Mord im U-Boot: Neue True-Crime-Serie "The Investigation"

Christian Skov (Anders Juul l.) und Torben Vang (Jens Andersen) suchen im Meer nach Kim Wall
Christian Skov (Anders Juul l.) und Torben Vang (Jens Andersen) suchen im Meer nach Kim Wall
Foto: TVNOW
Die Miniserie „The Investigation“ (ab 28. Januar bei TVNOW) rekonstruiert den Fall der Journalistin Kim Wall aus Sicht der Ermittler.

Darum geht’s in „The Investigation“

Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, den die Kopenhagener Polizei gewinnen muss. Im August 2017 nimmt sie den Konstrukteur Peter Madsen fest. Der Däne traf die Journalistin Kim Wall auf seinem U-Boot, seitdem fehlt von ihr jede Spur.

Madsen leugnet, etwas mit ihrem Verschwinden zu tun zu haben. Den Ermittlern fehlen die Beweise, um ihn zu überführen. Aber Jens Møller (Søren Malling), Leiter der Mordkommission, und sein Team klären mit Akribie, Sturheit und Ausdauer eine offene Frage nach der anderen.

So realistisch wie möglich

Autor und Regisseur Tobias Lindholm („Borgen – Gefährliche Seilschaften“) setzt mit „The Investigation“ den Ermittlern ein Denkmal. „Die Serie zeigt, dass unser System funktioniert“, erklärt Lindholm im Interview mit GOLDENE KAMERA. „Sie handelt von jenen Menschen, die Kim Walls Eltern dabei halfen, irgendwie durch die Dunkelheit zu kommen.“

Zu ihnen gehört Møller selbst, der Lindholm auf die Idee brachte, den Fall zu verfilmen. Er erzählte dem Regisseur, was damals tatsächlich ablief, auch hinter den Kulissen. „Er sprach von der Freundschaft zu Kims Eltern, den dänischen Tauchern, den Wissenschaftlern, Polizistinnen und Polizisten und den schwedischen Leichenspürhunden.“

Um die Ereignisse so realistisch wie möglich abzubilden, arbeitete Lindholm mit der dänischen Marine und echten Suchhunden und filmte die Außenszenen ab August 2019 an jenen Tagen, an denen sich die Ereignisse zwei Jahre zuvor abspielten. Sogar das Licht ist exakt das gleiche.

Bittersüßes Ende

Dabei zeigt Lindholm weder Opfer noch Täter. „Das True-Crime-Genre ist von den Tätern besessen. Warum sind wir so fasziniert von den genialen Methoden des Killers? Warum sympathisieren wir nicht stattdessen mehr mit den Leben, die wir verloren?“, fragt er. Er geht in der Miniserie einen eigenen Weg: „Ich habe Ärger, Eifersucht und Rache durch Menschlichkeit, Würde und Loyalität ersetzt.“

Pilou Asbæk („Game of Thrones“), der Jakob Buch-Jepsen, den leitenden Staatsanwalt im Prozess gegen Peter Madsen, spielt, ergänzt: „Dies ist die Geschichte der unbesungenen Helden. Unser Ende ist ein gutes, aber auch ein bittersüßes.“

Die wahre Geschichte

Am Abend des 10. August 2017 begibt sich die schwedische Journalistin Kim Wall auf das U-Boot des dänischen Erfinders Peter Madsen, um ihn zu interviewen. Am 11. August havariert das Boot, nur Madsen kann gerettet werden. Er behauptet, er habe Wall noch am 10. August an Land abgesetzt. Trotzdem wird er wegen Totschlags festgehalten.

Später behauptet er, Kim Wall hätte sich den Kopf an einer Luke gestoßen und sei gestorben. In Panik habe er ihre Leiche ins Wasser geworfen. Als nach und nach der mit Messerstichen übersäte Torso, der abgetrennte Kopf und Gliedmaßen in der Ostsee gefunden werden, bricht Madsens Lügenkonstrukt in sich zusammen. Die Polizei findet in seiner Werkstatt auf einer Festplatte Filme, auf denen Frauen gefoltert und getötet werden. Am 25. April 2018 wird Madsen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Die Miniserie über den Fall Kim Wall "The Investigation" zeigt der Streamingdienst TVNOW ab Donnerstag, 28. Januar. Die Galerie zeigt die realistischen Bilder der Serie: