Star der Woche: Aljoscha Stadelmann

Der Theaterschauspieler ist längst ein gefragter TV-Star, seine Krimi-Reihe "Harter Brocken" ein großer Erfolg.

Respektable 7,5 Millionen Zuschauer verfolgten den ersten Fall des brummigen Dorfpolizisten Koops (Aljoscha Stadelmann) und der attraktiven Bankräuberin Miriam alias Simone (Julia Koschitz). Auch die zweite Folge ("Die Kronzeugin") war mit 6,44 Millionen Zuschauern ein Quoten-Erfolg. Kein Wunder also, dass die ARD bei der dritten Folge selbst die Weihnachtsfilmkonkurrenz nicht scheut: "Harter Brocken – Der Bankraub" läuft am 1. Weihnachtstag, den 25. Dezember um 20.15 Uhr. Wieder mit dabei: Julia Koschitz als böser Gegenpart.

Aljoscha Stadelmann: ein Mann fürs Theatralische

Doch wer ist eigentlich dieser gutmütige aber keineswegs dämliche Dorfsheriff? Aljoscha Stadelmann machte sich vor allem als Theaterschauspieler einen Namen. Der 43-Jährige gebürtige Wuppertaler begann als Regieassistent am Schauspielhaus in Bochum und studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Derzeit steht er im sechs (!)- stundenlangem-Stück "Les Misérabes" im Berliner Ensemble auf der Bühne. Aber auch seine Filme erfordern Ausdauer: "Carlos – der Schakal" lief als dreistündige und als fünfstündige Version im Kino.

Die Vorliebe fürs Theater beschreibt er auf der Homepage des Berliner Ensemble wie folgt: "Es ist im Theater wie im Leben: lang hin auf die Fresse fallen und sich breit lächelnd den blutigen Mund abwischen. Immer wieder aufs Neue, im Alten das Neue suchend".

Auch auf der großen Leinwand ein Star

Seine Ader fürs Theatralische zeigte er auch in diesen Sommer im Kino. In dem Familienfilm "Nur ein Tag" spielte er neben Karoline Schuch als Eintagsfliege die Hauptrolle – ein Wildschwein!

Im Kino war er u.a. auch schon neben Juliette Binoche und Kristen Stewart in "Die Wolken von Sils Maria" (2014) und mal wieder als Polizist im Kinderfilm "Das kleine Gespenst" (2013) zu sehen.

Rollenprofile: Für oder gegen das Gesetz

Als Gesetzeshüter, Mörder oder auch Leiche bekommt man Stadelmann regelmäßig zu sehen: Im Münsteraner "Tatort: Satisfaktion" (2007) und in "Schimanski: Schicht im Schacht" (2008) wird er ermordet, im Kölner "Tatort-Brandmal"(2008) ist er selbst der Täter und in "Mord in Aschberg" (2014) ein weiterer Ermittler. Doch die psychopathische Rolle des Frank Holdt im 25. Fall vom Charlotte Lindholm "Tatort – der Fall Holdt" (5. November 2017) hat ihn dieses Jahr noch mal sehr viel bekannter gemacht.

Aljoscha Stadelmann privat

Aber aus Ruhm macht sich Stadelmann nicht viel. Er setzt aufs Häusliche. In seiner Kindheit ist Aljoscha Stadelmann oft umgezogen, jetzt will er mit seinen beiden Kindern und seiner Freundin (die er aber Frau nennt) sesshaft werden. Gemeinsam mit einem befreundeten Ehepaar kaufen sie zum 1. Januar 2018 gleich ein ganzes Dorf, bzw. wie es in Mecklenburg-Vorpommern heißt eine Büdnerei mit neun Häusern, zwei Scheunen, einem Theaterraum, einem Seminarhaus und einem Gästehaus plus Garten. Sprich genau wie in seiner Rolle als Dorfpolizist Koops hat Stadelmann auch im wahren Leben einen Faible fürs Dörfliche. Ansonsten fällt ihm zu Koops nur noch eine Gemeinsamkeit ein: "Ich bin auch nicht der Mann der vielen Worte", erklärt er gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Insgesamt also ein lässiger Typ, der sich aus den Gepflogenheiten der Fernsehbranche nicht viel macht . Aufgrund der positiven Zuschauerresonanz werden im neuen Jahr zwei weitere Folgen von "Harter Brocken" gedreht. Aber auch dieser Erfolg dürfte ihm nicht zu Kopf steigen – er hat ja noch nicht mal einen Fernseher.