Star der Woche: Nicolette Krebitz

Als Schauspielerin wurde Nicolette Krebitz mit ihrer Rolle in "Bandits" in den 1990ern berühmt. Inzwischen interessiert sie sich auch für die eher sperrigen Stoffe - als Darstellerin und als Regisseurin.

Bereits im Kindesalter bekommt Nicolette Krebitz erste Rollen und Auftritte in TV-Sendungen wie "Denkste", "Montagsmaler" und "Rappelkiste". Mit gerade mal 12 Jahren feiert sie als Filmtochter von Harald Juhnke in dem Kinofilm "Sigi, der Straßenfeger" 1984 ihr Debüt.

In der Folgezeit übernimmt sie diverse Film- und TV-Rollen und wird schließlich für ihre Darstellung der HIV-infizierten Zoé in "Ausgerechnet Zoé" (1994) mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet. Nur ein Jahr später erhält die damals 22-jährige Schauspielerin den begehrten Nachwuchspreis der GOLDENEN KAMERA 1995. 2004 wird sie als beste deutsche Schauspielerin für ihre Rolle in Vivian Naefes Liebesgeschichte "So schnell du kannst" (ZDF) erneut mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichnet.

Durchbruch und Krise

Die heute 45-Jährige gehört zu den Gesichtern der neunziger Jahre. Sie ist ein Großstadtmädchen aus Berlin-Mitte, dem lässigsten Stadtteil des Landes, der die Jungen anlockt. Ein Ort für Rocker und Rockerinnen. Als Rockerin feiert sie 1997 ihren Durchbruch an der Seite von Katja Riemann in dem Musikfilm "Bandits". Danach wagte sie sich an Filme heran, die jung und mutig sein wollten, und die sich dennoch als Riesenpleiten entpuppten: "Fandango" und "Long Hello and Short Goodbye". Die Kritiker schreiben, Krebitz stehe in den Filmen herum wie ein Möbelstück. "Wie ein besonders edles Möbelstück", ergänzt sie in einem HÖRZU Interview.

Nach einer einjährigen Schaffenspause entscheidet sie sich für eine "bodenständige Rolle" in dem Fernsehfilm "Der Tunnel", der Geschichte einer Flucht in den sechziger Jahren von Ost- nach Westberlin. Und wie die Flüchtenden am Ende des Tunnels in die Freiheit krochen, so taucht Krebitz ebenfalls befreit auf. Mit dieser Rolle hat sie ihre Kritiker davon überzeugt, dass sie es weiterhin versteht, mit der Kamera umzugehen wie mit einer Freundin.

Neue Herausforderungen als Regisseurin

Als Schauspielerin hat sie es geschafft, da sucht sich die Mutter eines Sohnes eine neue Herausforderung: 2001 produziert sie als Regisseurin ihren ersten Langfilm "Jeans". Zwei Jahre lang hat sie an diesem Film übers Jungsein und Verliebtsein in Berlin gearbeitet. Sie hat zudem das Drehbuchautor zum Film geschrieben und selbst eine Rolle übernommen.

2007 folgt ihr zweiter sehr erfolgreicher Film "Das Herz ist ein dunkler Wald" mit Nina Hoss und Devid Striesow in den Hauptrollen. Mit ihrem dritten Film "Wild" (2016), der am Donnerstag, dem 5. April, um 22.30 Uhr auf Arte seine Free-TV-Premiere feiert, ist ihr gelungen, was bisher nicht vielen deutschen Regisseurinnen passiert ist: Er wurde 2016 zum renommierten Sundance Festival in den USA eingeladen und von der Fachpresse begeistert besprochen. Und das, obwohl das Thema nicht gerade dem Mainstream entspricht - verliebt sich doch in "Wild" eine Frau in einen Wolf und bricht aus ihrem eingefahrenen Leben aus. Für ihr Drama erhält sie 2017 den Deutschen Filmpreis in Bronze sowie den Bayerischer Filmpreis in der Kategorie "Beste Regie".

In den letzten Jahren hat sich die heute 45-Jährige rar gemacht auf der Kinoleinwand - eine Ausnahme bildet da der Kinofilm "Ostwind 3" (2017), in dem sie in die Rolle der geheimnisvollen Tara schlüpft. Als Schauspielerin ist sie eher im Fernsehen zu sehen. Noch in diesem Jahr wird Das Erste die Fortsetzungskomödie "Trauung mit Hindernissen" mit ihr und Hary Prinz in den Hauptrollen zeigen.