Eine Familientragödie in der Bestsellerverfilmung "Das Grab im Wald"

Die Netflix-Bestsellerverfilmung "Das Grab im Wald" (ab Freitag, 11. Juni) spielt mit der Urangst nachts im Wald verloren zu gehen.

Die sechsteilige Miniserie ist das zweite polnische Netflix Original und beruht auf dem gleichnamigen Bestseller von Harlan Coben.

Trailer: "Das Grab im Wald"

Darum geht's in "Das Grab im Wald"

Sommer 1994: Vier Jugendliche, die ihre Ferien in einem Camp mitten im Wald verbringen, verschwinden plötzlich spurlos. Zwei von ihnen werden wenig später brutal ermordet im Gehölz aufgefunden. Von Artur und Kamila fehlt weiterhin jede Spur.

2019: Auch 25 Jahre später trauert der Warschauer Staatsanwalt Paweł Kopiński (Grzegorz Damięcki) noch um seine verschwundene Schwester Kamila. Zu seinen Eltern hat er keinen Kontakt mehr, seine Mutter verließ ihn als er noch ein Kind war. Als er die Identität eines ermordeten Mannes klären soll, glaubt Pawel Artur zu erkennen. Zu seinem Erstaunen streiten dessen Eltern aber ab, dass es sich bei dem Toten um ihr Kind handelt. Trotzdem hofft Pawel nun wieder Hinweise über den Verbleib seiner Schwester zu finden. Was geschah in der Nacht im Wald wirklich?

Hintergrund

Netflix und Harlan Coben haben einen exklusiven Vertrag abgeschlossen, der es dem Streaminganbieter ermöglichen soll, 14 verschiedene Projekte des US-Autoren zu verfilmen.

Cobens Bücher wurden in 43 Sprachen übersetzt und sind weltweite Bestseller. Der Schriftsteller war der erste Autor, dem es gelang, die drei renommiertesten amerikanischen Krimipreise - den Edgar Allan Poe Award, den Shamus Award und den Anthony Award - gleichzeitig zu gewinnen. Berühmt wurde er u.a. durch die Myron-Bolitar-Reihe und den Thriller "Kein Sterbenswort".

Bereits 2018 verfilmte Netflix die Serie "Safe" mit "Dexter"-Darsteller Michael C. Hall, die auf einer Idee von Coben beruht. Im Januar erschien die gleichnamige Serienverfilmung des 2015 erschienen hochspannenden Thriller "Ich schweige für dich". Auch die jüngst veröffentlichte spanische Netflix-Serie "El Inocente" beruht auf einem Roman des Autoren ("Kein Friede den Toten").

Den Krimi "Das Grab im Wald" veröffentlichte Coben bereits 2007. Bei der polnischen Produktion, die vom größten unabhängigen Studio des Landes ATM GRUPA S.A. geleitet wurde, fungierte Coben zudem als ausführender Produzent. Das nächste Coben-Netflix-Projekt steht bereits in den Startlöchern: "Wer einmal lügt", der Krimiroman von 2012 soll demnächst verfilmt werden.

GOLDENE KAMERA TV-Tipp, weil...

Wie es nicht anders zu erwarten war, überzeugt bei der geistreichen Buchvorlage auch die Verfilmung: Spannend fügen sich mit jeder Minute immer mehr Puzzleteile zusammen. Wie auch schon in "Ich schweige für dich" werden Stück für Stück dunkle Familiengeheimnisse aufgedeckt und die Protagonisten von der Vergangenheit eingeholt.

Die Verfilmung springt gekonnt zwischen den Zeitebenen und vermischt die Leichtigkeit eines Sommercamps mit der Frage nach dem mysteriösen Verbleib eines jungen Mädchens. Flirrendes Licht im Wald wechselt mit kalten Szenen in Obduktions- oder Gerichtsräumen.

Der selbstbewusste und schlagfertige Staatsanwalt Paweł wird gekonnt von Grzegorz Damięcki verkörpert. Schade nur, dass aufgrund der Corona-Pandemie die Synchronisation noch nicht vollendet ist und die Spannung durch das Lesen der Untertitel leidet.