Erotik & Action im Weimar-Tatort "Der kalte Fritte"

Nur sechs Wochen nachdem "Der wüste Gobi" in Weimar sein Unwesen trieb, müssen Dorn und Lessing den Tod eines Auftragskillers aufklären, der kurz zuvor einen Milliardär erschossen hat.

Was erst wie ein missglückter Raubmord aussieht, entwickelt sich schnell zu einem verzwickten Fall, der die gewohnt wortwitzigen Kommissare in den mit Rotlicht beleuchteten Kommunal-Sumpf der Goethe-Stadt führt. "Der kalte Fritte" (So, 10. Februar, 20.15 Uhr im Ersten) überzeugt mit einem dramatischen Finale.

Darum geht's im "Tatort: Der kalte Fritte"

Bei einem Einbruch in seine Weimarer Villa wird der milliardenschwere Kunstliebhaber Alonzo Sassen ermordet. Seine Frau Lollo hat den Täter erschossen - offenbar in Notwehr.

Die Kommissare Kira Dorn und Lessing observieren Lollo, die danach im Bordell "Chez Chériechen" Arbeit sucht, das von Fritjof "Fritte" Schröder geführt wird. Dessen Bruder Martin betreibt mit seiner Frau Cleo in der Nähe Weimars einen Steinbruch, der am Rande der Insolvenz steht und ein potenzieller Standort für das geplante "Goethe-Geomuseum" ist. Diese Nutzung wäre die finanzielle Rettung der Schröders.

Doch der Milliardär Sassen hatte angekündigt, der Stadt ein Grundstück in bester Lage am Frauenplan zu schenken, um dort ein Museum errichten zu können. Die Kriminalhauptkommissare Kira Dorn und Lessing glauben, dass dies sein Todesurteil war.

Wer ist mit dabei?

Natürlich Nora Tschirner und Christian Ulmen, die mit ihrer Situationskomik den Fall erträglich machen, sich aber als eigenwillige Ermittler-Paar auch nicht mehr wirklich weiter entwickeln. Andreas Döhler (bekannt aus dem RTL-Dreiteiler "Winnetou") und Sascha Alexander Geršak spielen das verhasste Bruder-Paar Schröder. Für Geršak ist es bereits der achte Tatort-Auftritt, aber seine größte Rolle hat er in diesem Jahr in "Gladbeck" (7/8. März im Ersten) , dem TV-Drama über die spektakuläre Geiselnahme von 1988, die bundesweit für großes Aufsehen gesorgt hat. Geršak spielt den Entführer Hans Jürgen Rösner.

Ein bekanntes Gesicht ist auch Hermann Beyer, der regelmäßig im "Spreewaldkrimi" zu sehen ist. Hier spielt er "Udo", den Vater von Kommissariatsleiter Kurt Stich - gespielt von Thorsten Merten, der auch zur Stammbesetzung im ZDF-"Spreewaldkrimi" zählt. Ruby O. Fee ("Die Ketzerbraut") hat als "Lollo" ihren dritten Tatort-Auftritt nach 2013 und 2016.

Hintergrund

Am Anfang des "Tatorts" spielt ein Gemälde die Hauptrolle: Das berühmte Kandinsky-Werk "Weiches Hart" hängt in der Villa des ermordeten Milliardärs. Ein Kunstexperte erklärt Dorn und Lessing, dass das Bild von 1927 in den 90er Jahren in Argentinien gestohlen wurde und später in London für 4 Millionen Euro unter den Hammer kam. Doch diese Geschichte ist frei erfunden. Das Gemälde war auf vielen internationalen Ausstellungen zu sehen und ist seit 1984 in Privatbesitz . Es dürfte auch deutlich mehr wert sein. Letztes Jahr wurde bei "Sotheby's" ein Kandinsky für 37 Millionen versteigert.

GOKA-Wertung

Flapsige, detailverliebte Rotlicht-Klamotte, die als "unkorrekter Tatort" überzeugt und an einen Comic erinnert. Ein echtes Highlight ist die neben und an der Stange tanzende Nora Tschirner im Bordell.