Anja Kling als spirituelle Gräfin im historischen Psychothrill "Freud"

Anja Kling als ungarische Gräfin in "Freud".
Anja Kling als ungarische Gräfin in "Freud".
Foto: Netflix
Die neue Netflix-Serie "Freud" (ab 22. März) ist eine Serie Serie zum Staunen und Schaudern. Mittendrin: Anja Kling als ungarische "Psycho-Gräfin".

Wien im Jahr 1886: Die österreichische Hauptstadt pflegt fleißig ihr morbides Image. Im Schatten der untergehenden k.u.k. Monarchie ermorden hochdekorierte Offiziere unschuldige Dirnen und ein kleines Mädchen wurde entführt und ihm die abgeschnittenen eigenen Zehen in den Hals gesteckt.

Der junge Dr. Freud (Robert Finster), der von seinem medizinischen Kollegen aufgrund seiner zweifelhaften Methoden ausgegrenzt wird, sucht zusammen mit dem kriegstraumatisierten Polizisten Alfred Kiss (Georg Friedrich) die Strippenzieher hinter den schaurigen sadistischen Verbrechen, in die auch Kronprinz Rudolf (Stefan Konarske) verstrickt ist.

Trailer zu "Freud" - ab 24. März bei Netflix

Derweil lädt die ungarische Gräfin Sophia von Szápáry (Anja Kling) die Wiener High Society zu spiritistischen Sitzungen ein und plant eine Komplott, um die Doppelmonarchie zu stürzen. Die schöne Fleur Salome (Ella Rumpf) benutzt sie dabei als Medium, das nicht nur das wissenschaftliche Forschungsinteresse des jungen Sigmunds erweckt.

Wir sprachen mit unserer zweifachen Preisträgerin Anja Kling (GOLDENE KAMERA 1996 und 2009), die am 22. März ihren 50. Geburtstag feierte, über ihre zwielichtige Rolle in der neuen Netflix-Serie "Freud", die von Regisseur Marvin Kren („4 Blocks“) als historische "Crime-Thriller-Serie" inszeniert wurde. Die Story ist ein wilder, halluzinogener Rausch, in dem die Idee vom Unbewussten des weltberühmten Psychoanalytikers Siegmund Freud geschickt einfließt.

Anja Kling im Interview zu "Freud"

GOLDENE KAMERA: Was ging Ihnen durch den Kopf als Sie von einer Serie namens „Freud“ erfuhren?

Anja Kling: Freud-e! Das Thema um Freud ist interessant, die Zeit ist interessant. Noch vor dem Casting bekam ich ein Treatment, das sehr besonders geschrieben war. Ich ging also zum Casting und dachte „Ach, wäre schön, wenn es klappt“. Es hat geklappt und die Freud-e war groß!

Sie spielen Gräfin Sophia von Szápáry, sprechen ungarisch. Sprechen Sie die Sprache tatsächlich?

Es wäre vermessen zu behaupten, ich spräche fließend ungarisch. Es gab einige ungarische Szenen, die ich lernen musste. Und da ich ungarisch als ziemlich schwer empfand und deshalb intensiv üben musste werde ich die paar Sätze wohl nie wieder vergessen. Dabei war ich diejenige von den Schauspielern mit ungarischen Textpassagen, die im Vorfeld am meisten Manschetten davor hatte. (lacht)

Interview mit ANJA KLING & BRIGITTE KREN zu "Freud"

Sie tragen sehr enge und schwere Kleider, die in Wien Ende des 19. Jahrhunderts der letzte Schrei waren. Welchen Einfluss hatten die Kostüme auf Sie?

Ich war sofort in der Rolle. Ich saß und stand anders. Überhaupt stand ich mehr, als ich saß und ging sehr ungern auf die Toilette. Ich lief anders, bewegte mich anders und sprach dadurch auch anders. Durch das Kostüm und die Frisur hatte ich eine komplett andere Körperhaltung, das ist verrückt!

Wie war es für Sie in einer Serienproduktion für den Streaming-Dienst Netflix zu spielen?

Beim Dreh ist einem das nicht so bewusst. Wenn man Gedanken darüber zulässt, wie viele Leute das ansehen werden und ob man ihre Erwartungen bedienen kann, würde man vor lauter Angst gar nicht mehr rausgehen wollen. 160 Millionen Menschen aus 190 Ländern sehen mich und hören mich in all diesen Sprachen. Das ist beängstigend und schön zugleich.

Ist „Freud“ eine Serie, die Sie Ihrer Familie und Ihren Freunden empfehlen? Nicht nur weil Sie darin zu sehen sind…

Nicht nur empfehlen, ich verpflichte sie! (lacht) Ich bin jetzt seit über 30 Jahren dabei und es gibt durchaus Filme, bei denen man nicht unbedingt weitersagen muss, dass sie laufen. Ich habe nicht immer nur tolle Sachen gedreht. Aber das hier ist ein Projekt in das man reinschauen sollte, weil es sich echt lohnt.