Tim Mälzer: "Mit einer Kühltheke kann ich nicht reden!"

Das Lebensmittelangebot im Handel überfordert viele. Der TV-Koch Tim Mälzer weiß, worauf es zu achten gilt und gibt ein paar Einkaufstipps.

Seit 1988 hat sich das Sortiment in deutschen Supermärkten nahezu verdreifacht. Allein bei Milchprodukten stehen dem Kunden im Schnitt über tausend Artikel zur Verfügung. Bei diesem Überangebot verliert man leicht den Überblick. Was soll ich wählen? Wie steht es um die Qualität? Woher stammt die Ware? In seiner neuen vierteiligen ARD-Reihe "Lebensmittel-Check" (ab 4. Dezember, 20.15 Uhr, Das Erste) nimmt Fernsehkoch Tim Mälzer unsere Lebensmittel genauer unter die Lupe und informiert Verbraucher, auf was sie beim Einkauf achten sollten. Ein paar Tipps verrät er schon jetzt.

5 Einkaufstipps von Tim Mälzer

Herr Mälzer, wie beurteilen Sie die Lebensmittelqualität in Supermärkten?

Sicherere und hochwertigere Lebensmittel als heute gab es noch nie. Allerdings war das Geschmacksniveau auch noch nie so niedrig. Das liegt oft am Verbraucher selbst.

Worauf achten Sie denn besonders beim Einkauf?

Ich schaue zum Beispiel auf die Angaben zu Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern, um diese möglichst zu vermeiden. Zum einen, weil sie ein billiges Produkt wertiger erscheinen lassen. Zum anderen, weil diese Stoffe den Geschmack gleichschalten. Am Ende schmeckt alles ähnlich.

Wie hilfreich sind Labels bei der Kaufentscheidung?

Kaum. Selbst ich habe die Übersicht verloren. Es gibt einfach zu viele. Einige sind noch dazu kommerziell und haben keine Aussagekraft. Klar: Bio-Labels oder das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei bieten Orientierung, aber generell müsste der Gesetzgeber die Verwendung von Labels klarer reglementieren.

Was empfehlen Sie Konsumenten?

Wer Qualität will, muss sich informieren. Mein Tipp: allmählich das eigene Wissen über Lebensmittel ausbauen und sich bei jedem Einkauf mit einem Produkt näher auseinandersetzen – vorher, während und danach. Vergleichen Sie Produkte auch regelmäßig miteinander. Wer Tomaten immer im Supermarkt holt und mal auf dem Wochenmarkt direkt beim Produzenten kauft, wird starke Unterschiede bemerken.

Raten Sie also von Supermärkten ab?

Keinesfalls. Ich empfehle aber, ein gesundes Netzwerk aufzubauen aus Händlern, denen ich vertraue. Etwa aus einem Metzger, Bäcker oder Wochenmarkthändler. Knüpfen Sie Kontakte. Suchen Sie das Gespräch. Stellen Sie Fragen, etwa woher das Fleisch stammt. Fühlt man sich gut behandelt, dann ist das oft mehr wert als jedes Label. Mit einer Kühltheke kann ich nicht reden!

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