Die Hochzeit des Jahres im TV: Prinz Harry heiratet seine Meghan

Prinz Harry und die bürgerliche Amerikanerin Meghan Markle.
Prinz Harry und die bürgerliche Amerikanerin Meghan Markle.
Foto: Albert Nieboer/RoyalPress/dpa
Prinz Harry heiratet die bürgerliche Amerikanerin Meghan Markle. Wie sehr wird sich das britische Königshaus dadurch verändern?

Darauf haben die Fans der britischen Royals lang gewartet: Harry, offiziell Prinz Henry Charles Albert David von Wales, heiratet Miss Meghan Markle. Ihre Trauung findet am 19. Mai in der St. George’s Chapel von Schloss Windsor statt.

Das ZDF und RTL übertragen die Hochzeit des Jahres live ab 11 Uhr. Den ganzen Tag zeigen die beiden Sender passend zum TV-Ereignis des Jahres royale Filme und Dokus:

"Harry & Meghan: Eine königliche Romanze" (15.30 Uhr, RTL)

Der TV-Film zeigt, wie alles begann: Vom ersten Kuss bis zur royalen Verlobung.

"Leute heute spezial" (19.25 Uhr, ZDF)

Traumhochzeit in Windsor: Die schönsten Bilder von der Trauung

"Wie im Märchen" (20.15 Uhr, RTL)

RTL blickt auf frühere Hochzeiten zurück und blättert durchs goldverzierte Album der TV-Bilder.

"Meghan Markle - Die Rolle ihres Lebens" (23.30 Uhr, RTL, Wdh.)

Meghans Weggefährten über ihre Lebensstationen, Karriere und ihren Charakter.

Nach Jahren der Suche ist das Happy End nahe

Harry (33) hat seine Traumfrau gefunden. Lange galt der jüngste Sohn des britischen Thronfolgers Charles und der viel zu früh verstorbenen Lady Diana als "Partyprinz". Ehegerüchte um seine Langzeitfreundin Chelsy Davy und später Cressida Bonas, beide Mitglieder der englischen High Society, zerschlugen sich. Auch weil sie vor einem so öffentlichen, stets von Paparazzi verfolgten Leben neben Harry zurückscheuten.

Meghan Markle aber, in die er sich im Sommer 2016 bei einem von Freunden arrangierten Treffen verliebte, scheinen die kommenden Herausforderungen kein bisschen einzuschüchtern. Stolz zeigt sie bei der Verlobung am 27. November vorigen Jahres ihren Ring, der auf Harrys Wunsch mit zwei Diamanten aus Dianas privater Kollektion besetzt wurde. Die Engländer lieben die junge Frau jetzt schon.

Nicht nur die Queen ist entzückt

Auch die Queen, Harrys Großmutter, soll vom Familienzugang entzückt sein. Dabei hätte es zu Beginn ihrer Regentschaft eine solche Verbindung niemals gegeben. Harry ist Sechster der britischen Thronfolge. Meghan wurde 1981 in Los Angeles geboren, ihre Mutter war Angestellte im Reisebüro, ihr Vater Lichtregisseur für TV-Serien. Sie selber spielte bis zur Verlobung im November in der Justizserie "Suits" mit.

"Das britische Königshaus ist den schmalen Grat zwischen Tradition und Zeitgeist schon immer sehr erfolgreich gegangen", erläutert Diana Zimmermann, Leiterin des ZDF-Studios in London, die neue Toleranz. "Mit Meghan Markle heiratet jetzt eine junge Frau in die Familie, die tatsächlich so etwas wie einen Gegenpol zur britischen Aristokratie bildet: Sie ist Schauspielerin, Amerikanerin, ihre Mutter ist Afroamerikanerin. Und Meghan war schon einmal verheiratet. Jedes einzelne dieser Attribute hätte bis vor gar nicht langer Zeit einen Eintritt in die königliche Familie unmöglich gemacht. Nun aber schmücken sich die Royals mit Meghan – und lassen sich gleichzeitig für die Modernität des Königshauses feiern."

Eine Einschätzung, die auch Umfragen bestätigen: Das britische Meinungsforschungsinstitut YouGov ließ Ende November die Beliebtheit der Königlichen abfragen. Danach führen Harry und sein Bruder William vor der Queen. Beide Prinzen kommen auf 81 Prozent Zustimmung, 80 Prozent haben ein sehr gutes Bild von der Königin. Meghan erreicht trotz ihrer da noch relativ geringen Bekanntheit 49 Prozent. Schlusslichter sind das künftige Königspaar: Charles mit 47 Prozent und Camilla mit 33 Prozent.

Wie Meghan den Prinzen eroberte

Jedes Lächeln, jedes Outfit wird kommentiert. Stets wird sie mit Williams Frau Herzogin Kate verglichen, was sie selbstbewusst erträgt, zumal ihr der Stilwandel von flippig zu klassisch gut steht. Klug nutzte sie früh ihre Prominenz für Wohltätigkeitszwecke wie die Jugendorganisation One Young World. Es gibt viele Gemeinsamkeiten mit Harry, der eine Stiftung für Aidswaisen gegründet hat.

Wenn der attraktive Prinz seine Herzensdame vor den Traualtar führt, ist es auch ein Symbol dafür, wie wenig der Adel noch von seiner früher vererbten Exklusivität zehrt. "Könige regieren nicht mehr von Gottes Gnaden. Auch das alte Adelskonzept gibt es so nicht mehr", sagt Expertin Julia Melchior, die die Zeremonie im ZDF kommentiert. "Es geht heute weniger um Exklusivität als vielmehr um Kontinuität. Und die kann im Fall der Königsfamilie nur gewahrt werden, wenn sie von der Bevölkerung getragen wird."

Ein bisschen Showtalent sei da ganz nützlich: "Königsfamilien sollen vor allem repräsentieren, und dazu gehören eben auch Show und PR. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisten die jungen Damen, die in die Königsfamilie einheiraten. Das ist auch eine Chance. Sie sind weltberühmt, können die Aufmerksamkeit auf Themen lenken und damit ein Stück weit auch die Welt verbessern."

William ist Trauzeuge

So wird auch die kommende Märchenhochzeit Tausende an den Straßenrand und Millionen vor den Fernseher locken. Harry und Meghan heiraten rund 30 Kilometer westlich von London auf Schloss Windsor. Die Trauung beginnt um 13 Uhr unserer Zeit.

600 Gäste sind zur Messe geladen, darunter Elton John sowie David und Victoria Beckham. Prinz William ist Trauzeuge seines Bruders. Bis zuletzt geheim bleibt das Brautkleid der zukünftigen Herzogin von Sussex. Zu Prinzessinnen werden nämlich nur Personen, die im Königshaus geboren werden. So viel Tradition muss sein.

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