Star der Woche: Juergen Maurer

Der Österreicher kennt keine Berührungsängste: Mörder, Kommissare oder ein mit einer Frau verheirateter Schwuler, der sich komplett nackt zeigt – Maurer ist sich für keine Rolle zu schade. Und der Mut zahlt sich aus.

Juergen Maurer ist im TV omnipräsent: Gerade erst wurde er als Mörder im "Tatort: Waldlust" überführt. Dann macht er eine Wandlung vom ewigen untreuen schwulen Mann, zum seine Ehefrau vermissenden Gutmenschen in der dritten Staffel von "Vorstadtweiber" (hier in der ARD-Mediathek abrufbar) durch. Und jetzt jagt Maurer als gestresster Kommissar Ruiz zum fünften Mal Mörder. Im aktuellen Fall "Neben der Spur – Sag, es tut dir leid" (12. März, 20.15 Uhr, ZDF) gibt es gleich drei Tote: ein Ehepaar wird erschlagen und eine junges Mädchen wird leblos aus der Elbe gefischt.

Durch und durch eigenwillig und ausgezeichnet!

Doch am besten stehen dem 51-Jährigen, der eigentlich Zeichenlehrer werden wollte, immernoch die unangepassten Charaktere. Die Rolle des unsensiblen Ex-Eishockeystars, der als Berufsjugendlicher immer noch seiner Karriere hinterherhängt, brachte ihm durchweg positive Zuschauerresonanz. Jetzt ist er für seine Rolle in dem österreichischen Kinohit "Harri Pinter – Drecksau" sogar für den Filmpreis Romy in der Kategorie "Beliebtester Schauspieler" nomoiniert.

Trailer: Harri Pinter Drecksau

Eine ernste und berührende Rolle spielte Maurer neben Ken Duken im auf wahren Tatsachen beruhenden Film "Das Wunder von Kärnten". Das Drama bekam 2013 sogar den internationalen Emmy. Bis vor kurzem stand Maurer erneut mit Ken Duken vor der Kamera. Die beiden haben gemeinsamt mit GOLDENE KAMERA-Preisträger Wotan Wilke Möhring die Miniserie "Parfum" abgedreht, die Ausstrahlung ist noch für diesen Herbst bei ZDFNeo geplant. Maurer spielt darin erneut einen Kommissar.

Besonders eigenwillig ist vor allem sein Charakter in "Vorstadtweiber". Als Immobilienmaker, der seine Frau mit Männern betrügt, spielt er sich in die Herzen der Zuschauer. In seiner Rolle muss er bis zum Äußersten gehen: Ein Mann versucht ihn mit einem Elfenatenrüssel im Intimbereich zu verführen, seine Frau fährt ihn absichtlich mit dem Auto an, so dass er im Rollstuhl sitzen muss und selbst vor Gewaltszenen scheut er sich nicht. Doch die größte Herausforderung, die auch einen kleinen Skandal auslöste, ist eine Nackszene, in der er komplett seinen Genitalbereich zeigt. Keine einfachen Szenen, die Maurer aber mit Bravour meistert.

Ab Juli steht Juergen Maurer bereits für die vierte Staffel des Serienhits vor der Kamera. Die dritte Staffel erreichte in Österreich einen Marktanteil von 23 Prozent. Doch neben dem großen Erfolg brachte die Serie Maurer vor allem privates Glück: Seit 2016 ist er glücklich mit Schauspielkollegin Maria Köstlinger (Rolle Waltraud Steinberg) liiert, von der Mutter seiner 15-jährigen Tochter lebt er schon länger getrennt.

Traditioneller Schauspieler mit Mut zum Neuen

Auch am Theater ist Maurer sehr gefragt: Nach seinem Studium der Bildende Künste an der Universität von Wien und seinem Abschluss in Schauspiel schaffte er den Sprung ans Wiener Burgtheater. Von 1997 bis 2012 gehörte er an der renommierten Spielstätte zum festen Ensemble. Seinen mutigen Ausstieg begründet er im Radiointerview mit Alice Herzog wie folgt: "Ein Jahr länger und ich wäre Beamter gewesen, eine Horrorvorstellung für mich." Also konzentrierte sich Maurer zunehmend auf seine TV- und Filmkarriere.

Und ganz klar, lässt er sich dabei nicht in eine Rolle pressen. Er spielte bereits in sieben "Tatorten" mit, die Zuschauer lernten ihn in den Serien "Das Glück dieser Erde" (2011) oder "Die Chefin" (2016) kennen. Neben Josefine Preuß war er in der zweiten Staffel "Schuld: Das Cello" (2017) nach Ferdinand von Schirach zu sehen. Er wirkte in zwei Folgen "Spuren des Bösen" (2015 und 2018) mit und war Anfang des Jahres im TV-Krimi "In Wahrheit: Mord am Engelsgraben" zu sehen.

Vielseitig ist der in Klagenfurt am Wörthersee geborene Schauspieler auch privat: Seine Hobbys reichen vom Skifahren, übers Reiten bis hin zum Tauchen, außerdem spielt er Klarinette, Saxophon und Percussion. Am liebsten aber brettert er mit seinem Motorrad durch seine Heimatstadt Wien und Umgebung. Eine Vielfalt, die er ganz sicher auch vor der Kamera wieder zutage bringen wird. Aber egal welche Rollen der charismatische Dreitagebartträger demnächst noch annehmen wird, für uns gehört er ganz klar zu den Top 20 österreichischen Schauspielergarde: