Mark Forster ist nicht mehr auf Kuschelkurs

Mark Forster wird in der fünften Staffel von "Sing meinen Song" (ab 24. April, 20.15 Uhr, Vox) vom Teilnehmer zum Gastgeber. Ein Exklusiv-Interview.

Topsänger verschiedenster Genres auf unbekanntem musikalischen Terrain, dazu emotionale Einblicke in ihre Seelen – diese Kombination macht den Reiz von "Sing meinen Song – Das Tauschkonzert" aus. Jetzt geht die unlängst mit der GOLDENEN KAMERA belohnte Show in die fünfte Runde, diesmal mit Mark Forster ("Au revoir") als Gastgeber sowie Rea Garvey, Judith Holofernes, Johannes Strate, Leslie Clio, Marian Gold und Mary Roos als Teilnehmern.

Für GOLDENE KAMERA gab Mark Forster eines seiner seltenen Interviews und sprach über seine Rolle als Gastgeber, Emotionen in der Show und seinen Glauben.

Interview mit Mark Forster

Was ist das Erfolgsgeheimnis von "Sing meinen Song"?

"Sing meinen Song" ist deshalb so erfolgreich weil es echt ist: Die Aufregung, die Freude und die Liebe, die auf der Couch stattfindet. Und im Mittelpunkt steht das Wichtigste: Die Musik.

… Wie kommt es das "Sing meinen Song" so emotional ist?

Das Verrückte bei "Sing meinen Song" ist, dass man jedes Mal total aufgeregt ist. Wenn man auf einmal vor Marian Gold steht und einen riesen Welthit singen muss, oder vor Judith Holofernes, eine der besten deutschen Texterinnen, einen Song interpretiert. Das ist natürlich brutal! Für mich war tatsächlich mein eigener Abend der Aufregendste, weil man so viel echte Zuneigung erfährt und so viel Respekt bekommt von den anderen Künstlern. Das lässt niemanden kalt. Da können sich noch so große Stars auf diese Couch setzen, das ist und bleibt emotional.

Wie harmonisch ist die diesjährige Besetzung der glorreichen Sieben?

Harmonisch ist die Runde auf jeden Fall. Es ist allerdings ganz anders als im vorigen Jahr, wo ich auch schon dabei sein durfte. Wir sind sehr respektvoll miteinander umgegangen und sind zu Freunden geworden. Das passiert wenn man mit so viel Liebe und Respekt einem die eigenen Songs vorsingt. Vielleicht ist die Besetzung etwas intensiver. Die Leute waren untereinander sehr interessiert und haben kluge Fragen gestellt.

Host oder Teilnehmer – Was macht mehr Spaß?

Das Gute ist, dass man als Host ja immer noch Teilnehmer ist. Man ist nicht außen vor und muss wie alle anderen auch die Songs vorbereiten. Ich hatte auch meinen eigenen Abend, wo ich mal nicht Host war. Aber ich bin tatsächlich eher der Typ: "Ich schenke lieber, als das ich beschenkt werde." Ich freue mich eher wenn ich etwas vorbereiten darf, und das dann auch aufgeht. Das heißt diese Host-Rolle kommt meinem Naturell schon sehr entgegen.

Welches Adjektiv beschreibt den Dreh in Südafrika am besten?

Intensiv ist das Wort was am besten zutrifft. Wir sind natürlich sehr eng miteinander und verbringen viel Zeit zusammen. Auch im Vorfeld gibt es glaube ich wenige Fernsehsendungen, auf die man sich so krass vorbereiten muss, wie auf "Sing meinen Song". Alleine bei der 24-stündigen Anreise wird man total eingenommen von "Sing meinen Song" und vergisst dieses Erlebnis niemals.

Wird die Staffel noch emotionaler als die Letzte?

In der letzten Staffel gab es ja wirklich Tränenausbrüche von Michael Patrick Kelly und Gentleman – viel emotionaler geht’s ja gar nicht. Da wurde ja wirklich die ganze Zeit sich umarmt und geheult. Es gibt auch in diesem Jahr krasse, emotionale Momente, aber es wird nicht die ganze Zeit gekuschelt, wie im vergangenen Jahr. Es ist eine Runde, die sehr offen, aufgeschlossen und interessiert aneinander war. Es ist einfach ein anderer Vibe. Ich habe beide Runden total genossen.

Als Appetizer: Gibt es einen Moment der Ihnen total ans Herz gegangen ist? Und wenn ja, welcher ist das?

So viel kann ich schon mal verraten: Ja, es gibt krasse und offene Momente. Es gibt Momente wo ich mit offenen Mund dastand und dachte: "Oh mein Gott, was passiert jetzt?"

In der letzten Staffel haben Sie sich als BossHoss Fan geoutet. Von welchem der Teilnehmer der diesjährigen Staffel sind Sie Fan geworden?

Fan war ich schon längst von Judith Holofernes, Marian Gold. Rea und Johannes sind Freunde von mir. Ich war nicht so vertraut mit den Werken von Mary Roos und Leslie Clio und in beide habe ich mich total verknallt! Mary Roos ist eine absolute Legende – 60 Jahre Showbusiness, da ziehe ich mein Käppchen vor. Und Leslie Clio ist einfach richtig musikalisch. Die beiden, die ich noch nicht kannte, haben mich tatsächlich auch am meisten beeindruckt.

In welcher der kommenden Folgen interpretieren die Teilnehmer Ihre Songs?

Es ist ja eine lange Tradition bei "Sing meinen Song", dass der Host die letzte Sendung hat und somit die Runde abschließt.

Wer hat Sie mit welchem Ihrer Songs besonders berührt?

Das darf ich, glaube ich, noch nicht verraten.

Wie lange schreiben Sie eigentlich an einem Lied?

Das ist total schwer zu sagen. Bei mir ist es oft so, dass die Idee viel früher kommt. Ich laufe wirklich mit offenen Augen und Ohren durch die Welt, und wenn ein Wort, ein Satz oder ein Ausdruck mir über den Weg läuft, schreibe ich mir das auf und es kann sein, dass ich ein Jahr später erst ein Lied daraus mache. Wenn ich dann anfange, eine Idee auszuarbeiten dauert das meistens so zwei, drei Tage. Da bin ich wie so ein Hai: Ich beiße mich dann an der Idee fest bis ein Lied da ist. Die Produktion von einem Song dauert dann aber auch nochmal länger.

Welcher Künstler hat Sie in der neuen Staffel am meisten überrascht?

"Sing meinen Song" bringt ja jeden Künstler dazu seine Komfortzone zu verlassen. Das haben alle gemacht und mich auch alle überrascht. Besonders krass fand ich Rea auf Deutsch singen zu hören. Es gibt ja einige deutschsprachige Sänger in der Runde und Rea hat es in seiner langen Karriere ja immer vermieden auf Deutsch zu singen, obwohl er perfekt Deutsch spricht mit einem lustigen irischen Akzent. Und er hat auf Deutsch gesungen und es war unfucking-fassbar.

… Sind Sie gläubig?

Ich bin sogar schon dreimal den Jakobsweg gegangen. Ich finde es eine tolle Art runterzukommen und sich Gedanken zu machen. Ich werde das mit Sicherheit mal wieder machen. Ich bin als halber Pole natürlich mit der katholischen Kirche aufgewachsen. Ich habe den Glauben ein wenig verloren, aber habe eine katholische Erziehung genossen. Ich bin kein gläubiger Typ, aber respektiere jeden der glaubt.

Wo steht die GOLDENE KAMERA?

Wir haben das große Glück, dass jeder von uns eine GOLDENE KAMERA bekommen hat. Deshalb steht sie auch da, wo ein Award hingehört: Auf dem Gästeklo.

Was verpassen Sie nie im TV?

Ich mag es Fernsehen zu gucken. Das Allerwichtigste, was im Fernsehen kommt, ist natürlich Fußball. Immer wenn ich die Chance habe freue ich mich, dass die Sportschau kommt. Bundesliga, Nationalmannschaft, Champions League gucke ich alles richtig gerne. Und seit ein paar Jahren jetzt auch 2. Liga, weil der FC Kaiserslautern, mein Lieblingsclub, in der 2. Liga spielt.

Bleiben Sie bei "The Voice of Germany" Coach?

Das ist ein gut gehütetes Geheimnis, wer immer die Coaches sind. Wenn ich das annähernd verraten würde, würde ich zu Staub zerfallen und es würde ein Loch in der Matrix entstehen...

Wie würde der Songtitel ihres Lebens heißen?

Mir ist viel Glück und Gutes wiederfahren, ich bekomme viel Liebe von wahnsinnig vielen Menschen. Ich bin darüber sehr glücklich, und das ist mein Antrieb. Ich zitiere einen Song von Schlagerlegende Mary Roos: "Nur die Liebe lässt uns leben".

Haben Sie einen Gegenstand, den Sie immer bei sich haben und der Ihnen Glück bringt?

Ich habe mein Handy immer dabei und Kaugummis oder Fishermens Friend (lacht).

Was sind Ihre neuen Album-Pläne?

Ich arbeite gerade an einem neuen Album. Ich schreibe gerade und habe auch die ersten Sachen schon aufgenommen. Es gibt sogar schon einen Titel, es gibt die meisten Songs, aber ich will natürlich nicht zu viel verraten. Ich denke das dieses Jahr noch was von mir rauskommt, aber eher gegen Ende 2018.

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