Preuss) kommt allein zugehend schlechter zu recht. Sein Telefon liegt im Kühlschrank und die Wurst daneben scheint wieder zu leben. Demenz? Um seinem alten Herrn beizustehen, nimmt Jan kurzfristig einen Job als Sicherheitsbeamter am Flughafen an. Ausgerechnet seine Jugendliebe Sabine (Doris Golpashin) hat hier das Sagen. Mit den nerdigen, aber liebenswerten Kollegen bricht beim Security Check bald das große Chaos aus.

Hintergrund

Headautor der Serie ist Ralf Husmann, der schon mit "Stromberg" belegt hat, wie gut er sich auf das Erzählen von Arbeitsalltagen versteht. Auch im Mikrokosmos Provinzflughafen gelingt ihm sein berühmter Slapstick. Im Serienjargon fühlt sich der "Tatort"-Autor Zuhause. Er schrieb u. a. schon "Merz gegen Merz", "Anke" und "Lammerts Leichen". Für das kürzlich gestartete Joyn-Original "Frau Jordan stellt gleich" schrieb er ebenfalls die Drehbücher.

Übrigens sind Doris Golpashin und Klaas Heufer-Umlauf im wahren Leben seit sieben Jahren liiert.

Gedreht wurde am Flughafen Kassel-Calden.

GOLDENE KAMERA Serien-Tipp, weil...

Leider schafft "Check. Check" den Spagat zwischen ernsthaften Problemen und leichter Komik nicht.

Demenz ist ein wichtiges Thema in unserer Gesellschaft, das auch unbedingt im Fernsehen Berücksichtigung verdient. Aber im Kontrast mit den Slapstickszenen wiegt dieses Schicksal doppelt schwer und fühlt sich wie ein Fremdkörper an.

Auch wenn die Serie bisweilen eine Mischung aus "Stromberg" und "Jerks" darstellen will, fallen die ernsten Passagen über den Vater aus dem Rahmen. Vielleicht hätte etwas mehr Leichtigkeit oder auch der politisch unkorrekte Humor der beiden Vorbilder geholfen. Einzig wenn der Zuschauer das Treiben am Flughafen beobachtet, entfacht feiner Slapstick. Wortwitz und Situationskomik werten dann die Serie auf.