"Treadstone": Emilia Schüle auf den Spuren von Jason Bourne

Kann die US-Serie „Treadstone“ mit Emilia Schüle an den Erfolg der „Bourne“-Filme anknüpfen?

Hollywood liebt Spin-offs. Wen wundert’s auch? Das Rezept ist schließlich denkbar einfach: Man nehme eine erfolgreiche Kino- oder TV-Reihe und starte mit einer der Figuren eine neue, eigene. Der wohl größte Vorteil für die Macher: Mit den vielen Fans des Ursprungsfranchise hat ihr Projekt praktisch eine automatische Zuschauerschaft. Bei „Treadstone“, (ab 10. Januar beim Amazon Prime Video) dem Spin-off der erfolgreichen Jason-Bourne-Filme (seit 2002), liegt der Fall allerdings etwas anders. Weitererzählt wird hier nicht die Geschichte einer Figur, sondern etwas weniger Greifbares: die Geschichte des Projekts Treadstone.

Darum geht's in "Treadstone"

Zur Erinnerung: Treadstone hieß das Programm des US-Geheimdienstes, durch das Jason Bourne (Matt Damon) einst zum ultimativen Killer geformt wurde. Bourne selbst sucht man im Spin-off vergebens. Dafür erzählt die zehnteilige US-Spionagethrillerserie, wie im Jahr 1973 alles begann. Damals haben Geheimdienste erstmals Versuchspersonen durch Drogen, Hypnose und Elektrostimulation zu menschlichen Waffen gemacht. Die zweite Zeitebene von „Treadstone“ ist die Gegenwart: Scheinbar völlig harmlose Menschen wie die Nordkoreanerin SoYun (Hyo-Joo Han) oder der Amerikaner Doug (Brian J. Smith) werden durch ein spezielles Signal „geweckt“ und führen unbewusst Mordaufträge aus; von ihrer früheren Ausbildung zum Profikiller ahnen sie nichts.

Trailer: "Treadstone"

Über zehn Jahre hat Produzent Ben Smith „Treadstone“ entwickelt. Da er zudem die letzten beiden Filme der bislang fünftei ligen „Bourne“-Kinoreihe produziert hat, weiß er: Die Messlatte liegt hoch. Kino ästhetik mit TV-Budget? Eine Herausforderung. „Es gab zwei Dinge, die uns für die Serie dennoch extrem wichtig waren“, sagt Smith im Interview: „Erstens: Internationalität. Die ‚Bourne‘-Filme spielen auf der ganze Welt. Diesen großen Maßstab wollten wir auch für ‚Treadstone‘.“ Und so sind unter anderem Berlin, London, Moskau, Paris und Pjöngjang Schauplätze der Serie. „Zweitens“, so Smith weiter, „sollte die Action überragend sein. Ich denke, dass unsere Kämpfe und Autostunts, gerade gegen Ende der Staffel, auf einem Level sind, den man sonst nicht im TV sieht.“

Emilia Schüle als KGB-Agentin

Tatsächlich beeindruckt die Action auch schon vorher, etwa mit einem spektakulären Autocrash in Paris in Episode zwei. Und auch Kämpfe der Serie bleiben dem typischen Stil der „Bourne“-Filme treu: schnell geschnitten, authentisch, brutal.

Im Zentrum einiger dieser Kämpfe steht eine Deutsche: Emilia Schüle (GOLDENE KAMERA 2014) spielt als schlagkräftige KGB-Agentin Petra Andropov im Jahr 1973 eine tragende Rolle. „Das ist für mich eine völlig neue Art zu arbeiten“, verrät Schüle im Interview mit GOLDENE KAMERA. „In Deutschland gibt es dieses Actiongenre mit ausgiebigen Kampfszenen ja nicht wirklich. Gleich in der ersten Episode habe ich einen sehr großen Zweikampf über mehrere Minuten. Für den habe ich drei Wochen trainiert! Später in der Staffel kämpfe ich in einem Kino, wo ich fünf, sechs Männer nacheinander fertigmache. Eine tolle Erfahrung.“