Autonome Todesfahrt im "Tatort: Mord Ex Machina"

Im ersten "Tatort" des noch jungen Jahres 2018 wird ein Hightech-Auto zur Todesfalle und Stellbrink zweifelt an der Digitalisierung.

Der vorletzte Fall für Kommissar Jens Stellbrink führt uns wieder die Abgründe der digitalen Welt vor Augen. Bereits im Stuttgarter "Tatort: HAL" und dem "Tatort: Echolot" aus Bremen" mussten die Ermittler gegen künstliche Intelligenz antreten und merkten schnell, dass man in der Welt von Hackern und Programmierern mit herkömmlichen Polizeimethoden nur bedingt Erfolg haben kann.

"Scheiß-Computer!" brüllt Stellbrink während der Ermittlungen. "Wie soll man was rausfinden, wenn keiner mehr irgendwas macht, wenn alle nur noch irgendwelche Buttons klicken?" Damit dürfte er vielen Zuschauern aus der Seele sprechen, die sich in ihrem digitalen Alltag ständig mit der Frage konfrontiert sehen: Sind meine Daten sicher? Wieviel Freiheit bringt uns die technische Revolution des Internets und wann verwandelt. sie sich in ihr Gegenteil? Allerdings sollten wir von diesem Tatort nicht erwarten, dass er die komplexen Fragen auch beantwortet.

Worum geht's im Tatort: "Mord Ex Machina"

In einem Autowrack wird die Leiche eines Mannes gefunden, der als Jurist für ein Unternehmen tätig war, das auf das Sammeln von Daten spezialisiert ist. Nachdem das selbstfahrende Auto die Mauern eines Parkhauses durchbrach und in die Tiefe stürzte, deuten die Hinweise zunächst auf Selbstmord. Aber dann erfährt Stellbrink, dass die Computer der Firma, die auf das Sammeln von digitalen Daten spezialisiert ist, in der gleichen Nacht gehackt worden sind und die fehlenden Daten das selbstfahrende Auto betreffen.

Daten, das lernt Stellbrink von Firmen-Chef Victor Rousseau (Steve Windolf) schnell, sind Informationen. Und Informationen sind Macht. "Wenn ich alles über Sie weiß, gehören Sie mir." Wenn Öffentlichkeit vor den Gefahren autonomer Fahrzeugsysteme erfährt, könnte das für ihn katastrophale finanzielle Folgen haben. Im Katz-und-Maus-Spiel mit der attraktiven Hauptverdächtigen Natascha Tretschok (Julia Koschitz) merkt Stellbrink schnell, dass jeder User angreifbar wird - auch er selbst. Natascha arbeitet eng mit Nerd Marco (Anton Spieker) zusammen, sie testen Computersysteme auf mögliche Schwachstellen. Marco ist über beide Ohren in Natascha verschossen. Eifersucht könnte also auch ein Motiv sein.

Wer ist dabei?

Julia Koschitz spielt in dem neuen SR-Tatort, die Episodenhauptrolle "Natascha". Am Drehbuch habe sie vor allem das Thema gereizt, erzählt Koschitz gegenüber dem SR. "Außerdem war ich gespannt darauf, mit Regisseur Christian Theede zu arbeiten", so die in München wohnende Schauspielerin. Und: "Ich bin Devid Striesow-Fan. Deswegen freue ich mich, mal mit ihm zu drehen."

Was ist das Besondere?

Es ist der vorletzte Auftritt von Devid Striesow als Kommissar in Saarbrücken und der Zuschauer erfährt auf den letzten Metern endlich ein paar interessante Details aus dem Leben des Ermittlers. Julia Koschitz spielt eine erstklassige "Femme fatale 4.0".

GOKA-Wertung

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