"Das Ding des Jahres": Raabs neue Megashow

Strippenzieher im Hintergrund: Stefan Raab kommt mit "Das Ding des Jahres" zurück ins Fernsehen - aber diesmal nicht als großer Entertainer, sondern "nur" als Produzent.

Aus der Garage auf die große Showbühne: Für clevere Erfinder und Tüftler könnte die neue sechsteilige Pro-Sieben-Show "Das Ding des Jahres" (ab dem 9. Februar, 20.15 Uhr, ProSieben) den großen Durchbruch bedeuten. Mit insgesamt 40 Ideen für Dinge, die das Leben schöner und einfacher machen sollen, treten sie gegeneinander an und buhlen um die Gunst des Publikums: Was können die Menschen am besten gebrauchen?

Produzent des neuen Formats ist ein alter Bekannter: Entertainer, TV-Innovator, Quotengarant und GOLDENE KAMERA-Preisträger von 2004 Stefan Raab. Die ehemalige Rampensau des Senders meldet sich nach mehr als zwei Jahren TV-Abstinenz bei ProSieben zurück – aber eben nicht vor der Kamera. "Das Ding des Jahres" ist die erste TV-Kreation des 51-Jährigen, in der er selbst nicht zu sehen ist. Doch bei den Aufzeichnungen war er vor Ort, wünschte den Erfindern vor ihren Auftritten Glück und beobachtete in seiner Funktion als Executive Producer die Arbeitsabläufe.

Parallelen und Unterschiede zu "Die Höhle der Löwen"

"Das Ding des Jahres" ist ein direkter Angriff auf den Vox-Erfolg "Die Höhle der Löwen". Allerdings strahlt Stefan Raabs Variante deutlich mehr Show-Feeling aus: Statt trockener Geschäftszahlen und cooler Start-ups, die eine App präsentieren, setzt Raab auf mehr Menschlichkeit. Sein Team hat Kandidaten im Alter von 28 bis 64 zusammengesucht, die meist in ihrer Freizeit smarte Gegenstände und Geräte entwickelt haben. In fünf aufgezeichneten Folgen, moderiert von Janin Ullmann, treten je zwei Erfinder mit ihren Ideen in Duellen gegeneinander an, vom Studenten über einen Fliesenverkäufer bis zur Juristin. Manchmal zeigen sie ein fertiges Produkt, mal aber auch nur einen einfach zusammengebastelten Prototyp. Diesen Werkstattcharakter spiegelt auch die Gestaltung der Bühne wider, die zwei Garagen in einer US-amerikanischen Vorstadt nachempfunden ist.

Die Jury als Produkttester

Auch Raab selbst ist ein Tüftler: "Er hat einen Duschkopf erfunden, mit dem Frauen bequem duschen können, ohne dass dabei Ihre Haare nass werden", sagt Lena Gercke. Zusammen mit Joko Winterscheidt und Hans-Jürgen Moog, Chefeinkäufer bei Rewe, bildet sie die Jury der Show. "Ich kann mir gut vorstellen, dass diese Erfahrung ihn zu 'Das Ding des Jahres' inspiriert hat, weil er einmal den kompletten Prozess durchgemacht hat, vom Erkennen eines Alltagsproblems bis zum Herstellen des Produkts." Allein das Studiopublikum entscheidet, welcher Erfinder es in die nächste Runde schafft. In einem großen Livefinale stimmen dann die TV-Zuschauer über den Sieger ab, der 2,5 Millionen Euro als Budget erhält, um seine Erfindung in Werbespots bei ProSiebenSat.1 zu vermarkten.

Die Jury mit Gercke und Co. besteht nicht aus "Löwen", die investieren wollen, sondern darf stellvertretend für die Zuschauer die Produkte testen. Auch auf die Gefahr hin, dabei komisch auszusehen: "Du machst dich auch mal zum Affen, aber das ist das Coole an der Show! Du kannst beim Ausprobieren auch wieder Kind sein", sagt die 29-jährige Gercke, die etwa ein voluminöses Putzgerät in den Mund nimmt, das Zähne in Rekordzeit reinigen soll. Bei einigen Beauty-Produkten ist sie gleich Feuer und Flamme, die Männer der Jury stürzen sich dagegen begeistert auf ein kleines Auto, welches das Spielerlebnis einer Carrerabahn auf ein neues Level heben soll. Außerdem darf die Jury innovative Fortbewegungsmittel, einige praktische Haushaltshelfer und besonders nachhaltige Produkte auf Herz und Nieren prüfen.

Noch nie zuvor im TV war Juror Hans-Jürgen Moog, der als Marktkenner sein Know-how einbringen soll. Durch ihn könnten einige Produkte den Weg in die Filialen seines Arbeitgebers finden. Der 49-Jährige erhielt vollstes Vertrauen vom alten Hasen Raab: "Er hat mir mit Nachdruck empfohlen, authentisch zu bleiben und nicht zu probieren, mich zu verstellen", so Moog.

Warum Raab nicht Teil der Sendung ist, bleibt ein Rätsel – schließlich tritt er Ende 2018 auch dreimal mit seiner "TV total"-Band und Gästen in der Kölner Lanxess Arena auf. Die Rampensau steckt offenbar noch in ihm.