Schluss mit lustig: Kaley Cuoco in "The Flight Attendant"

In der Serie „The Flight Attendant“ beweist „The Big Bang Theory“-Star Kaley Cuoco: Sie kann viel mehr als nur Comedy.

Der Unterschied könnte kaum größer sein: Während Kaley Cuoco in „The Big Bang Theory“ (2007–2019) mit der Figur der supersüßen Penny im Laufe der Jahre zu verschmelzen schien, zeigt sie sich in ihrer ersten großen Rolle nach dem Ende der Hitcomedy von einer völlig anderen Seite. In „The Flight Attendant“ (ab Freitag, 23. April im Streamingangebot von Prime Video) spielt sie eine gebrochene, vielschichtige Frau.

Trailer: "The Flight Attendant"

Darum geht's in "The Flight Attendant"

Als Flugbegleiterin Cassie stürzt sie sich kopfüber ins Partyleben, säuft wie ein Loch und steigt mit wechselnden Liebhabern ins Bett. Bis sie eines Tages neben einer Leiche erwacht. Wer hat ihre Zufallsbekanntschaft getötet? Vielleicht sogar sie selbst?

Kaley Cuoco im Interview

„Ich habe nicht explizit Ausschau nach etwas gehalten, das möglichst weit weg von ,Big Bang‘ ist. Aber der Charakter dieser Figur faszinierte mich – Cassie ist völlig verrückt. Durch sie habe ich in einer einzigen Serie jede Emotion abgerufen, die der Menschheit überhaupt bekannt ist“, sagt Kaley Cuoco im Gespräch mit GOLDENE KAMERA und lacht.

Sie ist stolz auf ihre Leistung in „The Flight Attendant“, heimste sogar eine Golden-Globe-Nominierung ein. Ebenfalls stolz kann sie darauf sein, das zu Grunde liegende Material selbst entdeckt zu haben. Schon 2017 weckte „The Flight Attendant“ von Chris Bohjalian Cuocos Interesse, sie hatte das Manuskript ein Jahr vor Erscheinen des Romans zugeschickt bekommen. „Ich musste zu der Zeit überlegen, was nach ,Big Bang‘ kommen sollte und ackerte mich durch Artikel und Bücher. Als ich die erste Seite von ,The Flight Attendant‘ las, versuchte ich mich erst mal zu beruhigen und rief dann sofort mein Team an“, erinnert sich Cuoco. „Meine erste Frage war: Hält Reese Witherspoon die Rechte an dem Roman? Tat sie nicht, und ich dachte nur: Woah, ich habe sie tatsächlich in irgendetwas geschlagen?“ Cuoco griff mit ihrer neu gegründeten Produktionsfirma „Yes, Norman Productions“ sofort zu, „The Flight Attendant“ sollte der Startschuss für ihre zweite Karriere als Produzentin werden. Zwei Jahre nach dem Aus von „The Big Bang Theory“ ist die 35-Jährige bei sich angekommen: „Ich fühle es, meine Zeit ist jetzt!“

Zu pausieren und sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen kam für Cuoco nie in Frage. „Seit ich fünf Jahre alt bin, arbeite ich in diesem Geschäft. Ich habe so viel gesehen. Ich bin nicht dumm und weiß, wie das Business funktioniert“, sagt sie mit viel Nachdruck. Wenn die Leute sie fragen, warum sie, deren Vermögen auf 50 Millionen Euro geschätzt wird, sich nicht erst mal eine Auszeit gönne, reagiert sie irritiert. „Ich glaube nicht, dass man nach ein paar Jahren einfach wieder zurückkommen kann. So schnell, wie du aufsteigst, so schnell kannst du auch wieder in der Bedeutungslosigkeit versinken. Die Menschen verlieren das Interesse an dir“, ist sich Kaley Cuoco sicher.

Es gebe jede Menge großartige Schauspieler da draußen, sagt sie, also müsse man unbedingt im Gespräch bleiben, ohne ständig überall präsent zu sein. Um das auch außerhalb ihres Haus-und-Hof-Genres Comedy zu schaffen, verlässt Cuoco mit „The Flight Attendant“ ihre Komfortzone. So drehte sie zum ersten Mal in ihrer Karriere eine Sexszene. Dabei war sie wahnsinnig nervös, hatte Berührungsängste und Respekt vor ihrem Partner Michiel Huisman („Game of Thrones“), der tönte, er hätte so etwas schon 37-mal gemacht. Sie beide hätten noch lange danach darüber lachen müssen, erinnert sie sich.

Durch ihren neuen Job als Produzentin weiß Cuoco, „die richtigen Projekte auszuwählen ist ein schmaler Grat“. Doch sie scheint ein Händchen dafür zu haben. Gerade erst entdeckte sie die nächste Buchvorlage für sich: Sie will die Biografie „Doris Day – Her Own Story“ als Miniserie verfilmen – und auch selbst die Hauptrolle übernehmen.