Der Comedy-Prinz ist wieder da

Eddie Murphy will’s noch mal wissen: 33 Jahre nach "Der Prinz aus Zamunda" folgt nun die Fortsetzung.

Noch bis vor wenigen Monaten war Eddie Murphy mehr oder minder von der Bildfläche verschwunden. Kritiker sahen den Zenit des Stand-up-Comedian aus Brooklyn schon nach „Beverly Hills Cop“ (1984) überschritten, selbst „Der Prinz aus Zamunda“ (1988) war Comedy-Puristen ein Dorn im Auge.

Trailer: "Der Prinz aus Zamunda 2"

Doch seine Fans hielten ihm bis Anfang der 2000er-Jahre die Treue, dann aber verließ Murphy sein Näschen für populäre Stoffe. Nachdem „Noch Tausend Worte“ 2012 floppte, wurde es ruhig um den Tausendsassa: Weder als Autor noch als Produzent, Regisseur oder Schauspieler war er noch groß gefragt.

Schlagzeilen macht er mit der wachsenden Schar seiner Kinder – mittlerweile ist der 59-Jährige zehnfacher Vater. Familienleben ist schön, das Leben als Filmstar aber auch. Was böte sich da mehr an, als bei einem Comeback auf die Kraft eines bewährten Stoffs zu setzen? Das Risiko ist gering. „Ich hatte keine Angst davor, diese Fortsetzung zu machen“, erzählt Eddie Murphy im Interview mit GOLDENE KAMERA. „‚Der Prinz aus Zamunda‘ ist ein Märchen und will nur unterhalten.“

Anders als andere schwarze Filmemacher lässt er das Thema Rassismus außen vor. „Das ist ein schwarzer Film mit schwarzer Besetzung, hat aber nichts mit sozialer Ungerechtigkeit, Politik oder Drogen zu tun. Er ist einfach lustig.“ Und so schickt er seinen Kronprinzen Akeem, Vater dreier Töchter und bald König, noch einmal nach New York. Er will seinen unehelichen Sohn nach Zamunda holen.

Die Komödie quillt über vor Anspielungen auf das „Zamunda“-Original (Prime Video). Es gibt ein Wiedersehen mit Randy, Sänger der Band „Sexual Chocolate“, Barber-Shop-Besitzer Clarence und seinem Kumpel, dem weißen Saul, alle drei gespielt von Eddie Murphy.

In diesen Momenten zeigt Murphy, wie viel Spaß es ihm bereitet, sich mit Haut und Haar in jemand anderen zu verwandeln. „Ich habe so viele Filme gemacht, in denen ich die unterschiedlichsten Make-ups verpasst bekam. Ich glaube nicht, dass irgendjemand in der Geschichte Hollywoods je mehr Zeit auf dem Stuhl in der Maske verbracht hat als ich“, scherzt Murphy.

Aber er kann nicht davon lassen. Nachdem er „Der Prinz aus Zamunda 2“ abgedreht hatte, kam ihm eine neue Idee für „Der verrückte Professor“, den er 1996 zum ersten Mal spielte. Und „Zamunda 3“ stellt er in Aussicht: „Das Thema hab ich im Kopf“, erklärt er, „aber dafür muss ich 75 Jahre sein. Das wäre in 16 Jahren. Die erste Fortsetzung hat über 30 Jahre gedauert, die nächste 16.“ Was für ein Fortschritt – wir seh’n uns, Akeem!