"Der namenlose Tag": Volker Schlöndorffs erster TV-Krimi

Premiere! Das ZDF zeigt am 5. Februar um 20.15 Uhr "Der namenlose Tag". Es ist der erste TV-Krimi bei dem Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff Regie führt. Mit dabei sind GOLDENE KAMERA-Preisträger Thomas Thieme und Devid Striesow.

Zwei erhängte Frauen, mutmaßlicher Kindesmissbrauch – und seltsame Zwillingsschwestern: Jetzt beweist Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (78, "Die Blechtrommel"), dass er auch Krimi kann!

Darum geht's in "Der namenlose Tag"

Sein TV-Thriller "Der namenlose Tag" basiert auf dem gleichnamigen Krimi von Friedrich Ani – ein Fall in bester Hitchcock-Manier. Inhaltlich geht's um Ermittler Franck (Thomas Thieme, hier im Interview), der anderen Menschen Todesbotschaften überbringt. Obschon pensioniert, muss Franck einen alten Fall aufrollen: Denn als Doris Winther (Ursina Lardi) zwei Jahre nach dem Tod ihrer Tochter Esther (Stephanie Amarell) stirbt – beide sterben durch Erhängen – behauptet der Witwer (Devid Striesow, hier im Interview), dass Frau und Tochter ermordet wurden. Winther engagiert Franck für die Mörderjagd, doch dann gerät er selbst in Verdacht.

Volker Schlöndorff im Interview

Volker Schlöndorff zu GOLDENE KAMERA: "Mich hat diese Geschichte sehr berührt – weil ich mich in dem Kommissar auf eine eigenartige Weise wiedererkannt habe! Wir sind beide im Ruhestand, können aber keine Ruhe geben, sind dauernd auf Achse, und versuchen Andere zu verstehen. Außerdem verwickelt Franck die Menschen immer in Gespräche – wie ein Beichtvater."

Volker Schlöndorff erklärt seinen ersten Krimi

Nachts indes laufen die Tathergänge der Verbrechen vor dem geistigen Auge des Ermittlers an der Zimmerdecke ab – denn, so Schlöndorff: "Anis Kommissar ist 'gedankenfühlig'! Er legt sich hin, schließt die Augen, denkt über die Motive und Menschen nach – und kommt durch diese einfühlsame Art der Wahrheit viel näher, als wenn er nur Fakten analysiert. Beim Dreh der Zimmerdecken-Szenen habe ich mich übrigens an dem alten Stummfilm 'Die Straße' orientiert. Darin liegt ein Mann auf dem Rücken, während draußen Autoscheinwerfer Schatten an die Zimmerdecke werfen, in denen der Liegende Fantasiegestalten zu erkennen glaubt – es ist ein altes expressionistisches Mittel. Und ich liebe Stummfilme!" (Hier lesen Sie das gesamte Interview mit Volker Schlöndorff.)

Devid Striesow sagt, worauf es bei der Rollenauswahl ankommt

Thomas Thieme im Interview

Auch unser GOLDENE KAMERA-Preisträger von 2014 Thomas Thieme (69, "Babylon Berlin") hat die Gedankenfühligkeit gereizt: "Ich glaube ebenfalls an die Macht der Intuition – denn mein Beruf lebt davon! Sobald die Kamera an- beziehungsweise der Vorhang aufgeht, bedarf meine Profession reiner Intuition. Dann mache ich nur noch, was mir 'von irgendwo mitgeteilt' wird – genau wie Franck!" Thieme würde den Todesboten gern noch öfter spielen: "Aber ob es weitergeht, erfährt man als Schauspieler als Letzter. Wir sind nur 'Auftragsentgegennehmer'."

Thomas Thieme über seine Rolle in "Der namenlose Tag"

Zweites Drehbuch in Arbeit?

Schlöndorff weiß schon mehr: "Angeblich wird am zweiten Drehbuch gearbeitet. Ich wollte es nicht selbst schreiben, obgleich ich gefragt wurde – und habe von vornherein gesagt, dass ich diesen Film nur ausnahmsweise drehe."

GOKA-Wertung

Kunstvoll verwebt Volker Schlöndorff Vergangenheit und Gegenwart: Eine Geschichte mit Niveau.

Muss ich sehen, weil...

der Plot tiefgründig und die Besetzung bis in die Nebenrollen erstklassig ist.

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