Online-Date mit einem Mörder im "Tatort: Wer jetzt allein ist"

Im letzten Fall von Alwara Höfel geben sich die Dresdner Kommissarinnen als Lockvögel beim Online-Dating selbst in Gefahr.

Im Tatort aus Dresden "Wer jetzt allein ist" (21. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste), treffen sich die Kommissarinnen Henni Sieland und Karin Gorniak undercover bei einem Online-Date mit einem Mörder.

Darum geht's im "Tatort: Wer jetzt allein ist"

Nachts vor einem Dresdner Klub: Die 22-jährige Studentin Doro (Svenja Jung) flieht vor einem maskierten Mann in ihr Auto. Gerade als sie sich in Sicherheit wiegt, wird sie von ihm herausgezogen und brutal mit einem Kabelbinder ermordet. Jemand hatte Doros Profil auf dem Datingportal "Love Tender" gehackt und Männern Geld abgezogen. Die Betrogenen haben sich in einer Gruppe, die sich die Vogeljäger nennt, zusammengeschlossen, um sich an Doro zu rächen. War einer der geprellten Männer der Mörder?

Den Kommissarinnen Henni (Alwara Höfels) und Karin (Karin Hanczewski) rennt die Zeit weg, denn nun hat es der Täter auch auf die Mitbewohnerin von Doro abgesehen, da sie den Mord am Handy mithörte. Undercover treffen sich die Polizistinnen mit den beiden Hauptverdächtigen: dem wohlhabenden Unternehmer Andreas (Daniel Donskoy) und dem Einzelgänger Petrick (Aleksandar Jovanovic). Diese Begegnungen werden viel persönlicher als den beiden Frauen lieb ist und die Situation eskaliert.

Hintergrund

Der in Russland geborene Schauspieler Daniel Donskoy startet in Deutschland gerade durch. Nach der RTL-Serie "Sankt Maik" und verschiedenen Episodenrollen in Krimis freut er sich sehr über den "Tatort"-Dreh: "Bei dem Traditionsformat mitspielen zu dürfen und das gleich in meinem ersten Jahr auf dem deutschen Markt, ist ein Traum." Seine Rolle verlangte ihm auch einige ab, wie Donskoy erklärt: "Um Andreas Koch zu spielen, musste ich mich emotional sowie auch körperlich vollkommen entblößen – das war nicht immer einfach. Schauspielerisch war diese Rolle bisher die größte Herausforderung und ich bin enorm dankbar für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde."

Ebenfalls ein "Tatort"-Debüt war es für Regisseurin Theresa von Eltz, die schon für ihren Kinofilm "4 Könige" (2015) einige Preise einheimsen konnte. "Dresden als Tatort-Stadt und das Ermittler-Trio sind für mich sehr spannend, weil dieser Tatort noch sehr jung ist."

Drehbuchautor Ralf Husmann ("Stromberg") hatte ebenso wie Schauspielerin Alwara Höfels eine weitere Zusammenarbeit beim Dresdner Tatort abgelehnt. Bei "Wer jetzt allein" ist, wurde er von dem alten "Tatort"-Hasen Erol Yesilkaya ersetzt. Der 41-Jährige hat bereits an acht "Tatort"-Drehbüchern mitgewirkt.

Cornelia Gröschel ersetzt Alwara Höfels ("Fehlender künstlerischer Konsens"). Derzeit absolviert sie ein Praktikum bei der Polizei, um sich so für die Dreharbeiten im Juli und August vorzubereiten. Der neue Fall wird dann voraussichtlich im Oktober erscheinen. Martin Brambach und sie sind dann die einzigen aus Dresden stammenden Schauspieler.

GOKA-Kritik

Der "Tatort: Wer jetzt allein ist" gleicht eher einem Thriller als einem Krimi. Düstere Szenen, Köpfe im Halbschatten, bedrückende Nahaufnahmen und Charaktere mit viel Tiefgang.

Insgesamt ist dieser "Tatort" von allen Hauptdarstellern sehr einprägsam gespielt, allerdings kommt die Rolle von Daniel Donskoy, dem selbstverliebten und zugleich empfindsamen geheimnisvollen Mann, doch schon etwas klischeehaft daher und sein Verhalten lässt den Zuschauer auch etwas ratlos zurück. Aleksandar Jovanovic' Rolle als sonderlicher Eigenbrötler vermittelt dem Zuschauer hingegen ein sehr beklemmendes Gefühl. Zum Glück sorgt Martin Brambach als Chef mit gekonnten Erziehungsmethoden für ein Schmunzeln und lockert den doch teilweise sehr emotional aufgeladenen "Tatort" auf.

Schade, dass Frau Höfels in Zukunft nicht mehr mit an Bord sein wird. Hier legt sie noch einmal einen starken Auftritt hin. In bestem #MeToo-Gebaren verkündet sie: "Wenn eine Frau nein sagt, dann heißt das auch nein!" Gemeinsam mit Karin Hanczewski stellen sie ein stimmiges Ermittlerduo dar, dass wir vermissen werden. Hoffen wir, dass Cornelia Gröschel eine würdige Nachfolgerin wird.