Brandstiftung und Seelenstriptease im "Polizeiruf 110: Starke Schultern"

Eine komplizierte Familiengeschichte, ein Brandanschlag und ein neuer Polizeipsychologe halten das Magedburger Team auf Trapp. Claudia Michelsen glänzt wieder als Kommissarin Brasch.

Im "Polizeiruf 110: Starke Schultern" (25. März, 20.15 Uhr, Das Erste) muss GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Claudia Michelsen als Kommissarin Brasch auf die Couch des neuen Polizeipsychologen und holt dabei nicht nur die eigenen Leichen aus dem Keller.

Darum geht's im "Polizeiruf: Starke Schultern"

Ein Haus steht in Flammen, René Ottmann (Thomas Loibl) kann sich gerade noch retten, aber der Sachschaden liegt bei über einer halben Million Euro. Es war Brandstiftung, wer wollte Ottmanns Tod? Feinde hat der Bauunternehmer viele und ein Verdächtiger ist schnell ausgemacht und verhaftet. Doch irgendetwas stört Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) an dem Geständnis des Mannes. Gemeinsam mit dem neuen Polizeipschyologen Niklas Wilke (Steven Scharf), der die Kommunikation zwischen Brasch und Köhler (Matthias Matschke) verbessern soll, recherchiert sie weiter.

Eine besonders komplizierte Beziehung hat Ottmann zu seiner Schägerin Susan Dietrich (Ursina Lardi). Was für Geheimnisse verbergen die beiden? Und was hat der Tod von Ottmanns Frau Janina, die vor fünf Jahren in einer Lawine erstickt ist, mit der Brandstiftung zu tun?

Hintergrund

Die neue Rolle des Polizeipsychologen Wilke kommt noch etwas holprig daher. Er soll die Teamstimmung verbessern und versucht mit Sätzen wie: "Gewaltdelikte, Erpressung, Raubüberfälle – das ist Ihr Alltag das kommt und geht, Ihre Kollegen, die bleiben." zu mehr Gesprächsbereitschaft zu ermutigen. Das wirkt teilweise gekünstelt. Einzig im Zusammenspiel mit Brasch (Claudia Michelsen) knistert es.

Am Ende erfahren wir, dass der, wie Brasch ihn nennt "lausige Psychologe" regelmäßig im Polizeiruf auftauchen wird.

In der im Dezember abgedrehten Folge "Crash" was Schauspieler Steven Scharf auf jeden Fall mit dabei. Vielleicht wird der 42-jährige Theaterschauspieler also ein festes Ensemblemitglied und vielleicht wird aus dem angespannten Ermittler-Duo dann endlich ein harmonisches Trio...

Ursina Lardi, die die Rolle der Susan Dietrich verkörpert, hat ebenso wie Claudia Michelsen an der Ernst Busch Schauspielschule in Berlin gelernt. Die 47-jährige erhielt für den Film "Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte" (2009) u.a. schon die Goldene Palme in Cannes und den Golden Globe.

GOKA-Kritik

Einzig Claudia Michelsen ist es zu verdanken, dass auch dieser "Polizeiruf 110" sehenswert ist. Die großartige Schauspielerin verkörpert die zerrissene Kommissarin mit viel Ausdruck und schafft es die actionleere und komplizierte Familiengeschichte interessant zu halten. Insgesamt hätten diesem Krimi etwas mehr Tempo und weniger Seelenstriptease gut getan.

Hier stehen eindeutig Familienprobleme frei nach dem Motto: "Unter jedem Dach ein Ach" im Vordergrund, für manchen Zuschauer mag das zu gefühlsduselig sein. Wer aber komplzierte Familienverhältnisse und die sogenannten "Private Lines" der Ermittler mag, finet auch in diesem "Polzeiruf 110" Unterhaltung.