Der Film im Film im "Tatort: Meta"

Ein Thriller auf der Berlinale lässt die Kommissare Rubin und Karow erschaudern: Auf der Leinwand wird eins zu eins ihr aktueller Fall gezeigt.

Ein abgetrennter Finger, eine 14-jährige Leiche und ein Drehbuchautor, der vermeintlich Selbstmord begangen hat: Der aktuelle Fall "Tatort: Meta" (18. Februar, 20.15 Uhr, Das Erste) zieht alle Register. Doch der wahre Schock wartet für die Berliner Hauptkommissare Rubin und Karow auf der Leinwand des Berlinaletheaters.

Darum geht's im "Tatort: Meta"

Die Mordermittlungen führen Nina Rubin (Meret Becker) und Robert Karow (Mark Waschke) zum Filmemacher Michael Schwarz. Die Geschichte seines neuen Kinofilms ähnelt frappierend stark ihrem aktuellen Fall, in dem eine 14-jährige Prostituierte tot in einem Lagerhaus aufgefunden wurde. Kopiert der Film das Leben oder das Leben den Film? Was hat sich der Autor Kotea beim Drehbuchschreiben gedacht und warum hat er Selbstmord begangen? Das Bonusmaterial des Films bringt die Kommissare weiter. Doch der Film zeigt auch einen Anschlag auf einen der Kommissare.

Wer ist mit dabei?

Mark Waschke spielt den Kommissar Robert Karow gewohnt unsympathisch und gefühlskalt, der sich immer mehr in den Fall verbeißt und Realität und Fiktion so sehr vermischt, dass er mehr und mehr abstumpft: "Was sind sie? Ein Roboter? Lässt sie das völlig kalt?... Langsam verstehe ich, warum Sie keiner leiden kann," so seine Kollegin Rubin, als er keine Mitgefühl gegenüber der Mutter des Drehbuchautors zeigt, die ihren Sohn verloren hat. Im Gegenzug wird Meret Becker in ihrer Rolle emotional: Ihr Teenager-Sohn möchte zukünftig lieber beim Vater wohnen. Fabian Busch ("Aufbruch in Ungewisse") spielt den Polizisten Felix Blume auf der Leinwand, zusammen mit Ole Puppe, der in "Meta" schon seinen 11 Tatort-Auftritt hat. Simon Schwarz hat eine besondere Rolle: Er spielt den "toten" Drehbuchautor Peter Koteas

Hintergrund

Dank einer Sondergenehmigung durfte zum ersten Mal ein "Tatort" während der Berlinale gedreht werden, der auch parallel zu den Internationalen Filmfestspielen ausgestrahlt wird. Der "Zwiebeltatort", wie Meret Becker diesen "Tatort" nennt, vermischt Film und fiktive Wirklichkeit und imitiert damit auch ein wenig den Kultfilm "Taxi Driver" mit Robert De Niro.

GOKA-Wertung

Raffiniert verwobene Geheimniskrämerei. Der Film verlangt vom Zuschauer höchste Konzentration, um den Fall, den Film und den Film im Film auseinanderzuhalten. Clever und hochspannend erzählt!

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