Star der Woche: Götz Schubert

Er ist in fast allen großen TV-Mehrteilern zu sehen, spielt in "Wolfsland" den übellaunigen Ermittler und setzt privat auf seine Familie. GOLDENE KAMERA traf Götz Schubert.

Eigentlich ist er ein unangenehmer Zeitgenosse, aber nur in seiner Rolle als "Butch" in dem Krimi "Wolfsland". Gleich an zwei aufeinanderfolgenden Donnerstagen stellt Götz Schubert neben Yvonne Catterfeld den unsympathischen Hauptkommissaren aus Görlitz dar: zum einen am 24. Mai in "Wolfsland – Der steinerne Gast" und zum anderen am 31. Mai in "Wolfsland – Irrlichter", jeweils um 20.15 Uhr im Ersten. GOLDENE KAMERA traf den Star der Woche zum Interview:

Interview mit Götz Schubert zu "Wolfsland"

Und plötzlich ist er so ganz anders, als in seiner Rolle, richtig sympathisch: Er ist ein Familienmensch. Wie zufällig landen wir beim Interview - nein Interview ist das falsch Wort - mit Götz Schubert ist es eher ein entspanntes Plaudergespräch. Also, wie zufällig landen wir beim Plaudern immer wieder bei seiner Familie. Er erzählt stolz von seinem Sohn Victor, der gerade sein erste Buch veröffentlich hat , und von seiner Tochter Charlotte, die im Herbst in seine Fußstapfen getreten ist. Sie studiert jetzt, genauso wie ihre Eltern und Schuberts Bruder, an der renommierten Ernst-Busch-Schauspielschule. Ein Traum wäre es für Götz Schubert, ein Theater zu besitzen und dort mit der gesamten Familie aufzutreten.

Krimi und Theater

Ohne Frage ist Schubert seit Jahrzehnten einer der gefragtesten Theaterdarsteller, hatte Engagements am Deutschen Theater und am Maxim-Gorki-Theater in Berlin, tritt bei den Salzburger Festspielen auf. Er spielt den Siegfried bei den Nibelungenfestspielen in Worms und August der Starke bei den ersten Zwingerfestspielen in Dresden. Den Durchbruch vor der Kamera hatte er 1989 in "Zwei schräge Vögel", einer der letzten DEFA-Filme. "Nach der Wende war so viel möglich", erklärt Schubert. Er schaffte es, seinen Erfolg auch im vereinten Deutschland fortzusetzen. "Aber ich kenne auch ganz andere Biographien, Menschen, die extrem abgestürzt sind."

Schubert nicht. Immer wieder ist er in kleinen oder großen Rollen im Fernsehen zu sehen. Egal ob "Liebling Kreuzberg", "Tatort" oder "Das Traumschiff" – er wirkt bei allen großen deutschen Produktionen mit, spielt 2007 bis 2009 in der mehrfach ausgezeichneten ZDF-Serie "KDD – Kriminaldauerdienst" den Dienstgruppenleiter.

"Das Schönste an Vaterrollen ist, dass es keine Krimis sind"

Neben vielen Krimis, in denen er wie in "Wolfsland" in der ersten oder wie in "Inspektor Jury" in der zweiten Reihe mitwirkt, tritt er immer wieder als Familienoberhaupt auf. "Das Schönste an Vaterrollen ist, dass es keine Krimis sind", sagt Schubert. Gerade im letzten Jahr konnte er als Vater von Sonja Gerhardt im ZDF-Dreiteiler "Honigfrauen" überzeugen. Er spielt darin den Ehemann einer Frau (Anja Kling), die ihm verheimlicht hat, dass seine Tochter nicht von ihm ist. Ebenfalls einen sehr berührenden Part hat er im Sat.1-Film "Nichts mehr wie vorher" (2013). Darin verdächtigt er seinen Sohn (Jonas Nay), einen Jungen umgebracht zu haben.

Die aber wohl bewegendste Vaterrolle nimmt er 2015 in dem Doku-Drama "Meine Tochter Anne Frank" ein. Als Vater von Anne Frank, versucht er, sich seiner im Holocaust getöteten Tochter über deren Tagebücher zu nähren. Eine grandiose Darstellung, gibt er sich doch stark und zerbrechlich zugleich.

Steckenpferd: prämierte Mehrteiler

Im ARD-Zweiteiler "Der Turm" spielt er den Bruder von Claudia Michelsen (GOLDENEN KAMERA 2012 für diese Rolle) ausgezeichnet). Im ARD-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter", welcher 2014 die GOLDENE KAMERA als bester Fernsehfilm erhielt, ist Götz Schubert als Oberfeldarzt zu sehen.

Doch sein Erfolg steigt dem 1963 im sächsischen Pirna geboren Potsdamer nicht zu Kopf. Götz Schubert gibt sich immer wieder sehr reflektiert, humorvoll und offen. Seine Worte sind keine losen Hülsen, er lebt seine Moralvorstellungen: "Meine Freundin, die ein Schuljahr über mir (an der Ernst-Busch-Schauspielschule, Anmerkung der Redaktion) war und Sabine Witte heißt, das ist jetzt meine Frau." Die beiden sind seit 1984 ein Paar, seit 1994 verheiratet. Er ist seiner Frau dankbar, dass sie für die Familie im Job zurückgesteckt hat, sie haben alle Höhen und Tiefen gemeinsam durchlebt und es verbindet sie ein tiefes Grundvertrauen.

Kurzum: Er hat einfach alles richtig gemacht: eine gute Auswahl an Rollen getroffen und immer auf die für ihn richtigen Werte gesetzt – einfach sympathisch!