"Strike": Ein Schnüffler zum Verlieben

Mehr als nur Kollegen: Die ehrgeizige Robin Ellacott (Holliday Grainger) und ihr Boss Cormoran Strike (Tom Burke).
Mehr als nur Kollegen: Die ehrgeizige Robin Ellacott (Holliday Grainger) und ihr Boss Cormoran Strike (Tom Burke).
Foto: BBC/Bronte Films & TV Ltd.
Joanne K. Rowlings eigenwilliger Romanheld „Strike“ kämpft bei Sky erneut an allen Fronten.

Und sie hat doch Ja gesagt. Zum Ende der letzten Staffel sah es so aus, als würde Detektiv Cormoran Strike (Tom Burke) in letzter Sekunde die Hochzeit seiner Kollegin Robin Ellacott (Holliday Granger) crashen. Doch Strike entscheidet, seine Gefühle für sich zu behalten.

Eigentlich kommt der sensible Romantiker damit allerdings nicht klar: „Ich habe das Gefühl, dass ihn das noch dünnhäutiger gemacht hat“, erzählt Tom Burke („Die Musketiere“) im Interview mit dem englischen Sender BBC.

Der Schauspieler aus Kent kennt den einbeinigen Afghanistanveteraen und Sohn eines Rockstars in- und auswendig, schließlich geht er jetzt schon den vierten Fall des Cormoran Strike (ab Freitag, 12. März, 20.15 Uhr, Sky Atlantic) an.

"Strike" - Lethal White

Hintergrund

Die neuen Folgen basieren auf dem 2018 erschienenen Roman „Weißer Tod“ von „Harry Potter“- Autorin Joanne K. Rowling, die die „Strike“-Reihe unter dem Pseudonym Robert Galbraith schrieb. Wie bei den Vorgängern bewegt sich die Handlung in Londons High Society, einer Welt aus Models und Emporkömmlingen, Intellektuellen und Politikern. Letztere spielen in „Weißer Tod“ eine zentrale Rolle: Der Minister für Kultur wird wegen lang zurückliegender Vorgänge erpresst und wendet sich an Strike. Er und Robin beginnen daraufhin, im politischen Sumpf zu wühlen und fördern finstere Geheimnisse zu Tage.

Trotz dieses Hintergrunds hat sich Burke nicht weiter mit Politik befasst. Er sieht „Strike“ ohnehin nicht nur als Krimi, sondern findet, die Serie flirte mit vielen Genres. Fiktive Vorbilder wie „The Big Sleep“ oder „Chinatown“ hätten ebenso ihren Anteil wie die Realität.

Grundsätzlich sieht Burke seine Figur etwas aus der Zeit gefallen, wie viele Helden in den klassischen Detektiverzählungen. „Wenn wir ihm aus der Distanz zusehen, wie er die Straße entlanggeht, hat er etwas an sich, das nicht zu seiner modernen Umgebung passt. Es ist so, als ob er zwar ein Smartphone hätte, aber keine Apps drauf“, erklärt Burke. Seine Darstellung richtet er ganz nach den Detektiven aus, die ihm persönlich gut gefallen. Und bei denen, so Burke, erkenne er „das obsessive Bedürfnis, das Böse zu verstehen.“ Strike sei ziemlich verblendet, was die Täter anbelangt. „Er glaubt, dass sie erleichtert sind, wenn er ihnen sagt, dass er weiß, was sie getan haben. Tatsächlich wollen sie eher weglaufen oder ihm eine Flasche über den Kopf ziehen“, lacht der Schauspieler.

Trotzdem bleibe Strike Optimist, der stets versuche zu verstehen. Auch was die Entscheidungen seiner heimlichen Flamme Robin angeht. Auf die Frage, wie es mit Strike und Robin weitergeht, will Tom Burke nichts verraten – doch immerhin äußert er seine Wunschrichtung: „Abseits des echten Lebens bin ich ein Fan von Katastrophen. Ich mag es, wenn die Dinge so richtig schiefgehen.“ Wer es genau wissen möchte, kann die Antwort inzwischen in „Böses Blut“ nachlesen, dem fünften Band der Romanreihe.