Jim Parsons in neuer Netflix-Serie "Hollywood"

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"Hollywood" entführt in acht Episoden in das goldene Zeitalter des Films in der Stadt, in der Träume wahr werden. Über den heutigen Glamour, sprachen wir mit Hauptdarsteller Jim Parsons im Video-Talk.

Es ist die Zeit, in der Schauspieler wie Humphrey Bogart und Tony Curtis zu Ikonen werden, der Klassiker „Casablanca“ Filmgeschichte schreibt und Alfred Hitchcock zur Höchstform aufläuft. Auch in der Serie "Hollywood" (ab 1. Mai auf Netflix) will eine Gruppe junger Schauspieler und Filmemacher nach Ende des Zweiten Weltkriegs den Durchbruch in der Stadt der Träume schaffen – und das um jeden Preis.

Trailer: "Hollywood"

Jim Parsons ist im heutigen Hollywood bereits zum gefeierten Star aufgestiegen. In der Rolle des hochintelligenten Physikers Dr. Dr. Sheldon Cooper in der Sitcom "The Big Bang Theory" erlangte er nicht nur internationale Bekanntheit, sondern bekam auch - neben vier Emmys - einen Hollywood-Stern auf dem "Walk of Fame" in Los Angeles.

Jim Parsons als Manager Henry Willson

In der neuen Netflix-Serie "Hollywood" spielt der 47-jährige Parsons jetzt den Manager Henry Willson – einen realen Charakter. Sein prominentester Kunde war Rock Hudson, der als Roy Scherer zur Welt kam. Ihn machte er in den 1950er Jahren zu einen der berühmtesten Schauspieler Hollywoods.

Und so muss der aufstrebende Schauspieler Roy, der in der Serie von Jake Picking gespielt wird und später zu Rock Hudson wird, während seines Termins bei Henry Willson, in den er alle Hoffnung setzt, in ein Nebenzimmer verschwinden und erfahren, dass Sex die Eintrittskarte in die Traumfabrik ist.

Jim Parsons im Interview

Wie schwierig es für Jim Parsons war, diesen Charakter zu spielen und warum Filme die Kraft haben, uns die Welt so zu zeigen, wie sein könnte, verrät uns der 47-jährige Schauspieler im Interview:

GOLDENE KAMERA: Ihre Rolle ist auf eine wahre Person basiert – mit einem Twist a la Ryan Murphy. Wie viel Henry Willson steckt in Ihrer Figur?

Jim Parsons: Ich habe viel Information über Henry online gefunden, aber meine wichtigste Quelle war die Biographie „The Man Who Invented Rock Hudson“ von Robert Hofler. Das Buch gab mir einen Einblick in Henrys Jugend bis zu seinem Tod. Die Serie ist eine Mischung von wahren Begebenheiten und phantastischen Sequenzen. Henry Willson hat viele abscheuliche Dinge getan und war alles andere als liebenswert, aber seine Liebe für das Showbusiness und für seine Klienten war aufrichtig. Er wollte einfach zu Hollywood dazu gehören. Er starb bettelarm, weil er immer mit seien Schauspielern ausgegangen ist, für ihren Schauspielunterricht bezahlt hat oder ihre Zähne verschönern ließ. In „Hollywood“ geben wir ihm ein glücklicheres Ende.

Die Serie zeigt, wie die Goldene Ära Hollywoods hätte sein können oder sollen. Inwieweit ist Tinseltown heute offen für Veränderung und wiederholt nicht mehr die Fehler der Vergangenheit?

Hollywood hat sich in den letzten Jahren definitiv verändert. Aber diese Industrie – wie auch das Leben im allgemeinen - besteht aus so vielen Menschen und dreht sich um so viel Geld, dass Wandel nur sehr langsam und sehr schwer möglich ist. Aber Ryan zeigt mit dieser Serie, dass Veränderung mit einer mutigen Tat beginnt.

„Hollywood“ ist nicht Ihre erste Zusammenarbeit mit Ryan Murphy. Was bedeutet es Ihnen, zu dem Ryan Universum zu gehören?

Das Ryan Universum ist einer der kreativsten Welten, die ich je besucht habe. Ich habe praktisch blind Ja zu „Hollywood“ gesagt, ohne wirklich zu wissen, worum es in der Serie ging oder welche Rolle ich spielen würde. Ich kann mein Glück kaum fassen, dass ich zu Ryans Familie gehöre. Er war schon immer mutig und furchtlos, seine Visionen durchzusetzen und seinen kreativen Instinkten treu zu bleiben. Aber jetzt hat er dank seines Erfolges auch Einfluss. Es gibt nichts mehr, das ihn zurückhält.

Haben Sie in Ihrer Karriere je Menschen wie Henry Willson getroffen?

Nicht in diesem Ausmaß, zum Glück. Ich hatte auch nie persönliche Erfahrungen mit Menschen wie zum Beispiel Harvey Weinstein. Sie sind so gegensätzlich zu meiner eigenen Persönlichkeit, dass es mich faszinierte, einmal in ihre Fußstapfen zu treten und andere zu schikanieren. Ich habe gelernt, dass selbst das Spielen eines Fiesling mir sehr schwer fiel, und dass das Sprechen von diesen gemeinen Worten einen bitteren Nachgeschmack bei mir hinterließen.

Die Welt kennt Sie als Sheldon Cooper in „The Big Bang Theory.“ Haben Sie innerlich nach einer Rolle gesucht, die mal ganz anders ist?

Ja, und Henry zu spielen war sehr befreiend für mich. Ich habe mich gefreut, mich körperlich und seelisch in eine ganz andere Person verwandeln zu können. Das bedeutete zwar viele Stunden im Make-up-Sessel, aber es war ein ganz neues Gefühl für mich als Schauspieler, nach der Verwandlung mit Toupet, falschen Zähnen und braunen Kontaktlinsen in den Spiegel zu schauen. Ich hoffe, dass ich diese Chance in meiner Karriere öfter bekommen werde.

Interview: Anke Hofmann