"Tatort: Mitgehangen": Zerreißprobe für die Kölner

Nach dem Fund einer Leiche in einem Baggersee ermitteln Ballauf und Schenk in der illegalen Autorennszene - und kriegen sich diesmal in die Haare.

Die Kölner Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär, GOLDENE KAMERA 2012) ermitteln im "Tatort: Mitgehangen" am 18. März um 20.15 Uhr im Ersten. Dabei müssen sie den Mord an dem Teilhaber einer Reifenhandlung aufgeklären.

Trailer zum "Tatort: Mitgehangen"

Darum geht's im "Tatort: Mitgehangen"

Ein Auto, versenkt in einem Kölner Baggersee – mit einer Leiche im Kofferraum. Es handelt sich um den jungen Autonarr Florin Baciu (Kristijan Rasevic). Kürzlich war er als Teilhaber in die Reifenhandels-Firma Grevel eingestiegen und bescherte dem Familienbetrieb dank seiner Kontakte zur illegalen Autorennszene deutlich höhere Umsätze. Bei den Kollegen beliebt war er deshalb nicht: Dass es bei seinen Geschäften nicht immer ganz legal zuging, gilt als offenes Geheimnis.

Da macht die Spurensicherung eine wichtige Entdeckung: Offensichtlich wurde Baciu in der Montagehalle erschossen. Für Ballauf steht fest, dass Familienvater Matthes Grevel (Moritz Grove) der Mörder sein muss, handfeste Beweise dafür gibt es allerdings nicht. Und dann geht Schenk noch einer anderen Spur nach, wegen er mit seinem Kollegen aneinander gerät.

Wer ist mit dabei

Neu mit dabei: Roland Riebeling, der Tobias Reisser während seiner Flitterwochen ersetzt und es als herzkranker Assistent Jütte eher ruhig angehen lässt. Erstaunlich, wie es Norbert Jütte trotzdem schafft, bei den Ermittlungen am Ball zu bleiben - nicht zuletzt weil er Gott und die Welt im Präsidium kennt und daher sehr gut vernetzt ist. Eine perfekte Ergänzung für Ballauf und Schenk.

Was ist das Besondere am "Tatort: Mitgehangen"?

Auch nach 72 Folgen schaffen es Drehbuchautor Johannes Rotter und Regisseur Sebastian Ko dem beliebten Köln-Duo neue Facetten zu entlocken. Nach Jahrzehnten im Einsatz kommt bei den beiden Ermittlern die Frage auf, ob sie sich ihren Beruf tatsächlich so vorgestellt haben und ihr Leben glücklich verläuft. Zwar haben sie ihren Weg zum Stressabbau gefunden, dennoch bemängelt Ballauf: "Du wirst nie gerufen, wenn alles gut ist. Nie, wenn alles schön ist. Du wirst immer nur gerufen, wenn alles scheiße ist, wenn alles fürchterlich ist." Konkrete Hinweise, dass die Pensionierung der beiden bevorstehen könnte, gibt es aber zum Glück nicht.

GOKA-Wertung

"Mitgehagen" ist ein rasend guter Mordfall, der mehrere Ebenen verwebt und vorsichtig die Polizeiarbeit hinterfragt. Ballauf und Schenk bieten klassische Wer-war’s-Kost mit einer weitgehend schnörkellos inszenierten Mördersuchen. Die Differenzen zwischen den Ermittlern sind seit jeher typisch für den "Tatort" Köln, doch dieses Mal sind die Konflikte zwischen den beiden besonders treffsicher, weil sie Fragen zu den Ermittlungsmethoden aufwerfen. Kurz: ein Kölner "Tatort"-Highlight.