Nicole Kidman im Netflix-Musical „The Prom“

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Seid ihr traurig, weil ihr jetzt im trüben Corona-Winter eigentlich ein Musical besucht hättet? Wenn ja, könnte das Filmmusical "The Prom" eure Stimmung etwas aufhellen. Die beiden GOLDENE KAMERA Preisträgerinnen Meryl Streep und Nicole Kidman legen sich unter der Regie von Ryan Murphy singend und tanzend für euch ins Zeug.

Die Story hinter dem Netflix-Musical "The Prom" (ab dem 11. Dezember) lehnt sich an eine wahre Geschichte an. 2010 wollte eine lesbische Schülerin ihre Freundin als Date zum Highschool-Abschlussball bringen. Die konservative Schulverwaltung in der Kleinstadt lief Sturm und am Ende wurde die traditionelle "Prom"-Feier abgesagt. Der Fall machte Schlagzeilen und einige Prominente kamen dem Paar in dem Eklat zur Hilfe.

2018 feierte "The Prom" als Musical am Broadway Premiere - wie jetzt auch im Film stehen vier eitle Bühnenstars im Rampenlicht, die gegen die Ungerechtigkeit mobil machen. Von New York aus pilgern sie ins ländliche Indiana, um der lesbischen Emma und ihrer Freundin Alyssa zu helfen.

Mit der Starpower von Meryl Streep, Nicole Kidman, Kerry Washington und James Corden entführt uns Ryan Murphy, der Schöpfer von Erfolgsserien wie "Nip/Tuck", "Glee" und "American Horror Story", mitten im grauen Corona-Winter in die - nur auf den ersten Blick - schillernde Welt von Broadway-Stars und in die amerikanische Provinz.

Nicole Kidman spielt die langbeinige Angie

Oscar-Preisträgerin Meryl Streep verwandelt sich mit schriller Stimme und roter Perücke in die exaltierte alternde Dee Dee Allen, der britische Komiker Corden mimt den beruflich angeschlagenen Bühnenstar Barry Glickman. "Moulin Rouge"-Star Kidman spielt die langbeinige Angie, die nur in zweiter Reihe tanzt, der schöne Trent (Andrew Rannells) muss längst als Kellner dazuverdienen.

Trailer: "The Prom"

Der Clash der eitlen, überheblichen Stars mit den rückständigen Provinzlern um Toleranz und Akzeptanz schießt in "The Prom" völlig über die Stränge. Witzige Szenen werden von Klischees überfrachtet, selbst Alleskönnerin Streep geht in der über zwei Stunden langen knallbunten Revue irgendwann auf die Nerven.

Ein erholsamer Lichblick in dem Glitter-Spektakel sind die verliebten Teenager: Ariana DeBose ("Hamilton") als Alyssa und die völlig unbekannte Hauptdarstellerin Jo Ellen Pellman als Emma, die trotz Anfeindungen und Zurückweisung ihre gewinnende Kraft beibehält.

GOLDENE KAMERA Streaming-Tipp, weil...

Schmalzig ist der Film allemal, aber gerade in Corona-Zeiten mag die Flucht in eine Welt mit Glanz, Tanz und einer versöhnlichen Message auch sein Gutes haben.