Bestsellerverfilmung "Artemis Fowl" - Der neue Harry Potter?

In der Bestsellerverfilmung "Artemis Fowl" (ab Freitag, 14. August, Disney +) wird ein Junge mit einer magischen Welt konfrontiert.

Unfassbar! Elfen und Kobolde gibt es wirklich! Ein vermeintlich ganz normaler Junge entdeckt eine sagenhafte Welt, die von Fabelwesen bevölkert wird – kein Wunder, dass "Artemis Fowl“ so oft mit "Harry Potter“ verglichen wird.

Trailer: "Artemis Fowl"

Darum geht's in "Artemis Fowl“

Irland, der "magischste Ort der Welt“: Der zwölfjährige Artemis Fowl kann zwar nicht zaubern, ist aber hochbegabt und ziemlich arrogant. Als sein Vater entführt wird, ist das geballte Selbstvertrauen des Jungen gefragt. Denn jetzt erfährt Artemis auf die harte Tour, dass die Märchenwelt aus Papas Erzählungen sehr real ist. Der dubiose Kidnapper fordert als Lösegeld den Aculos, eine Waffe, die ihrem Gebieter alle Macht des Universums verleiht. Das ruft die Elfen auf den Plan, die in einer Hightech-Metropole tief unter der Erde residieren. Die Zentrale Untergrund-Polizei unter Commander Root ist in höchster Alarmbereitschaft, der Aculos darf auf keinen Fall in die falschen Hände geraten.

Hintergrund

Der erste Bestseller der Jugendbuchreihe von Eoin Colfer erschien 2001, als "Harry Potter und der Stein der Weisen“ in die Kinos kam. Schon damals ging eine Adaption in die Entwicklung, wurde jedoch immer wieder vertagt. Sie scheiterte am Skript, später am Produzenten: Der nämlich hieß Harvey Weinstein. 19 Jahre später startet nun endlich die 125 Millionen Dollar teure Disney-Produktion – wegen der Corona-Pandemie direkt bei Disney+.

GOLDENE KAMERA Streaming-Tipp, weil...

Uralte Mythen in neuem Look Kenneth Branagh kennt sich mit Frostriesen ("Thor“, 2011) und Feen ("Cinderella“, 2015) aus. Außerdem mit irischen Mythen: Der Filmemacher stammt aus Belfast. "Meine Mutter hatte elf Geschwister, mein Vater fünf. Und alle erzählten von Riesen und Trollen“, so Branagh im GOLDENE KAMERA-Interview. Zu den Schauplätzen seines Abenteuers, das tatsächlich größtenteils in Irland entstand, zählt der Hill of Tara, Heimstatt der Götter und Druiden. Noch aufwendiger als der Dreh war indes das Casting seines jungen Helden, so Branagh. Die Wahl fiel schließlich auf den Newcomer Ferdia Shaw. Sein Großvater Robert ist als Captain Quint in "Der Weiße Hai“ berühmt. Als strenge Geheimdienstchefin (in der Vorlage ist Root männlich) besetzte der Regisseur Judi Dench – eine Hommage an ihre Paraderolle als James Bonds Vorgesetzte M. "Judi nimmt die Arbeit sehr ernst, sich selbst aber überhaupt nicht“, betont Branagh.

Das gilt auch für Josh Gad, der mit Sir Kenneth und Dame Judi bereits "Mord im OrientExpress“ (2017) drehte. Als zu groß geratener Zwerg Mulch Diggums mit Faible für 80er-Jahre-Pop ist er der heimliche Star des Films. Ob diese Genre-Achterbahn der Auftakt einer neuen Filmreihe wird? Abwarten. Genug Stoff böten acht Bücher allemal.