"Tatort: Zeit der Frösche": Heike Makatsch jagt einen Serienkiller

Ein neuer "Tatort" mit Heike Makatsch als Ellen Berlinger. Ihr zweiter Fall wird ein sehr persönlicher.

Es ist der Moment, in dem es romantisch wird – oder werden könnte. "Ich mag dich", sagt Ellen Berlinger zu dem Erzieher aus dem Kindergarten, der sich ein bisschen unbeholfen an sie heranmacht. "Aber ich bin zu verkorkst für dich." Immerhin gibt sie ihm ein Bier. Und als sie zu ihm sagt: "Du kannst hier heute übernachten, wenn du willst", ist man beinahe ein bisschen erleichtert. Obwohl sie dabei wie eine Zimmerwirtin klingt.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie schwierig das Liebesleben von TV-Kommissarinnen ist, dieser "Tatort" liefert ihn. "Zeit der Frösche" (Ostermontag, 2. April, 20.15 Uhr, Das Erste) ist der zweite mit unserer GOLDENEN KAMERA-Preisträgerin von 2002 Heike Makatsch als Berlinger, die ihren Job vor zwei Jahren in Freiburg antrat. Damals war sie schwanger, inzwischen ist die Tochter da, die Ermittlerin ließ sich nach Mainz versetzen. Wohl auch, damit sich ihre Cousine um die Kleine kümmern kann. Denn Berlinger selbst arbeitet lieber.

Darum geht's im "Tatort: Zeit der Fösche"

Eine Jugendliche wurde getötet, ausgerechnet der hochbegabte, introvertierte 13-jährige Sohn der Verwandten gerät in Verdacht. Oder hat ein Serientäter erneut zugeschlagen? Kollege Rascher (Sebastian Blomberg) ist Ellen Berlinger kaum eine Hilfe, weil ihm der Fall so nahegeht.

"Rascher, den ich eine interessante Figur finde, ist ein empathischer Kommissar", sagt Heike Makatsch im Interview. "Jemand, der sich emotional nicht raushalten kann. Ich denke, er ist trotzdem so eine einsame Insel. Genau wie Ellen." Und irgendwie auch alle anderen: Die Cousine, ihr Sohn, ein größerer Schüler, die Eltern des Opfers – es scheint, als sprächen alle ihre Dialoge nur mit zusammengepressten Lippen.

Es ist ein "Tatort" der gehemmten Gefühle und komplizierten Konstellationen, der tristen Wohnblocks und düsteren Ecken. Und Ellen Berlinger ist bei all dem ganz vorn dabei: "Sie ist eine halbwegs überforderte Mutter, die vielleicht manchmal vor der Verantwortung für ihr Kind wegrennt, indem sie in ihren Job flüchtet. Sie hat keine Beziehung, sie versucht es dann mal, aber merkt, dass sie sich nicht richtig einlassen kann. Normal, oder?"

Bei derart vielen Problematiken kommt dem Krimi allerdings ein wenig die Spannung abhanden. Einmal bricht es aus Berlinger heraus, als es ihr mit einem vermeintlich Verdächtigen zu bunt und sie handgreiflich wird. Nur – wo kommt die denn jetzt auf einmal her, diese Gewalt?

Die unterkühlte Ermittlerin

Heike Makatsch ist dreifache Mutter, beim Dreh zu ihrem ersten "Tatort" war sie wirklich schwanger. In "Zeit der Frösche" wiederum geht es um die kleine Tochter der Kommissarin, ihren verdächtigen Neffen, liebesneugierige Jugendliche. Berührt eine solche Geschichte mehr, wenn man selbst Kinder hat? "Ich habe auch schon Mütter gespielt, als ich noch keine Kinder hatte", sagt Heike Makatsch. "Aber selber erlebt zu haben, was es bedeutet, die Selbstverständlichkeit und das Allumfassende des Elternseins, kann man sich vielleicht nicht vorstellen, wenn man keine hat."

Die resolute, ein bisschen unterkühlte Berlinger scheint ihr beinahe auf den Leib geschrieben: Beide lassen sich nicht so gern festlegen. Wird es einen dritten Berlinger-"Tatort" geben? "Die Figur wird einem lieb und teuer, die kennt man ja schon ein bisschen besser", sagt Heike Makatsch. Aber dann weicht sie doch aus: "Bei jedem Film, den ich drehe, muss ich durch Entscheidungsprozesse gehen. Man bekommt das Drehbuch, man liest es, man überlegt. Es bleibt also spannend." Lesen Sie hier das ganze Interview mit Heike Makatsch.

GOKA-Wertung

"Zeit der Frösche" ist ein ausgewogener Mix aus Polizeiarbeit und Berlingers verkorkstem Privatleben. Der Plot des zweiten Makatsch-"Tatorts" geriet diesmal deutlich aufgeräumter und Makatschs Figur hat an Profil gewonnen. Ein gefühliges Oster-Special!

Heike Makatsch will sich trotz "Tatort" nicht festlegen lassen

Ellen Berlinger (Heike Makatsch) beim verhören.
Ellen Berlinger (Heike Makatsch) beim verhören.
Foto: SWR/Julia Terjung
Heike Makatsch ist am Ostermontag zum zweiten Mal als Hauptkommissarin Ellen Berlinger im Einsatz und bekommt es mit einem Fall zu tun, der sie auch persönlich betrifft.
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