"Tatort: Kopper" ...im Kampf gegen die Mafia

In seinem letzten Fall legt sich Mario Kopper (Andreas Hoppe) mit den ganz schweren Jungs von der Mafia an. Ein sehenswerter Abgang mit Stil.

Nach 21 Jahren und insgesamt 57 Filmen an Lena Odenthals Seite verabschiedet sich Andreas Hoppe als Mario Kopper aus dem "Tatort: Ludwigshafen". Bei seinem Abschied (So, 7. Januar, 20.15 Uhr, Das Erste) wird der "halbe Sizilianer" so intensiv wie nie zuvor mit seiner Herkunft konfrontiert und begibt sich auf ganz dünnes Eis. Der lange Arm der Mafia reicht bis nach Ludwigshafen und Kopper gerät ins Visier des organisierten Verbrechens.

Worum geht's?

Die Freude ist groß, als Mario Kopper auf der Straße Sandro (Michele Cuciuffo) wiedertrifft, seinen engsten Kumpel aus der Kindheit, den es später zurück nach Sizilien verschlagen hat. Die beiden feiern in einer Kneipe ihr Wiedersehen, als Sandro plötzlich von einem Gast angegriffen wird. Kopper greift zur Waffe, Sandro kann fliehen. Der verängstigte Sandro bittet Kopper inständig um Hilfe: Als Steuerberater des Mafia-Clans Stidda hat er mehr brisante Einblicke in die Geschäfte des organisierten Verbrechens bekommen als ihm lieb ist. Sandro will als Kronzeuge aussagen, wenn Kopper ihm hilft, in ein Zeugenschutzprogramm zu kommen.

Sandros Angst vor dem langen Arm der Stidda passt nur allzu gut zu dem Fall, den Lena Odenthal und Johanna Stern gerade bearbeiten müssen: In der JVA hat sich ein Mafia-Zeuge umgebracht, bevor er nach Italien überführt werden konnte. Lena (Ulrike Folkerts), Johanna Stern (Lisa Bitter) und LKA-Kommissarin Manz (Saskia Vester) sind überzeugt, dass der Zeuge zum Selbstmord gezwungen wurde, können es aber nicht beweisen.

Weil Kopper fürchtet, dass Sandro ein ähnliches Schicksal droht, versteckt er den Freund, ohne Lena und den Kollegen etwas davon zu erzählen. Während sich Lena Odenthal bei ihren Ermittlungen zunehmend besorgt fragt was mit ihm los ist, versucht Kopper, Sandro als Kronzeuge in Sicherheit zu bringen. Aber Kopper ist längst selbst ins Fadenkreuz der Mafia geraten.

Wer ist mit dabei?

Neben dem weiblichen Stammpersonal aus Ludwigshafen, kommt Saskia Vester als Zeugenschutzspezialistin und LKA-Beamtin Manz ins Spiel, die den Kolleginnen die Spielregeln des organisierten Verbrechens erklären darf. Michele Cuciuffo ist in der Episodenhauptrolle als Sandro zu sehen. Er ist festes Ensemblemitglied am Residenztheater München und tritt eher selten im Fernsehen auf. Im Mittelpunkt steht aber natürlich Andreas Hoppe, der gekonnt Abschied von seiner Rolle nimmt. Dabei ist er vor allem als Action-Held gefragt und weniger als Charakterdarsteller.

Was ist das Besondere?

Natürlich der Abschied von Kopper - und die Frage, wer soll ihn ersetzen? Die profilarme Fallanalytikerin vielleicht? Inszeniert wurde Koppers letzter Fall vom "Tatort-Veteran" Roland Suso Richter, der zum fünften Mal bei einer Tatort-Folge Regie führt. Patrick Brunken schrieb das Drehbuch und lässt Kopper in schwere Loyalitätskonflikte stürzen, die man von ihm bisher nicht gewöhnt war. Aus dem empathischen Hobbykoch wird ein Action-Held, der sich mit finsterer Miene seinen Weg frei schießt.

GOKA-Wertung

Großartige Abschiedsvorstellung von Andreas Hoppe, die ihm eine Hintertür offen hält.