Zum letzten Mal im Ermittler-Einsatz: Hannelore Hoger als Bella Block

Bye-bye, Bella: Mit der letzten Folge der Krimireihe "Am Abgrund" endet auch ein Stück Fernsehgeschichte. Ein Interview mit Hannelore Hoger, die nach 38 Folgen "Bella Block" den TV-Dienst quittiert.

Die Krimireihe "Bella Block" überzeugt seit 1993 Kritiker wie Publikum und bekam zahlreiche Auszeichnungen, darunter die GOLDENE KAMERA 1998. Doch trotz Topquoten will Hannelore Hoger, die die inzwischen pensionierte Hamburger Kommissarin von Anfang an spielte, nun nicht mehr.

Hannelore Hoger über ihren letzten "Bella Block"-Einsatz

Kleines Trostpflaster für alle Bella-Fans: In der letzten "Bella Block"-Folge "Am Abgrund" (24. März, 20.15 Uhr, ZDF) gibt es zum Abschied ein Wiedersehen mit ihrem Ex-Assistenten Jan (Devid Striesow) und Ex-Partner Simon (Rudolf Kowalski). GOLDENE KAMERA sprach mit Hoger übers Loslassen und neue Pläne.

Interview mit Hannelore Hoger

Warum machen Sie Schluss?

Weil ich bereits 25 Jahre dabei bin und auch noch mal etwas anderes machen möchte.

Wie schwer fällt es Ihnen, die beliebte TV-Ermittlerin loszulassen?

Ich trage sie auch in Zukunft immer in meinem Herzen mit mir herum.

Bella stirbt fast in der Badewanne. Wie war der Dreh des Mordanschlags?

Angenehm warm! Es war überhaupt nicht schlimm. Die Produktion hat alles getan, damit es mir gut ging und ich nicht in der Wanne ertrank.

Viele Folgen beruhten auf wahren Fällen. Glauben Sie dennoch ans Gute?

Das müssen wir alle, sonst sind wir verloren. Ich glaube an die Liebe! Das muss man nicht nur predigen, sondern auch leben. Jedem, der traurig ist, rate ich, unter Menschen zu gehen. Auch wenn das Vertrauen zerbrochen ist. Es gibt immer Menschen, die für andere da sind.

Der Philosoph Thomas Hobbes sagte: "Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf."

Da ist auch etwas dran. Manchmal hat man den Eindruck, Tiere sind nicht so furchtbar wie Menschen. Sie vernichten nicht aus Habgier, sondern weil sie Hunger haben.

Die Figur der Bella Block ist schlagfertig, glaubwürdig und philosophisch. Aber ist sie auch realistisch?

Sogar sehr! Deswegen kommt sie auch so gut an. Man erlebt nämlich nicht nur pausenlos ungetrübtes Glück im Leben.

Ist es ganz ausgeschlossen, dass Sie Bella doch noch einmal reaktivieren?

Vorgesehen ist es nicht. Sollte jedoch jemand mit einem tollen Buch kommen, dann kann man noch mal darüber reden.

Es müsste aber schon ein außergewöhnliches Drehbuch sein, oder?

Ich bin frei und offen, aber ich möchte nicht immer mit dem Druck leben, pro Jahr zwei "Bella"-Fälle drehen zu müssen. Es gibt auch viele andere gute Drehbücher, die man mit mir verfilmen könnte! Ich möchte mir in Zukunft aussuchen können, was ich mache – und was nicht.

Erhalten Sie viele gute Angebote?

Ja, aber ich konnte sie oft nicht annehmen, weil ich für "Bella" vor der Kamera stand.

Was verpassen Sie nie im Fernsehen?

Tierfilme und Komödien.

Ihre Meinung über die TV-Krimiflut?

Menschen sind von klein auf neugierig und brauchen Futter fürs Gehirn. Außerdem ist der Krimi ein Genre, in dem sich alles erzählen lässt. Auch, warum ein Mensch eine Tat überhaupt begangen hat.

Was war Ihr kriminellstes Delikt?

Ich habe keine Leiche im Keller! Ich bin höchstens mal zu schnell gefahren.

Und Ihre nächsten Projekte?

Wenn ich mehr Zeit habe, werde ich mich erst mal ausruhen – und dann versuchen, meine Freizeit mit etwas zu füllen, das mir Spaß macht.