Netflix-Serie "The Crown": Neue Queen in Staffel 3

Die Netflix-Serie „The Crown“ blickt hinter die Kulissen der Windsors – in Staffel drei (ab 17. November) mit neuer Besetzung.

"Never complain, never explain.“ Beschwere dich nie, erkläre dich nie: Nach diesem Leitsatz trifft Elizabeth II. seit 1952 erhobenen Hauptes alle Entscheidungen im Interesse der „Firma“, auch wenn es ihr manchmal innerlich das Herz zerreißen mag.

Trailer zur 3. Staffel "The Crown"

Die Privataudienz in Buckingham Palace ist Netflix’ Königsklasse: Jede Staffel kostet über 100 Millionen Euro. Und wir sind erst bei der Halbzeit. 2012 feierte Her Majesty 60-jähriges Thronjubiläum. Entsprechend soll „The Crown“ sechs Staffeln umfassen, die je eine Dekade im Leben der Windsors abdeckt.

Staffel drei widmet sich den Jahren 1964 bis 1977 – und da die royalen Protagonisten allmählich in die Jahre kommen, war es an der Zeit für eine Umbesetzung: Hauptdarstellerin Claire Foy übergab die Krone an Olivia Coleman, die dieses Jahr als Queen Anne in „The Favourite“ den Oscar gewann.

Überraschend ist, dass die akribische Produktion sogar über ein offensichtliches Manko hinwegsah: Elizabeth II. wie auch Foy haben sehr blaue Augen, Colmans dagegen sind braun. Versuche einer Korrektur mittels Kontaktlinsen wirkten eher befremdlich, die neue Queen hat also dunkle Augen.

Familiendrama de luxe

Das Zepter hält nach wie vor Autor Peter Morgan (Golden Globe für „Die Queen“, 2006) in der Hand, laut Christian Schwochow „Kopf und Herz“ der Serie. Der Showrunner ließ den „Bad Banks“-Regisseur zwei Folgen der Staffel inszenieren. „Da ich kein Kenner der britischen Geschichte bin, war die größte Herausforderung, die Etikette und Strukturen zu verstehen“, erzählt Schwochow GOLDENE KAMERA.

Das Erfolgsgeheimnis von „The Crown“ ist jedoch nicht allein Faktentreue: „Ich glaube, dass es gar nicht in erster Linie um das britische Königshaus geht, sondern um eine dysfunktionale Familie“, so Schwochow. „Und da diese Familie die berühmteste der Welt ist, macht es besonders viel Spaß festzustellen: Die haben ganz andere Probleme als man selbst, trotzdem kommt einem vieles sehr vertraut vor.“

Netflix geizt noch mit inhaltlichen Details. Christian Schwochow verrät immerhin, wer in seinen Episoden (fünf und sechs) im Mittelpunkt steht: Student Charles, der 1969 zum Prince of Wales ernannt wird und darüber alles andere als glücklich ist. Außerdem sein Großonkel Lord Mountbatten, jetzt gespielt von Charles Dance, bekannt als „Game of Thrones“-Tyrann Tywin Lennister. Er soll 1967 einen Putsch leiten, um Premierminister Harold Wilson abzusetzen.

„Fast ein Politthriller“, verspricht Schwochow. Zudem trifft Charles seine große Liebe: Camilla Shand, später Parker Bowles. Diana, die „Königin der Herzen", kommt erst in Staffel vier – die größte Krise steht den Windsors noch bevor.