Natalie Portman - Hollywoods schönste Streberin

Natalie Portman ist "Lucy in the Sky".
Natalie Portman ist "Lucy in the Sky".
Foto: ©Twentieth Century Fox
Ehrgeiz kann so sexy sein: Star Natalie Portman zeigt, wo der Hammer hängt – mit Köpfchen und Konsequenz.

Mit zwölf absolvierte sie eine Ausbildung zur Killerin („Léon – Der Profi“). Mit 18 stieg sie zur Königin der Galaxis auf, obwohl Natalie Portman „Star Wars“ nicht von „Star Trek“ unterscheiden konnte, als sie für die Rolle der Padmé Amidala gecastet wurde. Die Premiere von „Episode I“ ließ sie 1999 sausen, um für den Schulabschluss zu büffeln – und wurde Jahrgangsbeste.

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Die strebsame Natalie Portman hat stets klare Prioritäten gesetzt: „Ich bin lieber schlau als ein Filmstar.“ So zog die gefeierte Schauspielerin auch ihr Studium der Psychologie und Neurowissenschaften an der Elite-Uni Harvard nicht etwa nebenher durch, sondern drehte nebenbei Filme. Inzwischen steht sie seit über einem Vierteljahrhundert vor der Kamera.

Den Oscar für den Ballett-Thriller „Black Swan“ (2010) hat sie sich hart erarbeitet, buchstäblich mit Blut und Schweiß. Natalie Portman ist zart (1,60 Meter), aber zäh. Selbstverständlich hatte sie Lust auf eine schlagkräftige Heldinnenrolle. Der Part von Black Widow ging seinerzeit jedoch an Scarlett Johansson, Christopher Nolan machte Anne Hathaway zu seiner Catwoman („The Dark Knight Rises“). Portman enterte schließlich mit „Thor“ den Superheldenkosmos, als Astrophysikerin Jane Foster. Eine Wissenschaftlerin, die neue Welten entdeckt, passt zu ihr. Jetzt hat sie es sogar zur Kosmonautin gebracht.

Trailer: "Lucy in the Sky"

Das Psychodrama „Lucy in the Sky“ (Montag, 31. Mai, 20.15 Uhr, Sky Cinema Premieren) über eine ehrgeizige NASA-Astronautin in der Krise ist von einem wahren Fall inspiriert – und fügt sich perfekt in Portmans Charakter-Filmografie ein. „Ich habe schon als Kind davon geträumt, Walentina Tereschkowa nachzueifern: Sie war die erste Frau im Weltall“, sagt die Schauspielerin. „Als ich in den Raumanzug schlüpfen durfte, war ich im siebten Himmel!“

Nach ihrem ersten Raumflug kämpft Lucy verbissen um die nächste Mission, der irdische Alltag wird ihr zu eng. „So muss sich Drogenentzug anfühlen“, glaubt Portman. „Lucy will dieses Hochgefühl, den Kick wieder erleben. Zudem ist sie Perfektionistin und setzt sich unter Druck, bis sie regelrecht explodiert. Lucy verfolgt rücksichtslos ihr Ziel, was sie nicht gerade sympathisch macht. Selbst ich habe mich beim Dreh gefragt: Ist das jetzt zu heftig? Es ist aber nur ungewohnt. Wir bekommen in Filmen viel zu wenige komplizierte Frauen zu sehen!“ Dass sich das ändert, dazu will Portman auch mit ihrer eigenen Produktionsfirma beitragen. Mit Lucys Anspruch, die Beste zu sein, kann sie jedenfalls viel anfangen.

Abgehoben ist sie dabei allerdings nie, was sie auch ihrem Studium zuschreibt. „In der Psychologie wie bei der Schauspielerei geht es darum, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, also im Grunde um Empathie. Ich weiß, dass die Welt sich nicht um mich dreht!“

Wer ihr Prinzipien als Allüren auslegen will – okay. Das ist Portman, die auch als Hollywoods Öko-Queen gilt und bei ihrer Hochzeit mit „Black Swan“-Choreograf Benjamin Millepied mehr Wert auf Nachhaltigkeit als auf Glamour legte, schnuppe. Als standhafte Veganerin hat sie schon manchen Art Director genervt, weil sie sich weigert, Pelz oder Leder zu tragen. Am 9. Juni feiert die konsequente Natalie Portman ihren 40. Geburtstag, fünf Tage später wird ihr Sohn Aleph zehn.

Übri­gens ist die Familie samt der vierjährigen Amalia von Paris nach Los Angeles gezogen. Nicht wegen der Nähe zu Hollywood, Millepied leitet das L.A. Dance Project. Den Hammer übernimmt indes seine Frau. In „Thor: Love and Thunder“ wird Natalie alias Jane zur Donnergöttin. Für den Film, der gerade in Australien gedreht wird, brachte sie sich in die Form ihres Lebens – Ehrensache.