GOKA-Kandidat: "Ein Kind wird gesucht"

Ein Fernsehfilm nach dem wahren "Fall Mirco": Die Suche nach einem Jungen wird für die Eltern zur langen Qual.

"Nach einer wahren Begebenheit". Der Hinweis am Anfang des TV-Films macht klar: Die Geschichte des Dramas "Ein Kind wird gesucht" (15. Dezember, 20.15 Uhr, Arte) ist keinesfalls Fiktion, sondern real.

Trailer zu "Ein Kind wird gesucht"

Darum geht's in "Ein Kind wird gesucht"

Erzählt wird das Schicksal eines Jungen, das 2010 als der "Fall Mirco" durch die Medien ging. Da reale Fakten die Basis bilden, kann dies auch kein üblicher Krimi sein, er beschreibt vielmehr detailliert die Polizeiarbeit und den bewundernswerten Umgang der Eltern mit der Tragödie. Am 3. September 2010 nimmt sie ihren Lauf: Als Sandra (Silke Bodenbender) und Reinhard Schlitter (Johann von Bülow) bemerken, dass ihr Sohn Mirco nicht vom Skaten nach Hause kommt, wenden sie sich sofort an die Polizei.

Ihre Anzeige löst eine der größten Suchaktionen in der Geschichte des Landes aus: 1000 Polizisten durchkämmen rund um Grefrath in Nordrhein-Westfalen ein Gebiet von 50 Quadratkilometern. Taucher sind im Einsatz, Tornadoaufklärungsflugzeuge der Bundeswehr, Drohnen und mobile Wärmebildkameras. Eine Sonderkommission aus 80 Beamten arbeitet rund um die Uhr. Geleitet wird sie von Ingo Thiel (Heino Ferch), einem Polizisten, der bekannt dafür ist, nie aufzugeben. Sein Ehrgeiz und seine Betroffenheit verleiten ihn, den verzweifelten Eltern ein Versprechen zu geben: Er wird Mircos Mörder finden! Damit setzt er sich und sein Team zusätzlich unter Druck.

Hintergrund

"Am Erfolg der Fahndung habe ich tatsächlich nie gezweifelt", sagt Thiel, der über den Fall ein Buch geschrieben hat. Der TV-Fall zeigt die Polizeiarbeit realistischer, als in Krimis üblich. "Ich bin begeistert", meint Ingo Thiel. Im Film ordnet der Polizist, selbst zweifacher Vater, alles der Jagd nach dem Kindsmörder unter, auch sein eigenes Familienleben.

Und Mircos Eltern? Wie werden sie mit dem grausamen Schicksalsschlag fertig? Trotz größter Verzweiflung findet das fromme Ehepaar Halt im Glauben. Es entwickelt die Kraft, mit dem Unglück umzugehen, sich gegenseitig zu stützen. "Wir hätten daran zerbrechen können", sagt Mircos Mutter Sandra Schlitter später. "Aber wir haben uns keine Schuld zugewiesen." Beide gehen sogar in die Öffentlichkeit, geben Interviews und sprechen in der Talkshow von Reinhold Beckmann 2011 über ihr Schicksal. Dem Mörder ihres Sohns, der nach 145 Fahndungstagen gefasst wurde, haben sie vergeben. Zerstörerischem Hass und Rachegedanken wollten sie keinen Raum geben.

GOKA-Wertung

Der TV-Krimi erzählt den "Fall Mirco" nüchtern - und ist dadurch umso berührender. "Ein Kind wird gesucht" ist zudem eine Studie vorbildlicher Polizeiarbeit.

Muss ich sehen, weil...

...dieser TV-Krimi den "Fall Mirco" ernsthaft und klug aufrollt.

Für Fans von...

"Der fremde Sohn" (2008) oder "Das Verschwinden" (2017)

(Eine Bewertung der Redaktion. Die Beurteilung des Films durch die GOKA-Jury ist davon unabhängig)

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