GOKA-Kandidat "Brandnächte"

Starregisseur Matti Geschonneck über sein Krimidrama "Brandnächte", in dem Sophie von Kessel als Juristin Julia Gerber im Dorf ihrer Kindheit einen Mörder jagt.

Eine junge Frau stirbt in einem abgelegenen Voralpendorf – im Feuer. Mord? Unter den kantigen Dorfbewohnern wird ein Täter ausgemacht. Fall geklärt? Jahre nach der Tat kommen Zweifel auf, denn die Schwester des Opfers, unterdessen Juristin in München, erhält anonyme E-Mails, die behaupten: Der wahre Mörder lebt noch!

Eine spannende Konstellation. Doch es ist nicht sie, die den Krimi "Brandnächte" (27. November, 20.15 Uhr, ZDF) besonders macht. Speziell ist vor allem der Regisseur: Branchenstar Matti Geschonneck, der für sublime Spannung, ambivalente Charaktere und geschliffene Dialoge steht. Und dafür, hochkarätige Schauspieler für seine Filme zu gewinnen.

Darum geht's in "Brandnächte"

Acht Jahre nach dem Mord an ihrer Schwester kehrt Juristin Julia Gerber (Sophie von Kessel) in ihr Heimatdorf zurück, um der These der anonymen Mails nachzugehen. Dort scheint sie in ein Wespennest zu stechen. Und bevor die Zeugen der Tatnacht, Kommissar Maurer (Tobias Moretti), Psychologin Poldack (Barbara Auer, GOLDENE KAMERA 1989) und Johannes Falk (Nikolaus Paryla), der Vater des angeblichen Mörders, ihr Schweigen brechen, gerät Julia selbst ins Visier des Täters.

Hintergrund

Mit der Starriege entwickelt Geschonneck ein packendes Psychodrama. "Jeder Regisseur möchte doch die besten Schauspieler haben", verrät er HÖRZU. "Durch die stets veränderten Konstellationen der Stars entsteht eine oft überraschend neue Qualität." Das hat Geschonneck schon 2006 in "Silberhochzeit" bewiesen, wo er Iris Berben (GOLDENE KAMERA 1988 und 2004) und Matthias Habich durch die Ehehölle schickte, 2009 im Zweiteiler "Entführt" mit Heino Ferch (GOLDENE KAMERA 2002), der zweifachen GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Suzanne von Borsody (1980 und 2001) und Nina Kunzendorf (GOLDENE KAMERA 2012), für den er 2010 die GOLDENE KAMERA erhielt. Und 2014 in "Das Zeugenhaus" mit Matthias Brandt (GOLDENE KAMERA 2008), Edgar Selge (GOLDENE KAMERA 2007), Iris Berben, Tobias Moretti und Gisela Schneeberger.

Die richtige Besetzung, so der 65-Jährige, habe auch viel mit Intuition zu tun: "Mich interessieren die Figuren mit ihren beschädigten Beziehungen und Nichtbeziehungen. In 'Brandnächte' ist der Todesfall nur der Anlass, der den Zuschauer in die Vergangenheit führt – vor der Kulisse eines vergessenen Ortes mit archaisch anmutenden Figuren, bei denen alte Wunden aufbrechen. In meinen Filmen versuche ich stets, das Zwielicht der Charaktere sichtbar zu machen."

GOKA-Wertung

Starregisseur Matti Geschonneck führt die Zuschauer in ein Labyrinth aus unbehaglichem Schweigen. Der Plot ist voll gepackt mit Geheimniskrämerein und unangenehmen Wahrheiten. Mit der Figurenentwicklung ließ sich Geschonneck bewusst Zeit.

Muss ich sehen, weil...

...hier ein erstklassiger Cast in einem spannenden Mordpuzzle zu sehen ist.

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(Eine Bewertung der Redaktion. Die Beurteilung des Films durch die GOKA-Jury ist davon unabhängig)

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