Die neue Prime-Serie "Hunters": Im Kampf gegen Nazis

Al Pacino in Serie: Im knallbunten "Hunters" (10 Folgen, ab dem 21. Februar im Streamingangebot von Amazon Prime Video) nimmt er Rache an rechten Verbrechern.

Darum geht's in "Hunters"

New York im Jahr 1977: Die Welt hat sich nach dem Zweiten Weltkrieg weitergedreht, Altnazis leben unbehelligt ein bürgerliches Leben. Der blanke Hohn für den Holocaust- Überlebenden Meyer Offerman (Al Pacino). Er wird nicht ruhen, bis er nicht auch noch den letzten zur Rechenschaft gezogen hat. Zumal die rechtsradikale Bande in den USA ein Viertes Reich gründen will! Mit seiner Truppe aus "Hunters" rechnet Offerman knallhart ab: "Die beste Vergeltung ist … Vergeltung!"

Trailer: "Hunters"

Hintergrund

So viel Leidenschaft hat hier sehr persönliche Gründe. Der kreative Kopf des Ganzen, David Weil, sieht seine Serie als "einen Liebesbrief an meine Großmutter", wie er bei einer Presseveranstaltung der Television Critics Associaton (TCA) offenbarte. Sie war das, was Al Pacino spielt: eine Überlebende. "Als Kind verband ich ihre Geschichten mit denen aus Superhelden-Comics", erzählt Weil weiter. Wie wäre es, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit mit einem Cape über den Schultern entgegenzutreten?

Vor fünf Jahren beschloss Weil, diesen Fantasien seiner Kindheit Gestalt zu geben durch Helden, die versteckte Verbrechen und Wahrheiten ans Licht bringen. "Hunderte, wenn nicht Tausende Nazis wurden in die USA gebracht. In der Serie entwirren wir die Hintergründe dieser Verschwörung", erklärt der Autor. Seine "Hunters" allerdings hat es so nie gegeben.

Al Pacino ist Meyer Offerman

Für Schauspielschwergewicht Al Pacino ("Der Pate", zuletzt: "The Irishman") kein Problem – er findet seine Charaktere sowieso in sich selbst. Wenn man von seiner allerersten Rolle in einer Episode von "Heiße Spuren" (1968) und dem Mehrteiler "Engel in Amerika" (2003) absieht, ist "Hunters" Pacinos Seriendebüt. "Es war eine wundervolle Erfahrung. Was ich nicht über alles sagen kann, was ich gemacht habe", bringt er die TCA-Zuhörerschaft zum Lachen. Er bekräftigt, nicht dafür bezahlt zu werden, von "Hunters" zu schwärmen, aber "die Geschichte ist extrem stark". Sie sei "originell und exzentrisch", meint Pacino. "Sie hält dich bei der Stange, weil du nie weißt, wann ein Witz um die Ecke kommt" und weil "die Dinge nie so sind, wie sie scheinen".

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

In poppig-unterhaltsamen Bildern – unter den Jägern ist eine "Nonne“, Ausstattung, Klamotten und Retrokulisse sind schreiend bunt – will David Weil erreichen, dass sich die Zuschauer fragen: "Was würde ich tun?" Und er versucht die Antwort auf eine schwerwiegende Frage zu finden, die sich (Super-)Helden stellen sollten: "Wenn du Monster jagst, wirst du dann selbst zum Monster?"