"Spätwerk": Henry Hübchen in der Schaffenskrise

Im TV-Drama "Spätwerk" (16. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste) glänzt Henry Hübchen als abgehalfterter Schriftsteller, der in einer tiefen Lebenskrise ist - bis seine Schuld zur Quelle neuer Inspiration wird.

Darum geht's in "Spätwerk"

Im Leben von Star-Autor Paul Bacher (Henry Hübchen) läuft schon lange nichts mehr rund: Lesungen von ihm finden nur noch in kleine Buchläden statt, seinen Fans begegnet er mit Verachtung und sein Alkoholkonsum führt nicht zur ersehnten Inspiration. Seit vier Jahren steckt er in einer Schaffenskrise, er hat einfach keine Ideen für einen neuen Roman. Versoffen und missmutig schleppt sich Paul durch seine Tage.

Als er nach einer Lesung in einem Provinznest und nach einer Flasche Wein nachts den Tramper Daniel (Jordan Dwyer) mitnimmt, verändert sich sein Leben drastisch. Denn er schmeißt den nervigen Jungen aus sein Auto - und überfährt ihn unbeabsichtigt beim Rückwärtsfahren, als er ihm seinen Rucksack hinterher werfen möchte. Daniel stirbt noch am Unfallort, Paul begeht Fahrerflucht, die Leiche lässt er verschwinden. Er beschließt, über den Vorfall zu schweigen. Sogar seiner neuen Freundin Teresa (Patrycia Ziolkowska), die er kurz vor dem Unfall kennengelernt hat, erzählt er nichts.

Das ungewollte Verbrechen bricht Bachers Schreibblockade und inspiriert ihn zum neuen Buch "Das Licht am Anfang des Tunnels". Als die knappe, düstere Erzählung über den Tod eines Trampers schließlich erscheint, feiern ihn die Kritiker. Mit dem neuen Buch und der neuen Liebe, kommt auch ein neues Kind in sein Leben: Teresa ist schwanger. Doch nicht nur er hat etwas zu verbergen, sondern auch Teresa...

Henry Hübchen als abgehalfteter Star-Autor Paul Bacher

Als erfolgreicher Autor Paul Bacher liefert Henry Hübchen eine großartige Schauspielleistung. Der heute 71-jährige Schauspieler stand seit 1966 - zunächst in der DDR und später in ganz Deutschland - für mehr als 120 Kino- und Fernsehfilme vor der Kamera. Für "Alles auf Zucker" erhielt er 2005 den Deutschen Filmpreis als bester Hauptdarsteller. 1975 spielte Hübchen in "Jakob der Lügner" mit, der einzigen für einen Oscar nominierten DEFA-Produktion. Außerdem ermittelte er zwischen 2003 und 2005 in fünf Schweriner "Polizeiruf"-Folgen.

GOKA-Wertung

"Spätwerk" ist ein gelungener Mix aus Krimi und Liebesgeschichte. Einen besseren Hauptdarsteller als Henry Hübchen hätte Regisseur Andreas Kleinert kaum finden können. Den in die Jahre gekommenen Säufer hat der Schauspieler bereits 2009 in "Whiskey mit Wodka" hinreißend zelebriert. Hier gibt er den Autor, dessen Ruhm verblasst - bis der tödliche Unfall ihn zur neuen Kreativität verhilft und sich der Erfolg wieder einstellt. Fasziniert verfolgt man, mit welcher Nonchalance ihm der narzistische Unsympath gelingt. Eine großartige Schauspielleistung!

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Foto: Albert Nieboer/RoyalPress/dpa
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